Wertheim

Weltgebetstag Frauen als Multiplikatoren vorbereitet

Gebet wandert um die Welt

Wertheim.Über Konfessions- und Ländergrenzen hinweg engagieren sich christliche Frauen beim Weltgebetstag dafür, dass Frauen und Mädchen überall auf der Welt in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können. So entstand in den letzten 130 Jahren die größte Basisbewegung christlicher Frauen weltweit.

Immer am ersten Freitag im März beschäftigt sich der Weltgebetstag mit der Lebenssituation von Frauen eines anderen Landes. Christliche Frauen beispielsweise aus Ägypten, Kuba, Malaysia oder Slowenien wählen Texte, Gebete und Lieder aus. Diese werden dann in weltweiten Gottesdiensten auf 88 Sprachen in mindestens 108 Ländern gefeiert.

„Steh auf und geh“, lautet das diesjährige Motto. Im Mittelpunkt steht das afrikanische Land Simbabwe. Die Frauen im diesjährigen Weltgebetstagsland Simbabwe haben Ideen und Träume, aber oft gibt es keine Chancen, um sie umzusetzen.

Vor dem Weltgebetstag fand ein Treffen der sogenannten „Multiplikatorinnen“ statt. Zu ihm begrüßten Bettina Kempf und Ute Küstermann im Gemeindehaus Sankt Venantius in Wertheim die Besucherinnen. Hier erfuhren die Frauen von Kempf und Küstermann wichtige Informationen zum Land Simbabwe.

Simbabwe ist von der Fläche so groß wie Deutschland und Belgien zusammen. 14 Millionen Menschen leben dort. 1911 wurde Südrhodesien, das heutige Simbabwe, gegründet. Viele Kolonien wurden nach dem Zweiten Weltkrieg unabhängig, nicht so Rhodesien. Großbritannien wollte das Land nicht freigeben. Erst 1980 wurde Simbabwe unabhängig. Robert Mugabe wurde Regierungschef. Nach 37 Amtsjahren wurde er gezwungen, abzudanken. Seit November 2017 ist Emmerson Mnangagwa Präsident.

Dreiviertel der Bevölkerung ist arm. Frauen und Mädchen erleiden häufig Gewalt. 50 Prozent der Menschen in Simbabwe sind Protestanten, sieben Prozent Katholiken, 26 Prozent gehören zu einer Freikirche. Gottesdienste sind sehr gut besucht.

Trotz der großen Schwierigkeiten, die es in ihrem Land gibt, leben die Frauen ihren Alltag, suchen und finden Lösungen. Simbabwe hat so viele Schulden, dass sie es wahrscheinlich auch nie aus eigener Kraft schaffen werden, diese zurückzuzahlen. Der Weltgebetstag unterstützt deshalb eine Petition, damit die Bundesregierung einen Teil der Schulden erlässt.

Nach dem Vortrag, der durch viele Bilder sehr anschaulich war, übte Bezirkskantorin Katharina Wulzinger mit den Frauen die Lieder für den Weltgebetstag ein. Beim Vorbereitungsabend wurde auch in Kleingruppen gearbeitet. Hier gab es unter anderem Informationen zum Titelbild des weltgebetstages und zur Künstlerin. In einer anderen Gruppe stellte Renate Merkert Briefe von Frauen aus Simbabwe vor und erläuterte wie diese in den Gottesdiensten eingesetzt werden können.

In der dritten Gruppe, geleitet von Gerlinde Weisensee, wurde die Gottesdienstordnung erläutert, wie sie von den Frauen in Simbabwe vorbereitet wurde. phe

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