Wertheim

Ausschusssitzung Projekt 8er-Rat vorerst um ein Jahr verschoben

Jugendbeteiligung vertagt

Wertheim.Ob Oberbürgermeister- oder Kommunalwahl – die Jugendbeteiligung war ein zentrales Wahlkampfthema. Zwischenzeitlich sah es tatsächlich so aus, als würden junge Menschen in Wertheim bald wieder aktiv ein Wörtchen mitreden. Auch ein Antrag der Bürgerliste beschäftigte sich mit dem Thema Jugendbeteiligung. Bei einer Sitzung des Fikuss im März stellte Erik Flügge, Geschäftsführer der S & N Kommunalberatung, das Konzept eines 8er-Rats vor. Alle Schüler der achten Klassen sollen eingebunden werden und in Projektgruppen an politischen Themen arbeiten. Das erste Treffen war für Oktober vorgesehen.

Drängendere Fragen

Doch bei einem Treffen im Juni haben sich Stadtverwaltung und Schulleiter drauf verständigt, das Projekt vorerst um ein Jahr nach hinten zu verschieben. Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez machte dafür in der Fikuss-Sitzung am Montag die Corona-Pandemie verantwortlich: „Als wir zusammenkamen, wussten die Schulen selbst noch nicht genau, was im Herbst auf sie zukommt.“ Das Projekt stehe nicht in Frage, aktuell beschäftigten sich die Schulen aber aufgrund der Pandemie mit drängenderen Fragen. „Das tut mir persönlich weh, ist aber auch nachvollziehbar“, fand der OB.

Sämtliche Mitglieder des Ausschusses bedauerten zwar die Verzögerung, Richard Diehm (Grüne) betonte zudem, dass die Jugendlichen trotz allem eine Möglichkeit haben müssten, sich einzubringen – sei es über Parteien oder die Verwaltung. Allgemein nahmen die Gremiumsmitglieder die Verschiebung aber hin. Stefan Kempf (Bürgerliste) war der Ansicht, „aufgrund der Pandemie wurden noch ganz andere Dinge verschoben“. Da sei eine Verzögerung beim Thema Jugendbeteiligung „das kleinste Problem“.

Die Idee des 8er-Rats sei bei fast allen Schulen auf Begeisterungs gestoßen, berichtete Herrera Torrez. Lediglich das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium habe Vorbehalte geäußert und den Nutzen für Schüler des DBG infrage gestellt, machte er aus seiner Kritik keinen Hehl. Es sei eine Diskussion aufgekommen, ob es den Gymnasiasten womöglich schwerfalle, politische Diskussionen mit Schülern anderer Schulformen zu führen. „Das hat mir gar nicht gefallen“, stellte Herrera Torrez fest.

Bei einer Lehrerkonferenz am DBG wolle er daher noch einmal persönlich für das Projekt werben. Die Zurückhaltung des DBG stieß im Gremium auf Unverständnis: „Ich hoffe, dass das Gymnasium sich eines Besseren besinnt und dieser einmaligen Gelegenheit aufgeschlossen gegenüber steht“, sagte beispielsweise Patrick Schönig (SPD). Es müssten alle Schulen beteiligt werden, war man sich einig. eli

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