Wertheim

Kilianskapelle Umfangreiche Arbeiten am Gebäude sollen noch in diesem Jahr beginnen / Bund und Land haben finanzielle Förderung der Maßnahmen zugesagt

Historisches Kleinod wird saniert

Archivartikel

Wertheim.Noch in diesem Jahr sollen die umfangreichen Arbeiten zur Sanierung der Kilianskapelle beginnen und, wenn alles gut läuft, bis spätestens zum Altstadtfest 2020 abgeschlossen sein. Voraussetzung für den Beginn der Arbeiten ist der rechtzeitige Eingang der Förderbescheide von Land und Bund.

Denkmalförderprogramm

Das Land Baden-Württemberg will die Sanierung des historischen Kleinods in der Wertheimer Altstadt mit bis zu 85 000 Euro aus der zweiten Tranche des Denkmalförderprogrammes unterstützen. Das hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau kürzlich bekanntgegeben.

Im Haushalt veranschlagt

Im Haushalt der Stadt Wertheim ist die Sanierungsmaßnahme mit Kosten von insgesamt 440 000 Euro veranschlagt. Bereits im November vergangenen Jahres waren aus Mitteln des Denkmalschutz-Sonderprogramms des Bundes 140 000 Euro bewilligt worden.

Sobald die Förderbescheide vorliegen, können die Arbeiten ausgeschrieben und dann vergeben werden. Vorrangig soll die Maßnahme der Erhaltung der Substanz und der langfristigen Gewährleistung der Verkehrssicherheit dienen. Die gegenüber der Stiftskirche gelegene Kilianskapelle gilt als eine der schönsten gotischen Doppelkapellen Deutschlands und zählt zu den markanten Bauwerken in der historischen Altstadt Wertheims.

Errichtet wurde die dem Frankenapostel Kilian gewidmete Kapelle ab 1471 unter dem Grafen Johann. Nach Profanierung in der Reformationszeit diente das Gebäude bis 1871 als Lateinschule.

Die hierfür eingebauten Teile wurden 1894 wieder entfernt, die Rekonstruktion als Kapelle erfolgte in den Jahren 1903 und 1904. Vor allem in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, zuletzt im größeren Umfang ab 1985, wurden an und in der Kilianskapelle immer wieder Instandsetzungs- und Sanierungsmaßnahmen vollzogen.

„Sanierung von Sanierungen“

Die jetzt geplanten Arbeiten dienen zu einem nicht geringen Teil „der Sanierung von Sanierungen vergangener Jahrzehnte“, wie Benedikt Kleiser aus dem Referat „Stadtplanung, Hochbau“ des städtischen Baudezernates erläutert.

Vorgesehen sind neben Arbeiten an der Fassade im kleineren Umfang ebenfalls Maßnahmen am Dach und an den Gauben. stv

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