Wertheim

Schande rund um den Autohof Bettinger Helfer der Aktion saubere Landschaft sammelten Unrat / Tschöp: Sammelrhythmus des Kreises unbefriedigend

Hemmungslose Vermüllung am Almosenberg

Archivartikel

Bettingen.„Das ist kein Tee in den Flaschen“ war eine der bitteren Erkenntnisse der freiwilligen Müllsammler unterhalb des Autohofs entlang der L 2310 in Bettingen. Neben unzähligen Zigarettenschachteln und Einweg-Bechern aller ortsansässigen Gastro-Anbieter waren die mit Urin gefüllten Flaschen zusammen mit Verpackungen von Aufschnittwurst und leeren Fischkonserven ein deutlicher Hinweis auf die Verursacher des an der Straße liegenden Mülls.

Es sind die typischen Hinterlassenschaften der LKW Fahrer, welche, angezogen vom Autohof, die Autobahn verlassen. „Der Bereich rund um die Auf- und Abfahrten an der L 2310 in Richtung Wertheim sieht aus wie in den übelsten Gegenden im Süden Europas“, hieß es bei den erwachsenen Helfern der Aktion saubere Landschaft in Bettingen. Wo schon viel Müll ist, fallen scheinbar alle Hemmungen. Unverrottbare Feuchttücher, Verpackungen der Schnellrestaurant-Ketten, Pizzaschachteln, Flaschen, Damenbinden und volle Windeln werden ohne Reue aus dem Fahrzeug geworfen und „schmücken“ die Landschaft rund um den Ort. Es gab kaum einen Bereich, an dem die Freiwilligen keine abartigen Entdeckungen machten.

Auch in den weiter entfernten Randbereichen am Fahrradweg hinter der Autobahnbrücke Richtung Homburg, an denen in erster Linie die Kinder im Einsatz waren, wurden Waschbecken, Klobrillen, Essensverpackungen und immer wieder auch großen Mengen von Windeln an Wegen und Büschen gefunden. Deutlich besser sieht es in den Bereichen aus, wo durch den Wertheimer Bauhof oder die Firma Schmidt regelmäßig gesammelt wird.

„Die Jungs vom Bauhof machen einen tollen Job für uns“, betonte Ortsvorsteher Ralf Tschöp und ergänzte: „Das merkt man erst so richtig, wenn man das selbst einmal gemacht hat“.

Die stellvertretende Oberbürgermeisterin Birgit Väth war ebenfalls in Bettingen vor Ort und überbrachte die Grußworte des OB. Sie war, genauso wie Birgit Lutz, die Organisatorin der Aktion von der Stadtverwaltung, überrascht von der großen Anzahl der fast 50 Helfer und vor allem von den vielen Kindern, die nach der Sammelaktion beim Vesper im Feuerwehrhaus saßen. Die Unterstützung durch die vielen Kinder und Jugendlichen wie zum Beispiel der Bettinger Ortsgruppe vom Roten Kreuz, der Jugendfeuerwehr und der Naturschutzgruppe unteres Aalbachtal war zusammen mit allen anderen Freiwilligen, die zum Sammeln gekommen sind, hervorragend.

Kostenbeteiligung vorgeschlagen

„Dieses Pensum an Müll wäre ohne Euch nicht zu schaffen gewesen“, lobte Tschöp die vielen Helfer, die mit angepackt haben. „Die 20 Müllsäcke von der Stadt waren schon nach kürzester Zeit voll und der Müll musste direkt in die Anhänger der Traktoren befördert werden“, machte er die gesammelte Menge der Aktion noch einmal deutlich.

„Die Tatsache, wie sichtbar der Unterschied zwischen dem Bereich, der durch den Städtischen Bauhof regelmäßig gereinigt wird und dem durch den Landkreis nur zweimal jährlich gesäuberten Bereich ist, zeigt, dass dieser Sammelrhythmus bei weitem nicht ausreicht.“ Es wäre besser, der Bauhof würde überall sammeln, und der Landkreis solle sich im Gegenzug zusammen mit den Anliegern des Almosenbergs an den Kosten beteiligen, so Ortsvorsteher Tschöp.

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