Wertheim

Feuer und Flamme für das Amt

Schau, es schneit, weiße Weihnachtszeit. Okay, für Letzteres ist es inzwischen ein bisschen zu spät. Aber es schneit tatsächlich ein bisschen, zur Stunde zumindest. Sogar bei uns, in den tieferen Lagen. Zur „Welt im Winterkleid“, die Udo Jürgens in seinem Lied ebenfalls besungen hat, wird es hier aber wohl eher nicht reichen.

Die Vorhersagen für die nächsten Tage prophezeien jedenfalls etwas anderes. Aber noch hat der Winter ja etwas Zeit, obwohl diese meteorologisch auch schon knapp zur Hälfte abgelaufen ist.

„Die Hälfte rum“ hat auch Freudenbergs Bürgermeister Roger Henning. Vier Jahre sind seit seinem Dienstantritt bereits vergangen. Wobei der erste Tag im neuen Amt ein Feiertag und damit dienstfrei war. So kann es natürlich losgehen. So kam Henning dann am 2. Januar 2015, morgens um 8.20 Uhr im Rathaus an, unter dem Arm einen Karton mit schokoladigem Mitbringsel. Der eine oder die andere in der Freudenberger Verwaltungszentrale soll den damals überreichten Glückskäfer übrigens heute noch auf dem Schreibtisch stehen haben.

Ob dahinter eine tiefere Symbolik steckt? Manches hat sich verändert in den vergangenen vier Jahren in dem Städtchen am Main. Manches ist aber auch geblieben. Zum Beispiel, dass Alt-Landrat Georg „Schorsch“ Denzer noch immer eine innige Freundschaft zu der „Klein-stadt mit Herz“ pflegt – und diese mit ihm, wie die Auszeichnung mit dem erstmals verliehenen „Burgtaler“ beim Neujahrsempfang am vergangenen Sonntag beweist.

Es gibt ja Leute, die schmunzelnd behaupten, der „Burgtaler“ sei eigens geschaffen worden, um Denzers Verdienste um Freudenberg endlich würdigen zu können. Weil halt alle anderen möglichen Ehrungen nun mal Einheimischen vorbehalten seien.

Nicht alles in der Stadt ist aber nach vier Jahren Henning noch so, wie es vorher war. „In Freudenberg gibt es eher wenig Platz für große Ideen – und auch nur wenig Geld“, hieß es in einem Artikel zum Dienstantritt. Letzteres ist noch immer der Fall. Man ist finanziell weiterhin nicht auf Rosen gebettet, geht aber nach wie vor erstaunlich gut mit dieser Situation um.

Das mit dem wenigen Platz für große Ideen, das ändert sich aber gerade. Das – noch – Werk I der Firma Rauch dürfte dafür wahrlich genügend Fläche bieten.

Hat Freudenbergs Bürgermeister also gerade die zweite Hälfte seiner acht Jahre dauernden ersten Amtszeit begonnen, so befindet sich sein Kreuzwertheimer Kollege Klaus Thoma bereits im letzten Drittel. 2014 hat er begonnen, 2020 wird wieder gewählt. Der bayerische Schultes hat nur sechs Jahre Zeit, dann muss er sich wieder dem Votum der Bürgerinnen und Bürger stellen.

Wenn er das will – aber daran dürfte bei Thoma nun wirklich kein Zweifel bestehen. Er wolle „in den kommenden acht Jahren für Freudenberg und seine Ortschaften brennen“ hat Roger Henning am Abend seiner Wahl versprochen. „Ich will für meine Ideen brennen, um die Bürger und den Gemeinderat überzeugen zu können“, wurde Klaus Thoma in einem Artikel zu seiner Halbzeitbilanz zitiert. Feuer und Flamme zu sein in dem Amt, das sie ihm übertragen, das werden die Wertheimerinnen und Wertheimer auch von ihrem künftigen Oberbürgermeister erwarten.

Seit Mitte der Woche wissen wir nun offiziell, dass es die drei bereits bekannten Männer sind, die sich bewerben: Wolfgang Stein, Markus Herrera Torrez und Gerhard Wolf. Der Wahlkampf ist im vollen Gang und in 22 Tagen wird/könnte schon alles vorbei sein. Es sind spannende Zeiten.