Wertheim

Ortschaftsrat Bis die Kapazität erweitert ist, wird noch einige Zeit vergehen / Zustand der Halle ist ein Ärgernis

Fehlende Kita-Plätze bereiten Sorgen

Der Kembacher Ortschaftsrat beleuchtet das abgelaufene Jahr und wagt einen Blick in die Zukunft

Kembach. Höhepunkt des vergangenen Jahres, so Ortsvorsteherin Tanja Bolg, seien die Feierlichkeiten zum 90-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr gewesen. Hier wurde auch ein neues Fahrzeug übergeben, das es den aktiven Feuerwehrleuten erleichtern soll, ihre ehrenamtliche Aufgabe zu erbringen. An zwei Tagen wurde das fest ausgiebig gefeiert.

Außerdem wurde erstmals seit vielen Jahren wieder Kärwe im Dorf gefeiert. Hier kam man einem Wunsch vieler Jugendliche und junger Erwachsener nach. Rund um das Rathaus wurde das Fest ausgiebig gefeiert.

Doch nicht nur Feiern war Thema in Kembach, auch die Infrastruktur galt es zu verbessern. Der Ausbau des Kindergartens beschäftigte Ortschaftsrat und Gemeinderat schon seit mehreren Jahren, zumal bereits länger bekannt war, dass zu viele Kinder für zu wenige Plätze in Kembach und Dietenhan leben.

Wichtiger Standortfaktor

Derzeit, so Bolg in ihrem Rückblick, fehlen 14 Plätze. Zum Glück habe der Gemeinderat im September beschlossen, die Erweiterung nun zügig anzugehen. Bis allerdings alle Hürden genommen sind, werde noch einige Zeit vergehen, was nicht nur bei den betroffenen Eltern für Verärgerung sorgt. „Ein Kindergarten ist ein wichtiger Standortfaktor für Bauwillige und Zuzügler. Wertheim-Ost hat allgemein stark wachsende Kinderzahlen, die die Kapazitäten der Kindergärten sprengen“, sagte Bolg in Richtung Wertheimer Stadtverwaltung.

Zumal auch noch sieben weitere Bauplätze in Kembach seit kurzem auf dem Markt sind, von denen einer schon verkauft ist. Man darf also weiter vom Zuzug junger Familien ausgehen.

Tanja Bolg lobte alle freiwilligen Helfer, die sich für die Dorfgemeinschaft engagieren, aber auch ihren Kollegen im Ortschaftsrat. Man hatte sich im Jahr 2019 zu sechs nichtöffentlichen und drei öffentlichen Ortschaftratssitzungen getroffen. Der Bürgertreff werde sehr gut angenommen. Er sei ein echter „Besuchermagnet“ geworden. Hier hofft sie weiter auf das Engagement der Mitbürger. „Von Kembachern für Kembacher gebaut, darauf können wir zurecht stolz sein“.

Für dieses Jahr ist geplant im Jugendraum eine neue Elektroverteilung einzubauen, ein neuer Ofen ist bereits installiert. Ein Ärgernis ist die Reparaturbedürftigkeit der Kembachhalle. Ihre Ausstattung ist mittlerweile 40 Jahre alt, das Dach undicht und der Sportfußboden in einem sehr abgegriffenen Zustand.

Während der Sommerferien wird in der Kembachtalstraße der Straßenbelag erneuert. In diesem Zuge werden auch einige Bordsteinabsenkungen an wichtigen Punkten durchgeführt, und die Erneuerung des Buswartehäuschens ist ebenfalls vorgesehen. Durchgeführt werden soll auch die Fundamentsanierung an einer Grabreihe, und man hofft endlich auf eine Verbesserung der Mobilfunkverbindung, nachdem der alte Fernsehmast in der Heide als positiver Standort für eine Antenne von der Telekom anerkannt worden war.

In der Sitzung wurden auch wieder zwei Blutspender für ihr ehrenamtliches Spenden an das Deutsche Rote Kreuz (DRK) geehrt. „Spenderblut wird dringend benötigt und lässt sich nicht künstlich herstellen“, lobte Bolg den Spenderwillen der beiden Kembacher Bürger, die „immer und immer wieder“ Blut spenden.

Bei Helmut Künzig kamen in den letzten Jahren so 100 Spenden zusammen. Dafür erhielt er neben einer Urkunde des DRK, sondern auch die Ehrennadel in Gold mit goldenem Eichenkranz und eingravierter Spendenzahl 100. Immerhin zehnmal spendete Michael Hartig sein Blut für andere. Dafür erhielt er auch eine Urkunde und die Ehrennadel in Gold. Beide wollen weiter spenden, denn für sie ist es selbstverständlich anderen zu helfen.

Stadträtin Marlise Teicke stellte den Besuchern der Ortschaftratssitzung die Auszeichnung: „Fairtrade Stadt“ vor, die Wertheim seit kurzem führen darf. Sie erklärte die Voraussetzungen für die Teilnahme an dem Programm und wünschte sich als Sprecherin der Steuerungsgruppe, dass auch die örtlichen Vereine bei ihren Festen Produkte aus fairem Handel einsetzen.

Zum Abschluss bat Ortsvorsteherin Bolg alle Waldbesitzer die Waldränder zurückzuschneiden. Die lichte Höhe entlang von Straßen und Wegen soll bei 4,5 Metern liegen.

Außerdem machte sie darauf aufmerksam, dass am Häckselplatz keine Gartenabfälle und sonstiger Müll abgelagert werden darf. Sonst drohe die Schließung des Platzes.

Tanja Bolg rief in diesem Zusammenhang die Bürger auf, sich an der Aktion „Saubere Landschaft“ zu beteiligen. Am 29. Februar will man zusammen mit der Jugendfeuerwehr die Flur rund um Kembach von Müll säubern. Treffpunkt sei um 9 Uhr am Rathaus, möglichst mit Warnwesten.

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