Wertheim

Bürgerversammlung Grünenwörter fordern mehr Geschwindigkeitskontrollen und üben Kritik am Umgang der Verwaltung mit Anfragen

Keine Lösung für Lärmproblem in Sicht

Archivartikel

Grünenwört.Nach dem Ortsrundgang fand im Außenbereich des Sportheims im Rahmen der Aktion „Rathaus vor Ort“ eine Bürgerversammlung statt. Zu dieser waren zahlreiche Einwohner gekommen.

Hinsichtlich des bekannten Problems der Grünenwörter mit dem Lärm und den hohen Geschwindigkeiten im Bereich der L2310 konnte Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez den Bürgern kurzfristig keine Hoffnung machen. Die zweite Lärmaktionsplanung habe ergeben, dass Lärmbelastung unter den Grenzwerten liege, die Maßnahmen erforderlich machten.

Gefährliche Vorfahrtsregelung

Dies sei für alle Beteiligten unbefriedigend. Daher wolle man eine dritte Lärmaktionsplanung mit neuen Messungen starten. Der OB hoffte, dass diese den Bedarf an Lärmschutz nachweise. Mit dem Ortschaftsrat habe man das Thema Geschwindigkeit besprochen.

Bürger wiesen auf die überhöhten Geschwindigkeiten auch im Dorf hin, wo 30 Kilometer pro Stunde als Beschränkung gelten. Sie forderten mehr Kontrollen. Bürgermeister Wolfgang Stein sagte zu, in unregelmäßigen Abständen an verschiedenen Stellen scharfe Messungen zu machen, mehr Möglichkeiten gebe es aber nicht. Außerdem fragten die Bürger nach dem Zustand der Verbindung zwischen Grünenwört und der Staustufe bei Mondfeld.

Kritik gab an der Vorfahrtsregelung für Radfahrer bei der Überquerung der Landesstraße am Ortseingang von Grünenwört. Durch sie entstünden gefährliche Situationen. Baudezernent Armin Dattler versprach, beide Punkte mit den Verkehrsplanern des Landes zu diskutieren. Auch baten die Anwesenden um mehr Lärmschutz gegen Motorradlärm von der bayrischen Nachbarseite. Hier seien die Länder- und Bundesgesetzgeber gefragt, so Stein.

Auf die Frage nach dem Sachstand der Verlegung von Straße und Radweg am Tremhof zwischen Mondfeld und Freudenberg berichtete Dattler, die Stadt arbeite hier auf Wunsch des Landes bei der Planung mit. Aktuell gelte es noch, naturschutzrechtliche Aspekte zu erfüllen. Man suche dazu mit dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg nach Lösungen.

Eine Bürgerin zeigte sich irritiert darüber, dass man bereits beim Erwerben eines Grabes auf dem Friedhof die Gebühr für das Abräumen des Grabsteins zahlen müsse. Dieser würde mindestens 20 Jahre stehen, es könnten bei einem Rasenwahlgrab aber auch 80 Jahre werden. Stein sagte, man habe dies in der Satzung so geregelt. Es habe Fälle gegeben, in denen der Grabstein nach Ablauf der Liegezeit nicht entfernt wurde. Er sagte zu, dass der Zahlungsnachweis nach 80 Jahren noch bei der Verwaltung auffindbar sei.

Fahrradständer für Gesamtstadt

Nachdem OB Herrera Torrez zu Beginn der Sitzung von Plänen zur Verbesserung des Radwegenetzes gesprochen hatte, regte ein Bürger an, in Kernstadt und Ortschaften Fahrradständer aufzustellen. Dies soll berücksichtigt werden, so der Oberbürgermeister. Vor allem in der Altstadt müsse man dabei aber Denkmalschutz, Verkehrssicherheit und den benötigten Raum für Veranstaltungen berücksichtigen.

Ein Bürgerwunsch betraf die Verschönerung des Eingangsbereichs des Friedhofs Grünenwört durch einen Baum. Ortsvorsteher Ludwig Oberdorf sagte, früher habe es viele Bäume auf dem Friedhof gegeben, dadurch aber auch Beschwerden über Laub auf den Gräbern.

Einer Bürgerin lag das Kneippbecken bei der Waldhütte und der obere Bereich des Hüttengeländes mit der Essecke am Herzen. Das Kneippbecken verliere durch Risse Wasser und der Platz darum herum sehe schlimm aus. Sie bat darum, zu prüfen, ob Maßnahmen möglich sind.

Oberdorf stellte fest, die Nutzer sollten ihren Müll selbst mitnehmen, dies trage schon dazu bei, den Platz zu verschönern. Zudem liege die Hütte auf Bestenheider Gemarkung. Dattler sagte zu, dass die Verwaltung sich den Bereich anschauen und prüfen werde, was möglich ist.

Generelle Kritik betraf den Umgang mit Anfragen von Bürgern. Ein Einwohner erklärte, er warte schon seit 2017 auf eine Antwort zu seiner schriftlichen Anfrage bei der Verwaltung. „Ich sehe es als grundsätzliches Problem, dass Schreiben von Bürgern einfach monatelang ausgesessen werden“, sagte er verärgert. Der OB betonte, eine zeitnahe Antwort auf Anfragen sei im Rathaus gelebter Grundsatz. Das dies hier nicht funktioniert habe, bedauere er.

Erinnert wurde das Stadtoberhaupt auch an sein Wahlversprechen, den ÖPNV in Wertheim zu verbessern. Grünenwört sei unter anderem wegen Baumfällarbeiten mehrfach im Jahr abgeschottet. Eine Bürgerin schlug vor, das Dorf in den Stadtverkehr mit einzubeziehen. Herrera Torrez bat darum, der Verwaltung noch etwas Zeit für eine Konzeptentwicklung zu geben. Die Busanbindung sei aktuell nicht optimal aber vorhanden. Man arbeite an Konzepten zur Verbesserung, die auch bürgerschaftliches Engagement mit einbeziehen.

Am Ende der Versammlung überreichte der Oberbürgermeister der Kindertagesstätte einen Gutschein für sechs Charon-Trommeln. Diese hatte sich die Einrichtung gewünscht. bdg

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