Wertheim

Zirkus Charles Knie Erfolgreiche Premiere auf dem Marktheidenfelder Festplatz Martinswiese

Hochleistungen gepaart mit Leichtigkeit

„Charles Knie“ ist ein Zirkus-Unternehmen, das atemberaubende Live-Erlebnisse bietet. Sie begeistern selbst Menschen, die sonst selten oder gar nicht Manegenduft schnuppern.

MARKTHEIDENFELD. Dafür sorgt nicht nur die ausgewogene Mischung aus Tieren, Clowns und Akrobaten. Auch die moderne, glamouröse und temporeich-professionelle Programmgestaltung, der Komfort im rot-weißen Zeltpalast und der prachtvolle Gesamtauftritt machen den Zirkus Charles Knie zu einem Entertainment-Betrieb für jedermanns Geschmack. Am Mittwochnachmittag war Premiere auf dem Festplatz Martinswiese in Marktheidenfeld. Hier gibt das Unternehmen eine weitere Vorstellung am heutigen Donnerstag um 16 Uhr. Dann reist der Zirkus weiter nach Aschaffenburg.

Vom Fürsten geadelt

Beim Zirkusfestival von Monte Carlo 2017 wurden die hauseigenen Tierdressuren des Zirkus Charles Knie – dressiert und vorgeführt von Marek Jama – mit dem Silbernen Clown ausgezeichnet. Beeindruckend ist die artenreiche Besetzung seines Exotentableaus mit sechs Kamelen, fünf Lamas, vier Zebras, einem halben Dutzend exotischer Rinder und einem Guanako. Die Präsentation der Nummer ist äußerst aufwendig. Das hauseigene Ballett in Federschmuck-Kostümen sorgt hier für ein fantasievolles Bild der fröhlichen Seite Afrikas.

Für gute Laune ist beim Auftritt der Messoudis mit ihrer Partnerjonglage gesorgt. Es ist faszinierend, wie die Brüder Soffien und Karim ihrem Vater Said mit fliegenden Jonglierkeulen Hut, Sonnenbrille und Zigarette vom Kopf schlagen. Für eine Prise Sinnlichkeit sorgt Tatiana Kundyk bei ihren Balancen auf dem Schlappseil.

Äußerste Körperbeherrschung ist gefragt, wenn sie zwei Beine eines Stuhls auf das Seil stellt und sich dann auf das Möbel setzt. Marek Jamas Pferdenummer ist als glamouröses Showbild gestaltet. Eingeleitet wird es von den vier Ballettdamen als temperamentvoll tanzende Revuegirls.

Ebenso feurig stieben kurz darauf seine sechs Araberhengste durch die Manege. Sie laufen in beeindruckend exakten Formationen. Steigende Ponys und Araberpferde sorgen für den Abschluss.

Der Inbegriff des ganz großen, internationalen Zirkus sind die „fliegenden Menschen unter der Zeltkuppel“. Die „Flying Wulber“ bieten am Flugtrapez schwierige Tricks wie den Doppelsalto rückwärts mit Schraube sowie den legendären „Dreifachen“ mit Doppelpirouette direkt im Anschluss.

Ein Höhepunkt folgt nach der Pause. Nach sechs Jahren beim größten Zirkus der Welt, dem Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus in den USA, ist Weltstar Alexander Lacey nach Europa zurückgekehrt. Hier hat er für sein erstes längeres Engagement den Zirkus Charles Knie ausgewählt. Er zeigt eine moderne, zeitgemäße Raubtierdressur mit Tigern und Löwen.

Der Brite lässt die Tiere springen, aufsitzen oder nebeneinander seitlich abliegen und zeigt das intensive Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier bei ausgedehnten Schmuseeinheiten. Per Headset-Mikrofon und Lautsprecher werden seine Kommandos übertragen. So kann das Publikum noch intensiver verfolgen, wie er die Tiere anleitet, sie unentwegt beim Namen ruft, häufig lobt, manchmal auch tadelt. Die enge Beziehung zwischen Tieren und Trainer ist offensichtlich. Nach der Nummer applaudiert das Publikum stehend.

Stimmungsvoll geht es weiter. Marek Jama reitet die Hohe Schule zu Pferd, begleitet von den eleganten Ballettdamen. Sie und das Pferd mit seinem Reiter tanzen gemeinsam im Sägemehl. Für Witz und Tempo sorgen die Wulbers auf dem Trampolin im Blues-Brothers-Stil.

Echte Vollblut-Artisten wird man Vanessa und Emanuel Medini nennen dürfen. Sie vereinen in ihrer Rollschuhnummer auf einem kleinen Podest Hochleistung, rasantes Tempo und viel Ausstrahlung zu einem idealen Ganzen.

Sympathischer Clown

Viel zu lachen gibt es auch in diesem Programm. Dafür ist der junge und sympathische Clown Henry Ayala verantwortlich. Er spielt mit einigen Mitspielern aus dem Publikum spontan Glocken oder gibt den chaotischen Kellner in einem total verrückten Restaurant.

Besonders in Erinnerung von den durchweg schönen Ballettbildern bleibt das letzte, die Modenschau zum Madonna-Hit „Vogue“. Mit den Kostümkreationen in schwarz-weiß, welche die bildschönen Tänzerinnen tragen, wird der perfekte Rahmen geschaffen für den Auftritt der Messoudi Brothers. Die drei Brüder Karim, Soffien und Yassin mit Vater Said reißen bei Handständen und anspruchvollster Partnerakrobatik das Marktheidenfelder Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. Wieder gibt es Standing Ovations. Und so folgt im glamourösen Finale, mit herrlichen Kostümen und der mitreißenden Musik aus dem aktuellen Zirkusfilm „The Greatest Showman“, tosender Applaus. Der Zirkus Charles Knie vermag sein breites Publikum wirklich zu begeistern.