Wertheim

Christmette am Heiligen Abend Hunderte Gläubige feierten gemeinsam Festgottesdienst in der Bronnbacher Klosterkirche

In der Finsternis erstrahlt Jesus Christus als Licht

Archivartikel

Bronnbach.Viele Gläubige feiern Weihnachten auch mit einem Gottesdienstbesuch. Hunderte Menschen jeden Alters besuchten Dienstagnacht die Christmette in der Bronnbacher Klosterkirche.

Das Orgelspiel von Regina Oetzel als Einstimmung auf den Gottesdienst vertiefte die weihnachtliche Stimmung. Nachdem Pater Joachim Rzesnitzek und die Ministranten in die Klosterkirche eingezogen waren, unterstrich der Seelsorger bei der Begrüßung, man wolle für die Familie beten, für die Kranken, für die Kinder in der ganzen Welt um Gottes Segen und Heil.

Nach der Lesung, in der es hieß, „ein Kind wurde uns geboren“ und „die Gnade Gottes ist erschienen“, folgte das Weihnachtsevangelium nach Lukas.

In seiner Rede sagte Pater Rzesnitzek, der Mensch könne nicht ohne Liebe leben. Der Mensch bleibe für sich selbst ein unbegreifliches Wesen, sein Leben ohne Sinn, wenn ihm nicht die Liebe offenbart werde, wenn er sie nicht erfahre und er nicht lebendigen Anteil an ihr erhalte. Gott offenbare diese Liebe, die er selbst sei.

Diese Liebe sei größer als die Schwachheit und die Vergänglichkeit des Geschaffenen, betonte der Pater, sie sei stärker als der Tod. Diese Offenbarung der Liebe werde auch Barmherzigkeit genannt. Diese Offenbarung der Liebe und der Barmherzigkeit habe in der Geschichte nur eine Form und einen Namen. Sie heiße Jesus Christus.

Wie Pater Rzesnitzek weiter erklärte, sei die grundlegende Aufgabe der Kirche, den Blick des Menschen auf Jesus Christus zu lenken. Sie solle allen helfen, mit dem tiefen Geheimnis der Erlösung vertraut zu werden. Gott habe sich der Menschheit durch Christus endgültig genähert, damit der Mensch nicht verloren gehe, sondern das ewige Leben habe. In dieser Zuneigung finde der Mensch die Größe, die Würde, den Wert und den Sinn, die mit seinem Menschsein gegeben seien. Viele Menschen versuchten, so der Pater weiter, sich mit Banalitäten im Alltag und selbst am Heiligen Abend zu betäuben, ohne je ernsthaft Ausschau danach zu halten, worin der Sinn des Lebens liege. Die Finsternis im Herzen und ringsum nehme dabei zu. Doch in dieser Finsternis erstrahle das Licht Jesus Christus. Die Finsternis habe über dieses lebendige Licht keine Gewalt, keine Macht könne den Glanz der Liebe auslöschen.

Die Lichter des Heiligen Abends und der gegenseitige Wunsch „Frohe und gnadenreiche Weihnacht“ seien deshalb nicht sinnlose Zeremonie, betonte Pater Rzesnitzek. Christus sei das Licht der Welt, der Gott, auf den die Menschen im Dunkel dieser Zeit ihre Hoffnung bauen.

Die Fürbitten enthielten die Hoffnung auf Wegen zum Frieden ebenso wie auf ein tröstendes Licht für Kranke, für Einsame, für Sterbende. Der Pater wünschte „Frohe Weihnachten“ im Namen der Patres der Missionare von der Heiligen Familie und sprach den Segen. Zum Schluss der Christmette wurde der Altarraum abgedunkelt und nur noch durch zwei mit Lichtern geschmückten Weihnachtsbäumen beleuchtet. Alle Gläubigen sangen dann zusammen auf eindrucksvolle Weise „Stille Nacht“.

Viele folgten der Einladung zum anschließenden Treffen im Konvent. Das Gemeindeteam aus Dörlesberg hatte dazu wärmende Getränke und Weihnachtsgebäck vorbereitet. Pater Joachim Rzesnitzek meinte, es sei eine schöne Christmette gewesen. Er freute sich, dass auch junge Leute zur Kirche gekommen waren und Zeugnis des Glaubens abgelegt haben. hpw

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