Wertheim

Am Amtsgericht verhandelt Schlägerei bei Faschingsumzug

Geldbuße für Körperverletzung

freudenberg/wertheim.Drei Männer aus Wertheim, zwischen 20 und 26 Jahre alt, besuchten im Februar 2018 gemeinsam den Freudenberger Straßenfasching. Um 14 Uhr war einer von ihnen erheblich alkoholisiert, stellte sich den Teilnehmern einer Fußgruppe des Umzugs in den Weg und provozierte diese. Er wurde weggeschubst, fiel zu Boden, stand auf, schlug zu und wurde geschlagen. Seine zwei Begleiter mischten sich ein, nahmen umzugsteilnehmer in den Schwitzkasten, schlugen und traten die Mitglieder der Fußgruppe unter anderem in den Bauch.

Der Tumult dauerte nicht länger als eine Minute. Vier Mitglieder der Fußgruppe erlitten unter anderem Prellungen an Schädel und Kiefer sowie eine Halswirbelschädigung.

Wegen gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen mussten sich nun die drei Wertheimer Bürger vor dem Amtsgericht der Main-Tauber-Stadt verantworten.

Zwei von ihnen sind vorbestraft. Derjenige, der den Streit begonnen hatte, war geständig, der zweite Beteiligte legte ein Teilgeständnis und der dritte Angeklagte stritt alles ab.

Die Zeugenvernehmung ergab, dass der erste geschlagen, die beiden anderen zusätzlich getreten hatten. Aufschlussreich vor Gericht waren die Angaben eines unbeteiligten Zeugen. Er hatte den Vorgang aus erhöhter Position beim Rathaus beobachtet, Fotos gemacht und Bürgermeister sowie die Polizei verständigt. Der Zeuge nannte das damalige Verhalten der Beschuldigten sehr aggressiv.

In Schlusswort ging der Staatsanwalt nicht mehr von gemeinsamer Tatbegehung aus, und beantragte für Täter eins wegen einfacher Körperverletzung eine Geldstrafe. Bei den anderen beiden Tätern handle es sich seiner Einschätzung nach wegen der Tritte jedoch um gefährliche Körperverletzung mit Strafen von acht beziehungsweise sechs Monaten. Gegen Ableistung von 90 Stunden gemeinnütziger Arbeit beziehungsweise 2000 Euro Buße könnten diese zu Bewährung ausgesetzt werden.

Die Richterin verurteilte nur wegen einfacher Körperverletzung. Sie glaubte nicht, dass die drei sich zur gemeinsamen Tatbegehung abgesprochen hatten.

Die Strafen betragen 40 mal 30 Euro, 50 mal 20 Euro und 50 mal 30 Euro. Die Angeklagten nahmen das Urteil sofort an. goe