Wertheim

Ferien für Entdecker Kinder werden selbst Teil eines Live-Hörspiels unter der Leitung von Theaterpädagogin Sigrun Kubin

Es zischt und knattert in der Bücherei

Wertheim.Alles drehte sich um Geschichten und Geräusche bei den Ferien für Entdecker des Stadtjugendrings am Mittwoch. Die Stadtbücherei bot einen Kurs unter dem Titel: „Zisch, knatter, fauch – ein Live-Hörspiel mit Sigrun Kubin“. Die Kursleiterin aus Rottenburg am Neckar ist Schauspielerin und Theaterpädagogin. Die Idee für den Kurs hatte sie während eines Leseförderprojekts an einer Grundschule entwickelt. „Das Ziel ist es, aus eigenen Geschichten und Büchern Geräusche herauszuarbeiten und damit ein Live-Hörspiel zu entwickeln“, erklärte sie im Gespräch mit den FN.

Was es für ein Hörspiel braucht

Hörspiele nutzen die Mädchen und Jungen des Entdeckerkurs nahezu alle. Am Kursnachmittag erwartete sie aber eine besondere Variante davon. „Heute nehmen wir kein Hörspiel auf, sondern machen ein LiveHörspiel“, erklärte Kubin den Kindern. „Der große Unterschied dabei ist, wir hören es genau dann, wenn es auch stattfindet.“ Zuerst sammelte sie mit den Kindern im Alter zwischen sieben und neun Jahren, was man alles für ein Hörspiel braucht. Die Kindern nannten beispielsweise: „Sprecher, einen Erzähler, eine Geschichte und Geräusche.“

Die Kursleiterin sammelte mit dem Nachwuchs auch, welche Geräusche sie mögen, und welche sie nerven. Beliebt waren zum Beispiel die Töne des selbst gespielten Musikinstruments und das Meeresrauschen, störend fanden die Kinder nächtlichen Lärm und Schnarchen.

„Es ist nie ganz still, auch nachts nicht“, sagte Kubin. Als die Kinder still in den Raum lauschten, nahmen sie dann auch verschiedenste Geräusche war. Im nächsten Schritt sammelten die jungen Hörprofis passende Geräusche zu Szenen aus einem Bilderbuch. Weiter stellten sie Personen und Gegenstände aus den Bildern mit Bewegung und Geräuschen vor und die anderen mussten raten, um was oder wen es sich handelt. Geräusche helfen den Zuschauern auch, den Handlungsort der Geschichte zu erkennen.

Wie dies gelingt, wurde anhand der Beispiele Freibad und unter Wasser im Meer besprochen. An 16 Hörstationen lernten die Kinder, wie professionelle Geräuschemacher mit Mitteln, die jeder zu Hause hat, Geräusche authentische erzeugen.

Außerdem gab es schauspielerische Übungen, denn zu einem LiveHörspiel gehören auch Bewegung sowie Kostüme. Nach den Vorübungen entwickelten die Kinder eine Geschichte, überlegten sich die Töne und Geräusche dazu, verteilten Aufgaben und Rollen und spielten das Ganze anschließend live vor. bdg

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