Wertheim

Vor-Ort-Termin Freie Bürger besuchten Polizeihochschule / Freude über Sanierung der Sporthalle

Gute Zusammenarbeit trägt Früchte

Archivartikel

Reinhardshof.Zahlreiche Mitglieder der Freien Bürger Wertheim nahmen jüngst an einem Besuch der Hochschule für Polizei auf dem Reinhardshof teil.

In den seit Sommer 2018 wieder von der Landespolizei genutzten ehemaligen Kasernengebäuden wurden sie von Richard Zorn, dem Leiter der Einrichtung empfangen. Zorn, der schon in der früheren Polizeiakademie am gleichen Standort tätig war, schilderte zunächst, gespickt mit zahlreichen Anekdoten, die Herausforderung vor der sein Team gestanden hat, als im November 2017 die Entscheidung für die Ansiedlung getroffen wurde.

Nur sieben Monate Zeit

Gerade mal knapp sieben Monate Zeit standen zur Verfügung. Dass dies gelungen ist, sei für ein Beispiel dafür, wie leistungsfähig und engagiert Behörden arbeiten können, wenn alle ein einem Strang ziehen und ein klares Ziel vor Augen haben.

Wertheim sei mit 300 Schülern ein kleinerer von fünf Standorten in Baden-Württemberg. Für die Stadt Wertheim sei die Einrichtung ein Aushängeschild. Dass es letztlich eine strukturpolitische Entscheidung war, verhehlte er nicht. Derzeit kümmern sich 96 Mitarbeiter um den Polizeinachwuchs, der inzwischen zu fast 40 Prozent weiblich ist.

Die Ausbildungsinhalte werden von fünf Fachbereichen mit theoretischen und praktischen Inhalte vermittelt, hierfür stehen zehn Lehrsäle zur Verfügung. Insgesamt dauert die Ausbildung für den mittleren Polizeidienst 2,5 Jahre. Zusätzlich findet in Wertheim auch eine neunmonatige Vorausbildung auf den Bachelor-Studiengang für Kommissarsanwärter statt.

Dass sich auch viele Schüler aus anderen Bundesländern bewusst für die Ausbildung in Baden-Württemberg entscheiden, schreibt Zorn dem hohen Ausbildungsniveau zu. Ferner gehe es in Süddeutschland doch noch etwas entspannter zu, als in Städten wie Hamburg oder Berlin, schmunzelte Zorn. Beeindruckt zeigten sich die Besucher der Freien Bürger von dem Trainingsgebäude, das gemeinsam mit der Raumschießanlage gegenüber der eigentlichen Hochschule errichtet wurde.

In mehreren Räumen, die realen Wohnungen nachempfunden sind, können die Schüler unter besten Bedingungen trainieren. Selbst an den Nachbau eines Gastraums eines Restaurants wurde gedacht.

Die Lehrkräfte stammen meist aus Polizeidienststellen der Region und verfügen über viele Jahre Praxiserfahrung. Richard Zorn sieht hierin einen großen Vorteil bei der Ausbildung. Letztlich sei die Polizei ein sozialer Beruf. Es komme auf viel Fingerspitzengefühl an und auf den der jeweiligen Situation angepassten richtigen Umgang mit den Bürgern.

Stolz präsentierte er die neueste Investition. Die im Herbst in Modulbauweise errichtete Raumschießanlage sei einer der modernsten ihrer Art. Mit echten Waffen kann hier unter optimalen Bedingungen das Schießtraining absolviert werden.

Gemeinsames Ziel

Das I-Tüpfelchen bringe nun noch die Sanierung der bei einem fremdenfeindlichen Brandanschlag stark beschädigten Sporthalle. Es sei das Bohren sehr dicker Bretter gewesen, so Richard Zorn. Die Bemühungen auch der Stadt Wertheim seien aber nun erfolgreich gewesen (siehe Bericht auf Seite 9). Mit dieser Investition sei nun klar, dass der Standort wohl für die nächsten Jahre gesichert ist.

Die Gemeinderäte der Freien Bürger hörten das Lob des Hochschulleiters gerne. Zeige dies doch, dass auch eine Kommune der Größe Wertheims in der Landeshauptstadt einiges bewegen könne, wenn Kommunalpolitik, Oberbürgermeister und Stadtverwaltung ein gemeinsames Ziel vor Augen haben. fb

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