Wertheim

Weihnachtszeit Engagierte halten auch in diesem Jahr an ihren Projekten fest / Änderungen aufgrund von Corona

Hilfsaktionen trotzen der Pandemie

Archivartikel

Corona erschwert die Arbeit der Ehrenamtlichen von Hilfsprojekten. Weil das Leid der Menschen in den armen Regionen Osteuropas nicht weniger geworden ist, finden die Aktionen trotzdem statt.

Wertheim. Armen Kindern in der Weihnachtszeit eine Freude bereiten: Das ist das Ziel verschiedener Hilfsaktionen, an denen sich auch Menschen aus der Region beteiligen. So machen sich die Ehrenamtlichen vom Nikolauskonvoi des Vereins „Hinsehen und Helfen“ seit 2014 jedes Jahr Anfang Dezember auf den Weg nach Osteuropa. An Bord: Tausende von Weihnachtspäckchen. Bereits im März fangen normalerweise die Vorbereitungen für die Fahrt von Altfeld über Burgau im Landkreis Günzburg nach Craiova im Südwesten Rumäniens an.

Familien den Winter erleichtern

Doch dann kam die Corona-Krise. „Unter den aktuellen Umständen kann der Nikolauskonvoi 2020 nicht wie gewohnt stattfinden“, bedauern die Verantwortlichen des Vereins. „Dieses Jahr werden wir keine Geschenkpäckchen sammeln, da wir sie den Kindern nicht persönlich übergeben können.“

Am Elend der Menschen in den armen Regionen Osteuropas habe sich durch die Pandemie aber nichts geändert – im Gegenteil: „Durch die Einschränkungen ist es in vielen Bereichen sogar noch schlimmer geworden“, berichtet der Verein. Deshalb sammeln die Ehrenamtlichen in diesem Jahr keine Weihnachtspäckchen, sondern sogenannte „Überlebenspakete“.

„Für den Nikolauskonvoi 2020 werden besonders Lebensmittel und Hygieneartikel dringend benötigt, aber auch Schulsachen, Spielsachen, neue Kleidung oder finanzielle Mittel“, teilt „Hinsehen und Helfen“ mit. „Jedes Paket erleichtert einer Familie den Winter.“

„Weihnachten für jedes Kind“

Andrea und Markus Nothhelfer aus Dörlesberg engagieren sich seit über 20 Jahren bei der Aktion „Weihnachten für jedes Kind“. Vom Projekt des Missionswerks Friedensbote profitieren Hilfsbedürftige in Osteuropa. Daran habe auch die Pandemie nichts geändert, stellt Markus Nothhelfer klar. „Wir haben eingekauft und gesammelt“, berichtet er. Die Lastwagen mit den Hilfsgütern dürften trotz Corona in die angesteuerten Gebiete in Osteuropa fahren.

„Wir hatten selbst mit Einschränkungen gerechnet, aber die Mission Friedensbote hat uns früh darüber informiert, dass sie die Geschenke rüber bringen dürfen. Vergangene Woche hat ein Lkw bereits 600 Päckchen bei uns abgeholt“, sagt Markus Nothhelfer.

In den kommenden Wochen will das Paar zusammen mit Helfern noch einmal 200 bis 400 Pakete packen, die bis Mitte Dezember abgeholt werden. Beim Sortieren und Packen der gespendeten Waren werde auf Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen geachtet, betont Nothhelfer. Wer helfen will, könne entweder selbst Geschenke packen oder Inhalte für ein Päckchen an die Aktion spenden.

„Wir versuchen auch in diesem Jahr alles, um unseren Partnern in den Zielländern Päckchen zukommen zu lassen“, sagt Stefan Dosch, Vorstand der Johanniter in Main-Tauber. Allerdings gibt es auch bei den Johanniter Weihnachtstruckern einige Änderungen. Die Päckchen werden zwar wie gehabt eingesammelt, die Konvois steuern aber keine Risiko-Gebiete an, die Zahl der Beteiligten wurde reduziert und Partner vor Ort verteilen die Päckchen. Die Verabschiedung der Fahrer fällt aus. „Wir beobachten die Corona-Lage sowohl in den Zielländern als auch in Deutschland“, betont Dosch. Auf gemeinsame Packaktionen sollten die Menschen wegen der Pandemie verzichten.

Virtuelle Päckchen packen

Stattdessen gibt es ein neues Angebot: virtuelle Päckchen packen. Geldspenden finanzieren dabei Teile des Inhalts – ein kleines Geschenk für Kinder, Lebensmittel und Hygieneartikel – oder ganze Päckchen. Mit dem gesammelten Geld finden mit verschiedenen Partnern in den Zielländern Packaktionen statt.

Außerdem verteilen die Johanniter einen Teil der Päckchen an hilfsbedürftige Menschen in Deutschland. Sie kooperieren mit der Tafel und verteilen Spenden an Projekte innerhalb der eigenen Organisation.

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