Wertheim

Wirtschaft Geschäftsbetrieb des Haslocher Unternehmens kann weitergehen / „Erfolgreicher Restrukturierungsprozess“

Insolvenzverwalter meldet Rettung der Eisengießerei

Archivartikel

Wertheim/Hasloch.Die Eisenguss Hasloch Smart Foundry GmbH (EGH) musste am 28. Januar 2020 beim Amtsgericht Würzburg einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzerfahrens stellen. Das Gericht ordnete daraufhin im Januar die vorläufige Eigenverwaltung an (wir berichteten). Der Sanierungsexperte Sebastian Braun, Fachanwalt für Insolvenzrecht in der Kanzlei Reinhart Kober Großkinsky Braun, sowie der vom Amtsgericht Würzburg bestellte vorläufige Sachwalter, Rechtsanwalt Tobias Rußwurm haben in einer gemeinsamen Pressemitteilungen erfreuliche Nachrichten zu vermelden: Die Sanierung des Unternehmens, der Standorterhalt und die Rettung vieler Arbeitsplätze sei in greifbarer Nähe.

Zu Jahresbeginn stand der Geschäftsbetrieb still. Bereits rund drei Wochen vor der Beantragung des Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung konnte nichts mehr produziert werden. Ziel des unausweichlichen Verfahrens sei es gewesen, unter dem Schutz des Insolvenzrechts den bereits im vergangenen Jahr eingeleiteten Restrukturierungsprozess fortzuführen und das Unternehmen mit Unterstützung nachhaltig zu stabilisieren.

Es habe außerordentlichen Aufwand seitens aller Beteiligter – vor allem auch der Geschäftsführung – gekostet den Geschäftsbetrieb wieder in Gang zu setzen, heißt es. Großer Dank gelte dem ehemaligen Eigentümer des Unternehmens und Vermieter der Räumlichkeiten, dem Kurtz Ersa Konzern,der die Eisenguss Hasloch Smart Foundry großzügig unterstützt habe. Auch der Betriebsrat, die IG Metall und das gesamte Personal des Unternehmens hätten an der nun gefundenen Lösung konstruktiv mitgewirkt.

Trotz der zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht absehbaren Coronakrise sei es gelungen, den Geschäftsbetrieb aufrecht zu erhalten. Die Coronakrise „hat uns voll getroffen“ aber auch das konnte unser Team nicht „umwerfen“, erläuterte demnach der Geschäftsführer Rainer Langnickel.

Sanierung angestrebt

Der Gläubigerausschuss habe bereits der angestrebten Sanierungslösung zugestimmt. Diese sehe die Minderheitsbeteiligung eines weiteren Gesellschafters an der EGH vor, der die entsprechenden Vereinbarungen auch unterzeichnet habe. Der bisherige Gesellschafter, die Rheinische Mittelstandsbeteiligung GmbH, leiste ebenfalls einen signifikanten Finanzierungsbeitrag zur Umsetzung des Sanierungslösung. Der Geschäftsbetrieb unter dem bisherigen Management bleibe damit erhalten. Ebenso bleibe der Standort erhalten und damit rund 70 der Arbeitsplätze.

Am Donnerstag finde vor dem Amtsgericht Würzburg die erste Gläubigerversammlung stattgefunden. Der Insolvenzplan werde voraussichtlich im August dem Gericht vorgelegt. „Von einer Zustimmung im Abstimmungstermin ist bei der gegebenen Gläubigerstruktur auszugehen“ heißt es seitens Braun.

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