Wertheim

Polizeihochschule Wertheim Amt für Vermögen und Bau wurde am Montag mit der Planung der Sanierung der Polizei-Turnhalle beauftragt / Kosten: 3,6 Millionen Euro

Hochmodern oder nur funktionsfähig?

Lediglich eine Wiederherstellung oder doch eine hochmoderne Sporthalle? Noch ist die Entscheidung nicht gefallen, denn da hat die Versicherungsgesellschaft auch noch ein Wörtchen mitzureden.

Reinhardshof. „Die Freude war schon nach den Äußerungen des Innenministers Thomas Strobl auf der Einweihungsfeier groß, auch wenn seine Worte nur ein Signal und nichts Amtliches waren. Die Entscheidung, die Halle zu sanieren, unterstreicht für uns einmal mehr, dass der Standort mittelfristig gebraucht wird“, Polizeidirektor Richard Zorn ist sichtlich erleichtert. Erfahren hat er die freudige Nachricht am vergangenen Donnerstag durch einen Anruf aus Heilbronn, vom Amt Vermögen und Bau.

Als der Wertheimer Standort der Polizeihochschule im Juli 2018 seine Pforten für knapp 300 Polizeianwärter öffnete, hatte das Land bereits elf Millionen Euro in die Sanierung des Standorts gesteckt. Dazu kamen weitere vier Millionen Euro für die Anmietung von Gebäuden sowie die Kosten für den Bau einer Halle für situatives Zugriffstraining und die mobile Raumschießanlage.

Nur die im September 2015 schwer beschädigte Turnhalle wurde nie berücksichtigt. Das führte dazu, dass die Polizeianwärter mit Bussen zu verschiedenen Sportstätten gefahren werden müssen (wir berichteten).

Rede war ausschlaggebend

„Den ausschlaggebenden Fakt für die Sanierung der Halle haben wir alle original miterlebt“, sagt Ingo-Michael Greiner, leitender Regierungsdirektor Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Heilbronn. Er spielt damit auf die Einweihungsfeier des Hochschulstandorts Wertheim Ende Oktober an. Als Innenminister Thomas Strobl in Anwesenheit von Dr. Gisela Splett, Staatssekretärin im Ministerium für Finanzen in Baden-Württemberg, den längerfristigen Bedarf des Standorts offiziell verkündete. Dieses offizielle Bekenntnis zum Standort war laut Greiner das Zeichen, auf welches das Finanzministerium gewartet habe.

Weil Staatssekretärin Splett den offiziellen Weg beschreiten und die Entscheidung nicht gleich vor Ort verkünden wollte, wurde noch einmal schriftlich eine Anfrage vom Finanzministerium an das Innenministerium gestellt. Unmittelbar zuvor erhielt das Finanzministerium ein mit Nachdruck formuliertes Schreiben des Landtagsabgeordneten Wolfgang Reinhart, das ebenfalls seinen Teil zur Entscheidung beigetragen habe.

Und so war es auch Wolfgang Reinhart, der am 25. November ein Antwort-Schreiben von der Staatssekretärin Splett erhielt, in dem es hieß, dass das Innenministerium den längerfristigen Bedarf des Wertheimer Standorts versichert habe und man nun mit der Sanierung der Halle zeitnah beginnen könne.

Am Montag nun erhielt der Landesbetrieb Vermögen und Bau schriftlich den offiziellen Auftrag, die Planungen für die Turnhalle wieder aufzunehmen, die vor einigen Monaten ad acta gelegt worden sind.

Erste Planungen

Diese ersten Planungen ergaben Sanierungskosten in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro. Jetzt gilt es, sich mit der Versicherungsgesellschaft an einen Tisch zu setzen und die Höhe der Wiederherstellungskosten auszuloten. „Erst im Laufe dieses Prozesses wird sich klären, welchen Weg wir beschreiten“, so Greiner. Denn die Versicherung zahlt nur für Maßnahmen, die der reinen Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands dienen.

Der Heilbronner Amtsleiter erklärt es an einem Beispiel. So könnte die Versicherung der Meinung sein, dass eine Reinigung der Lüftungsanlage ausreichen würde. Beim Amt für Vermögen und Bau sieht man das allerdings etwas anders. „Wir würden gern eine Lüftungsanlage einbauen, die den heutigen Grundsätzen und Standards entspricht“.

Vom Brand betroffen ist vor allem die Haupthalle. Nebenhalle und sanitär- und Umkleide-Räume blieben weitestgehend verschont, entsprechen aber nicht mehr ganz den aktuellen Anforderungen. „Wir müssen nun entscheiden, welchen Weg wir gehen: wollen wir lediglich den alten Zustand wieder herstellen oder wollen wir eine moderne Halle, die allen Anforderungen entspricht?“, so Greiner.

Mit Interesse hat Richard Zorn diese Aussage gehört. „Für den Ausbildungsbetrieb brauchen wir eine ganz normale Mehrzweckhalle, die man mit Vorhängen auch mal teilen kann. So wie die Halle vor dem Brandanschlag war, würde ausreichen“, sagt Zorn bescheiden. Natürlich wäre ein etwas längeres Feld und ein Fitness-Raum wünschenswert. Doch das räumt Zorn erst auf Nachfrage ein.

Ein Fitnessraum hätte den Vorteil, dass die Polizeischüler nicht mehr auf die Fitnessstudios in der Region ausweichen müssten. Anbieten würde sich dafür beispielsweise die frühere Squash-Halle.

Der Baubeginn

Ein Termin für den Baubeginn ist noch nicht festgezurrt. Greiner rechnet mit einem Planungsvorlauf von einem halben Jahr bis zum Baubeginn. Bewusst ist er sich des engen Zeitplans durchaus. Sein Wunsch: Fertigstellung Ende nächsten Jahres.

Der Leiter der Hochschuleinrichtung lacht: „Ach? Da bin ich dabei. Das wäre ein Traum, wenn es so schnell klappen würde“, freut er sich und signalisiert einmal mehr die volle Unterstützung beim Vorhaben „Sanierung Turnhalle“.

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