Wertheim

Weihnachtsmarkt Stadtmarketing entwickelt völlig entzerrtes Konzept für drei Adventswochenenden / Als Innenstadtbereicherung im Januar fortsetzbar

Jetzt gibt es „Wertheimer Winterzauber“

Archivartikel

Ein Weihnachtsmarkt im eigentlichen Sinn soll es nicht werden – dennoch halten Stadtmarketing und Innenstadtmanager an einer Art „Budenzauber“ fest.

Wertheim.Er ist wohl einer letzten weit und breit, der stattfindet: der Wertheimer Weihnachtsmarkt. Wobei – die Veranstaltung soll weder Weihnachtsmarkt heißen, noch wird es das typische Live-Weihnachtsprogramm und Glühwein geben. Die Entscheidung, den Markt letztendlich durchzuführen, liege derzeit in der Hand der Kommune, erklärt der Vorsitzende des Vereins Stadtmarketing Wertheim, Bernd Maack bei einem Pressegespräch am Donnerstagnachmittag.

Weil die Mitglieder des Vereins jedoch Bedenken hatten, bei einem Weihnachtsmarkt „überrannt“ zu werden, weil es der einzige weit und breit sein wird, habe man ganz bewusst diese Veranstaltung „entzerrt“ – angefangen beim Namen. So wird aus dem Wertheimer Weihnachtsmarkt jetzt der „Wertheimer Winterzauber“. Und dieser soll auch nicht an den besucherstarken Sonntagen stattfinden. Nur freitags und samstags sollen geschmückte Buden das Einkaufserlebnis in der Stadt flankieren. Lediglich bis zu 20 Verkaufs- und Vergnügungsstände ziehen sich dann jeweils mit weitem Abstand von der Mainspitze durch die Stadt. Auf den Ausschank alkoholischer Getränke wird verzichtet. Derzeit laufen Überlegungen, statt der hübschen Punschgläser aus hygienischen Gründen kompostierbare Pappbecher zu verwenden. Ob Maskenzwang angeordnet wird, oder nur eine Empfehlung ist, auch darüber wird noch nachgedacht.

„Diese Veranstaltung kann der Stadt doch eigentlich nur dienlich sein – wenn wir dadurch hier keine Totengräberstimmung haben. Wir wollen eine Wohlfühlatmosphäre haben und das machen diese adventlichen Stände doch aus“, sagt Maack. Für ihn hat die Durchführung des „Wertheimer Winterzaubers“ aber noch einen weiteren Aspekt. Die Bürger sollen Lust haben, in die Stadt zu kommen und hier einzukaufen, statt im Internet zu bestellen. Und er fügt an, dass der „Winterzauber“ eine Möglichkeit biete, sich mal wieder im Freien aufzuhalten: „Wir können doch nicht monatelang eingesperrt sein.“ Die Ansteckungsgefahr bei einer entsprechenden Open-Air-Veranstaltung stuft er als sehr gering ein.

„Ohne eine Großveranstaltung zu produzieren, wollen wir außerdem etwas für die Marktbeschicker tun, die extrem dankbar sind“, ergänzt Innenstadtmanager Christian Schlager. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass man in Wertheim bisher mit diesen kleinen, recht flexiblen Veranstaltungen gute Erfahrungen gemacht habe.

„Wenn Interesse und Bedarf da ist, können wir den ,Winterzauber’ noch bis in den Januar hin ausdehnen“, gibt Maack zu bedenken. Dies vor allem auch, weil der Januar nicht unbedingt ein Monat sei, in dem laut Maack in der Stadt „der Bär steppt“. Auch bei dieser Entscheidung könne man „auf Sicht fahren“, sind sich Maack und Schlager einig.

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