Wertheim

Veränderungen im Verkaufszentrum Erwin Hymer World könnte aus der Muttergesellschaft herausgelöst werden

Hymer prüft Partnerschaftsmodell

Bei der Erwin Hymer World in Bettingen wird es Veränderungen geben. Die Muttergesellschaft prüft derzeit, wie man das Geschäft in Zukunft fortführt.

Bettingen. Die Erwin Hymer World in Bettingen steht am Scheideweg. Wie eine Unternehmenssprecherin gegenüber den Fränkischen Nachrichten bestätigte, sucht man derzeit einen Partner, um das Geschäft im Gewerbegebiet am Almosenberg fortzusetzen.

Für Irritationen sorgte bereits im August die Ankündigung auf der Internetseite des Unternehmens, „grundlegende Umstrukturierungen“ vorzunehmen. Für September wurde die Schließung der Kundendienstabteilung angekündigt. Der Zubehörshop soll zum 15. September dicht machen. Auch in Bezug auf die Fahrzeugherstellung wurden Änderungen angekündigt. Ab Oktober wolle man „mit Blick auf eine neue Dienstleistungsqualität“ wieder für die Kunden bereit stehen.

Gerüchte bestätigt

Seither gibt es Gerüchte über die Zukunft des Expocamps, das 2006 eröffnet worden war, und seit 2015 unter Erwin Hymer World firmiert. Rund drei Millionen Euro wurden damals für den Umbau investiert. Auf unterschiedlichen „Markeninseln“ und in „Themenwelten“ werden rund 350 Fahrzeuge in der 28 000 Quadratmeter großen Verkaufshalle ausgestellt. Daneben gab es einen Werkstatt-und Servicebereich, einen Outdoor-Shop und eine Vermietstation für die Fahrzeuge.

Dass es Gerüchte rund um das Verkaufszentrum für Wohnmobile und Wohnwagen gibt, bestätigt das Unternehmen selbst in einer neuerlichen Ankündigung auf der Internet-Seite: „Entgegen aller Gerüchte werden wir ab Oktober 2019 selbstverständlich wieder in den einzelnen Geschäftsbereichen Vertrieb, Service und Ersatzteilservice für Sie da sein“, heißt es.

Man werde sich zwar auf eine „verringerte Fläche fokussieren“, so die Mitteilung weiter. Der Hintergrund sei allerdings, dass man nicht nur „groß, sondern gut“ sein wolle.

Zudem wolle man sich auf die „Dienstleistungsqualität“ in den einzelnen Geschäftsbereichen fokussieren und steigern. Die Kunden sollten darauf vertrauen, dass dies ein „Schritt in Richtung eines dienstleistungsorientierten Betriebes“ sei, der auf „lange Sicht am Standort Wertheim versuchen wird“, die Kunden zufriedenzustellen.

Konstruktive Gespräche

Auf Nachfrage bestätigt Theresa Hübschle, Pressesprecherin der Erwin Hymer Group, zu der die Hymer World in Bettingen gehört, dass die Unternehmensspitze über die Zukunft der Wertheimer Tochtergesellschaft nachdenkt.

Derzeit würden verschiedene Optionen geprüft. Eine davon sei, das Verkaufszentrum mit einem Partner fortzuführen. Teil dieses Geschäftsmodells könnte sein, die Gesellschaft „Erwin Hymer World GmbH“ aus der Unternehmensgruppe herauszulösen. Die Hymer Group führe derzeit „konstruktive Gespräche“ und suche eine „nachhaltige Lösung“ auch für die rund 100 Mitarbeiter am Standort.

Weitere Informationen könne man momentan nicht bekanntgeben. Man werde zu gegebener Zeit die Öffentlichkeit informieren.

Milliardenumsatz

Das einst schwäbische Familienunternehmen, unter dessen Dach diverse bekannte Marken versammelt sind, gehört seit Februar zum US-amerikanischen Konzern Thor Industries.

Die Nachkommen des 2013 verstorbenen Gründers Erwin Hymer machten Kasse: Fast zwei Milliarden Euro brachte der Verkauf ihrer Aktien. Die 7300 Beschäftigten fertigten im Geschäftsjahr 2018 knapp 624 000 Fahrzeuge und erwirtschafteten einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro.

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