Wertheim

Kirchlicher Kindergarten Verein Kirchliche Gemeindearbeit Wertheim-Wartberg wird derzeit aufgelöst

Evangelische Kirche wird alleiniger Träger

Archivartikel

Wartberg.Der kirchliche Kindergarten Wartberg wurde bisher von einem Verein betrieben, ab kommendem Jahr ist die evangelische Kirche alleiniger Träger. Für die Kinder und Mitarbeiter ändert sich nichts.

Bisher wurde die Kindertagesstätte Wartberg vom Verein Kirchliche Gemeindearbeit Wertheim-Wartberg betrieben. In dem Verein waren die katholische und die evangelische Kirche gleichberechtigte Partner.

Gelebte Ökumene

Als die kirchliche Kindertagesstätte 1972 eröffnet wurde, war dieses Konstrukt gelebter Ökumene ein Notbehelf, so Pastoralreferentin Ute Zeilmann bei einem Pressegespräch zum Trägerwechsel. Doch wie bei allen Notbehelfen taugt er nicht für die Ewigkeit. Veränderte Vorgaben der Verrechnungsstellen und der Diözese Freiburg sowie dem Kirchenamt in Karlsruhe ließen das bisherige Konstrukt nicht weiter möglich sein.

Derzeit befindet sich der Verein in Auflösung und wird dabei von Rechtsanwalt Bernd Kober unterstützt, weil viele rechtliche Dinge zu beachten sind, da es sich ja um bestehende und auch zukünftige Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter handelt.

Christliche Ausrichtung bleibt

Zum Glück, so Uwe Schlör-Kempf von der Stadt Wertheim, erklärte sich die evangelische Kirche bereit, die Trägerschaft alleine zu übernehmen. Das heißt aber nicht, dass sich am pädagogischen Konzept oder an der christlichen Ausrichtung etwas ändern wird, ergänzt Pfarrerin Carolin Knapp. Sie ist „dankbar, dass die evangelische Kirche sich bereit erklärt hat, die Verantwortung zu übernehmen“. Die Gemeinde am Wartberg ist die größte evangelische Gemeinde in der Stadt Wertheim.

Aktuell 86 Kinder

Für die aktuell 86 Kinder in der Einrichtung ändert sich überhaupt nichts, denn alle Erzieherinnen und weitere Mitarbeiter des 26-köpfigen Teams bleiben erhalten. Carolin Knapp trat Gerüchten entgegen, dass es durch den Trägerwechsel zu einer Änderung der Ausrichtung der Pädagogik kommt.

„Unsere konkrete Arbeit wird weiter gemeinsam fortgeführt“, stellte sie klar, und Ute Zeilmann unterstrich die gute Zusammenarbeit der beiden Kirchen. Seit über einem Jahr laufen die Überlegungen zur Umstrukturierung nun schon und zum 1. Januar 2021 soll alles abgeschlossen sein.

Die Eltern wurden in einem Brief von dem beabsichtigten Trägerwechsel unterrichtet und auch die Mitarbeiter hatten in einer Teambesprechung davon erfahren. Der Kindergarten bildet eine kleine multikulturelle Gesellschaft für sich. Evangelische und katholische Kinder, Ungetaufte und auch Muslime aus etlichen Nationen gehören dazu.

Dennoch ist die Prägung des Kitas bewusst christlich. Die Kirchenfeste werden mit den Kindern gefeiert, evangelische, katholische und ökumenische Gottesdienste werden gemeinsam gestaltet. Aber es wird keiner gezwungen daran teilzunehmen, so Pfarrerin Knapp. Die evangelische Kirche will weiter am Wartberg sichtbar sein, zumal gerade der Prozess der Umgestaltung der Neuen Sozialen Mitte Wartberg läuft, den man auch zukünftig intensiv begleiten möchte. Die Stadt Wertheim, die noch 23 weitere Kindertagesstätten mit rund 1000 Kindern unterhält, steht weiter zur Kindertagesstätte am Wartberg.

Der bestehende Betriebskostenvertrag wird einfach auf den neuen Träger übertragen, natürlich mit den Anpassungen, die sich aus rechtlicher Sicht seit dem Beginn des Jahrtausends ergeben haben.

Erfreut zeigte sich Schlör-Kempf auch, dass die bisher gelebte partnerschaftliche Arbeit fortgesetzt wird.

Er bot von städtischer Seite weiterhin die Unterstüzung an.

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