Wertheim

„No Game. Sicher Fahren – Sicher Leben“ Polizeipräsidium Heilbronn zeigt Ausstellung im Beruflichen Schulzentrum Bestenheid

Handy am Steuer ist kein Kavaliersdelikt

Archivartikel

Eine Ausstellung zum Thema Verkehrssicherheit findet noch bis nächsten Mittwoch im BSZ statt. Auf die Schüler warten neben zahlreichen Infos auch verschiedene Aktionen.

Bestenheid. Vor allem das Thema Handy am Steuer soll bei der Ausstellung des Polizeipräsidiums Heilbronn zum Thema Verkehrssicherheit im Beruflichen Schulzentrum in Bestenheid im Fokus stehen. „Es ist wichtig, dass wir alle unsere Schüler in diese Ausstellung schicken“, betonte Schulleiter Manfred Breuer bei der Vorstellung der Aktion, die noch bis kommenden Mittwoch geht.

Warum gerade die Nutzung des Mobiltelefons ein wichtiger Aspekt beim Thema Verkehrssicherheit ist, erklärte Volker Mohr. „Im Auto zu telefonieren, ist eine Unsitte, die immer mehr grassiert“, sagte der Referatsleiter der Abteilung für Öffentliche Ordnung bei der Stadt Wertheim.

Seine Einschätzung konnte Mohr mit Zahlen untermauern. So seien in der Bußgeldstelle des Wertheimer Ordnungsamtes im laufenden Jahr bereits rund 550 Handy-Verstöße bearbeitet worden. Am Lenkrad zu telefonieren oder Nachrichten zu schreiben sei dabei keineswegs ein Kavaliersdelikt, betonte Mohr. „Dadurch entsteht eine tödliche Gefahr für einen selbst und andere Verkehrsteilnehmer“, so der Referatsleiter. Dementsprechend sei es wichtiger denn je, solche präventiven Veranstaltungen durchzuführen.

Eine steigende Zahl von Handyverstößen im Straßenverkehr nimmt auch die Wertheimer Polizei wahr. Waren es 2016 noch 186 solcher Vergehen, ist die Zahl bis 2018 schon auf 613 gestiegen, wie der stellvertretende Wertheimer Revierleiter Matthias Volk ausführte. Für das laufende Jahr rechnet er mit einem weiteren Anstieg auf rund 650 Verstöße. Der Polizist plädierte für harte Sanktionen. So sei etwa zu überlegen, ob man bei Wiederholungstätern nicht das Smartphone beschlagnahmen sollte. „Das würde vielleicht einige anregen, ihr Verhalten zu überdenken“, meinte Volk.

Als Teil der Ausstellung können die Schüler auf spielerische Weise ausprobieren, was für eine große Ablenkung das Mobiltelefon am Steuer sein kann.

Ein Aha-Effekt

Wie das funktioniert, erläuterten Erwin Weiß und Sabine Hönninger vom Referat Prävention der Außenstelle Tauberbischofsheim des Polizeipräsidiums Heilbronn: Ein Schüler tippt auf dem Handy den Satz „Wir treffen uns um acht“. Ein Mitschüler stoppt die Zeit, die der Schreiber braucht. Dann folgt der Aha-Effekt. Denn die Sekunden, die zum Schreiben gebraucht werden, wären während der Autofahrt ja ein absoluter Blindflug.

Dass die Ausklärungsarbeit in Sachen Verkehrssicherheit besonders bei jungen Menschen wichtig ist, betonte der Heilbronner Polizeipräsident Hans Becker. Denn die Jungen seien im Verkehr eine besondere Risikogruppe. Als Fahranfänger zählen 8,4 Prozent aller Autofahrer. Diese Gruppe ist allerdings an 30,2 Prozent aller schweren Verkehrsunfälle mit Personenschaden beteiligt. Rund 71 Prozent der Unfälle wurden dabei von den jungen Fahrern ausgelöst, wie Becker anmerkte. Der Polizeipräsident zeigte sich indes überzeugt, dass nur Prävention alleine nicht ausreiche, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. „Ohne eine konsequente Verkehrsüberwachung wird es nicht gehen“, so Becker.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kam auch Wolfgang Kranz von der Fahrerlaubnisbehörde des Landratsamts Main-Tauber. Laut seiner Aussage gibt es im Kreis pro Jahr rund 220 bis 230 Fahranfänger, die bereits in der Probezeit Verkehrsverstöße begehen. Im Jahr 2019 ist demnach bereits acht Fahranfängern der Führerschein wieder entzogen worden. Zum Vergleich: Insgesamt mussten 2019 im Main-Tauber-Kreis 76 Personen ihren „Lappen“ abgeben.

Ein wichtiges Thema in der Ausstellung ist auch Drogen-, Medikamenten- und Alkoholeinfluss beim Fahren. Wie sich insbesondere Alkohol auf die Verkehrstüchtigkeit auswirkt, können die Jugendlichen in der Ausstellung am Stand der Verkehrswacht Main-Tauber mit einer sogenannten „Rauschbrille“ selbst ausprobieren. Daneben können die Schüler dort auch noch einen Seh- und Reaktionstest absolvieren.

„Alkohol ist ein maßgeblicher Faktor bei Unfällen im Straßenverkehr“, betonte Helmut Rausch, Verkehrsbeauftragter des BSZ. Gerade die jungen Leute würden sich dabei oftmals überschätzen und nicht merken, wenn sie die Grenze überschritten hätten. Daher sei eine gründliche Aufklärung über die Auswirkungen von Alkoholkonsum auf die Fahrtüchtigkeit sehr wichtig.

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