Wertheim

Schulstart Unterricht startete an allen Schulen im rollierenden System / Positive Erfahrungen aus dem Unterricht mit den Prüfungsklassen wurden übertragen

„Es lief heute alles völlig unaufgeregt“

Archivartikel

Nach langer Pause startete am Montag der Unterricht für alle Klassenstufen im rollierenden System. Die Erfahrungen beim Start waren positiv.

Wertheim. Die Schüler der MINT Klasse 6d der Comenius Realschule freuten sich am Montagvormittag endlich wieder Unterricht in der Schule zu haben, wenn auch unter Coronaauflagen und in halber Klassenstärke. „Es macht mehr Spaß, als Zuhause zu lernen“, stellte der zwölfjährige Yusuf fest. Alen, elf Jahre alt, ergänzte, man habe so mehr Möglichkeiten etwas zu lernen. Für den elfjährigen Tim war es schön, trotz Abstand wieder die Klassenkameraden zu treffen. „Manchmal fällt das Abstandhalten schwer“, räumte er ein. Elias ist zwölf Jahre. Er freute sich, mal wieder etwas anderes zu sehen als die Nachbarhäuser. Weitere Mitschüler meinten, dass man sich in der Schule besser konzentrieren könne.

Freude übers Wiedersehen

Natürlich freuten sich die Kinder nicht auf auf ihre Klassenkameraden, sondern auch auf das Wiedersehen mit ihrer Lehrerin Verena Stang. „Wir waren zwar online die ganze Zeit in Kontakt, der Austausch dabei war schon gut, aber kein Ersatz für ein direktes Treffen“, sagte sie und auch ihr war die freude über den Schulstart an diesem Montag anzumerken. Recht zufrieden mit dem Start war Schulleiterin Katrin Amrhein. „Es lief heute alles völlig unaufgeregt und alles hat geklappt.“ Die Kinder seien sehr vernünftig. Ihre Kollegen an anderen weiterführenden Schulen äußerten ebenfalls Zufriedenheit mit dem Verlauf des ersten Schultags.

Damit alles reibungslos klappte, musste jedoch einiges vorbereitet und geplant werden. An der Realschule geschah dies in den zwei Wochen vor den Pfingstferien durch das Team der Schulleitung und das Krisenteam in Videokonferenzen. Amrhein stellte fest, dass die Regelungen, die bisher schon beim Unterricht der neunten und zehnten Klassen zum Einsatz gekommen waren, sich bewährt hatten und deswegen jetzt auch für die anderen Klassenstufen umgesetzt wurden.

So gibt es festgelegte Laufwege in einem Einbahnstraßensystem entgegen des Uhrzeigersinns. Neu hinzu kamen Desinfektionsmittelspender, die am Eingang aufgestellt wurden. Bereitsgestellt wurden sie von der Stadt Wertheim.

Ganze zwei Tage lang war die Schulleiterin damit beschäftigt, in den 30 Klassenzimmern die Tische 1,5 Meter auseinander zu schieben und sie mit Nummern zu markieren. Den Schülern wurde anhand der Klassenliste ein fester Platz zugewiesen, den sie beibehalten müssen. Eine Maskenpflicht gibt es nicht. „Diese ist laut Kulturministerium auch nicht zulässig.“ Man appelliere dennoch an die Schüler, eine Alltagsmaske zu tragen. Zudem habe man vom Landkreis rund 2000 Einmalmasken zur Verfügung gestellt bekommen. „Viele Schüler tragen die Masken bis zu ihrem Platz“, stellte Amrhein fest.

Eine ausreichende Belüftung werde, so habe es ihr die Stadtverwaltung mitgeteilt, über die Lüftungsanlage sichergestellt. „Diese wurde vor dem Start der Abschlussklassen am 4. Mai überprüft.“

Unterricht im Wechsel

Der Unterricht erfolgt im Wechsel, so dass jeder Schüler einen Tag pro Woche Präsenzunterricht hat. Von den 38 Klassen sind je zwölf zur Hälfte anwesend. Damit sind 180 der rund 950 Schüler an einem Tag im Haus. Der Unterrichtet findet, auch wegen der Busfahrzeiten, nur Vormittags statt. Die Realschüler werden aktuell nur in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch unterrichtet. Die Einschränkung war auch auf Grund des Lehrkräfteeinsatzes nötig. „Circa 20 unser etwa 70 Lehrkräfte haben aus gesundheitlichen Gründen eine Präsenzbefreiung“, so Amrhein. Für die Lehrkräfte mit dieser Befreiung gelte, sie bereiten den Unterricht für ihre Klassen komplett mit allen Materialien vor. Ein Kollege mit dem gleichen Fach führt ihren Unterricht dann mit den Materialien durch. „Die Folge aller Anforderungen der aktuellen Zeit waren neue Stundenpläne für alle Schüler und Lehrer.“

Am Präsenzunterricht nimmt jeweils die halbe Klasse teil. Das sind durchschnittlich elf bis zwölf Schüler, maximal 15. „Wir konzentrieren uns dabei auf die reine Stoffvermittlung, die Übungsphasen absolvieren die Schüler aus Zeitgründen danach Zuhause.“ Einmal pro Woche stehen ihnen ihre Lehrer in der Lernphase daheim per Videokonferenz zur Verfügung.

Die Schulpausen erfolgen mit leichter zeitlicher Versetzung. Um die Einhaltung der Abstandsregeln zu sichern, wurden die Pausenaufsichten verdoppelt. Es gibt mehr Busaufsichten und zusätzlich nun auch Aufsichten im Toilettenbereich. „Auch unser Hygienekonzept hat sich bewährt.“ Zu diesem gehört, auch nach dem Betreten des Klassenzimmers erst einmal Hände waschen. Eine Lösung hat man auch für die Schüler gefunden, denen zu Hause die technischen Möglichkeiten für das Fernlernen fehlen. Sie können unter Aufsicht am Vormittag im Computerraum der Schule arbeiten.

Am Gymnasium

Eine andere Struktur hat das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium gewählt. Hier werden die Klassen Fünf bis zehn halbiert. Jede Klassenhälfte hat eine Woche Unterricht und dann eine Woche Lernphase zu Hause. Die Oberstufenklassen Elf und Zwölf haben jeden Tag Unterricht ohne Fernlernphase. Damit sind etwas mehr als die Hälfte der rund 640 Schüler anwesend. Unterrichtet werden sie in all ihren Fächern.

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