Wertheim

Geburtstag Ehemaliger Leiter des Beruflichen Schulzentrums und frühere Wertheimer Stadtrat Gernot Schulz wird 85 Jahre alt

Familie steht heute im Mittelpunkt

Archivartikel

Wartberg.Würde es auf kommunaler Ebene so etwas wie die Bezeichnung „Elder Statesman“ geben, auf Gernot Schulz träfe sie mit Sicherheit zu. Auch wenn er schon lange im beruflichen und noch länger im politischen Ruhestand ist, genießt der ehemalige – und erste – Leiter des Beruflichen Schulzentrums in Bestenheid und frühere Wertheimer Stadtrat den hohen Respekt und die Anerkennung, die mit diesem Ehrentitel verbunden sind. Heute feiert Gernot Schulz den 85. Geburtstag.

Sein letztes Amt hat der am 20. September 1934 in Mannheim geborene Jubilar erst in diesem Frühjahr aufgegeben. Mehr als ein Vierteljahrhundert lang war er Vorsitzender des Wartberg-Chörles „Feelings“ im Bürgerverein, jetzt ist er dessen Ehrenvorsitzender. „Ich singe aber immer noch“, berichtet Schulz. „Und ich leiste mir nach wie vor den Luxus, Gesangsunterricht bei Edeltraud Rupek zu nehmen.“ Seit 2002 lässt er seine Stimme bei der Mezzosopranistin schulen, „er schwärmt für sie“, verrät Ehefrau Ingeborg schmunzelnd. Seit nunmehr 51 Jahren sind die beiden verheiratet, zwei Söhne wurden ihnen geboren.

„Je älter wir miteinander werden, desto enger, vertrauensvoller und harmonischer wird unsere Beziehung“, sagt der seit heute 85-jährige Gernot Schulz und setzt hinzu, „durch mein übergroßes Engagement hat die Familie früher natürlich durchaus leiden müssen“. Engagement zuallererst in seinem Beruf als Lehrer. 1963 trat er in den Schuldienst ein, zwei Jahre später kam er nach Wertheim an die damalige Handelslehranstalt, deren Leiter er 1984 wurde. Und als 1989 aus den drei seinerzeit selbstständigen beruflichen Schulen in der Main-Tauber-Stadt das Berufliche Schulzentrum wurde, wurde er mit dessen Führung beauftragt.

Stets gut vorbereitet

Diese Aufgabe nahm er wahr, bis er 1998 auf eigenen Antrag in den Ruhestand versetzt wurde. Noch heute wird der Pädagoge zu Jahrgangstreffen eingeladen und bei einem hat er kürzlich, auf Wunsch der ehemaligen Schüler, sogar eine Unterrichtseinheit in Volks- und Betriebswirtschaftslehre gehalten. „Das habe ich gerne getan und es hat viel Spaß gemacht. Aber ich musste mich natürlich darauf vorbereiten.“

Stets gut vorbereitet war Gernot Schulz auch bei der Ausübung seiner kommunalpolitischen Ämter. Für die SPD war er, seit 1964 Mitglied bei den Sozialdemokraten, 1971 erstmals in den Wertheimer Gemeinderat gewählt worden. Bis zu seinem freiwilligen Ausscheiden 1989 gehörte er ihm an, seit 1975 als Vorsitzender der SPD-Fraktion. Zwischen 1973 und 1984 war er Mitglied des Kreistags. „Heute bin ich so gut wie raus, was die Politik angeht“, stellt der frühere Vorsitzende des SPD-Ortsvereins und stellvertretende Kreisvorsitzende, der sich seiner Partei auch schon als Landtagskandidat zur Verfügung stellte, fest.

Interessiert ist der Ehrenvorsitzende des Ortsvereins natürlich nach wie vor und so hat er am Abend des 3. Februars die Bekanntgabe der Ergebnisse der Oberbürgermeisterwahl mit Spannung verfolgt. „Wilfried Dengel“ – wie Schulz eines der Urgesteine der Wertheimer SPD – „und ich haben uns angeschaut und gesagt, ‚dass wir das noch erleben dürfen’“, kommentiert er den Sieg von Markus Herrera Torrez. Inzwischen aber steht die Familie, zu der auch acht Enkelkinder gehören, im Mittelpunkt.

Der Jubilar joggt „gerne und so oft es geht“, während er beim Tennis gerade eine Pause einlegt. „Ganz aufgeben will ich es aber noch nicht endgültig“, ist Schulz entschlossen. Der heutige Ehrentag wird im kleineren Kreis begangen, „aber zum 90. Geburtstag lasse ich es krachen“, kündigt der 85-Jährige lachend an. Den sicher zahlreichen Glückwünschen schließen sich die Fränkischen Nachrichten gerne an. ek

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