Wertheim

Ortschaftsrat Dertingen Ortsvorsteher Egon Beuschlein beklagt Benachteiligung / Intensive Diskussion über Silvesterfeuerwerk

„Es ist ein Trauerspiel mit den Dörfern“

Archivartikel

Enttäuschung herrscht in Dertingen nach den ersten Haushaltsberatungen. Ortsvorsteher Egon Beuschlein spricht von einem „Trauerspiel“.

Dertingen. Ortsvorsteher Egon Beuschlein berichtete in der Ortschaftsratssitzung von den ersten Beratungen des Haushalts 2020 im Gemeinderat von Wertheim. Während in der Stadt viele Projekte angegangen würden, sollten die Ortschaften mit wenigen Maßnahmen abgespeist werden. „Es ist ein Trauerspiel mit den Dörfern“, so Beuschlein.

Die beantragten, fest installierten Geschwindigkeitsmessgeräte für die Ortseingänge seien beispielsweise ebenso abgelehnt worden wie die Beschattung des Friedhofes oder eine Fortführung des Lärmschutzwalls an der A 3.

Letztere Baumaßnahme betreffe zwar eher den Bund, aber trotzdem stößt die Verzögerung bei den Bürgern sauer auf. Genehmigt wurden jedoch drei Handläufe an der Dorfmauer, der Pfarrgasse und am Fußgängerbereich des Mühlbachs. Hierfür sind 10 000 Euro vorgesehen, so Beuschlein. Ebenso sind 15 000 Euro für die weitere Planung des Feuerwehrgerätehauses vorgesehen.

Dagegen muss die Erweiterung des Holzlagerplatzes noch mindestens bis 2024 warten. Ein Jahr früher ist die Wiederherstellung der Außenbeleuchtung des Rathauses vorgesehen.

Positiv war die Nachricht, dass weitere 14 Bauplätze in Dertingen entstehen können. Der Diptamweg wird verlängert. Die Erschließung soll bereits im Frühsommer 2020 erfolgen. Außerdem ist eine Änderung des Regionalplanes vorgesehen, der eine Vergrößerung des Gewerbegebietes Almosenberg um zwölf Hektar in Richtung Dertingen ermöglichen soll.

Unfallgefahr zu groß

Wie Revierförster Rösler verlauten ließ, werde es in Zukunft keine Brennholzlose mehr in stehenden Flächen für Privatleute geben. Die Unfallgefahr sei einfach zu groß. Kronenholz, sowie Polderholz seien jedoch weiter zu beziehen. Die Anmeldung der Bürger wird in Zukunft direkt über den Förster oder den Ortsvorsteher erfolgen.

Ärger gibt es derzeit auch wieder am Häckselplatz. Obwohl er geschlossen ist und dies durch Aushänge kenntlich gemacht sei, würde immer wieder illegal Grüngut oder Rasenschnitt abgelagert. Wenn das so weiter gehe, müsse der Platz dauerhaft gesperrt werden, so Beuschlein. Er sei nicht mehr bereit, den jetzigen Zustand weiter zu tolerieren.

Eine intensive Diskussion gab es bei der zukünftigen Abbrennens von Silvesterfeuerwerk. Ein Bürger wollte Raketen und Böller im ganzen Ortsgebiet verboten wissen, andere forderten ein Verbot nur im Altort. Allerdings müsse jeder Bürger den von ihm verursachten Müll auch wieder beseitigen, wenn man außerorts Feuerwerk abbrennt. Der Ortschaftsrat will die rechtlichen Möglichkeiten prüfen und dann eine Entscheidung herbeiführen.

In Kürze soll es erneut eine Umfrage nach dem Bedarf von Gas im Ort geben, weil sich die Rahmenbedingungen durch den Klimaschutzpakt der Bundesregierung geändert hätten.

Schlechtes Mobilfunksignal

In diesem Zusammenhang wurde auch die schlechte Mobilfunkverbindung in einigen Bereichen des Ortes angesprochen und die immer noch vorhandene Unterversorgung beim Breitbandausbau. Die zugesagten Bandbreiten würden bei den einzelnen Teilnehmern nicht ankommen.

Außerdem gab es Informationen zur neuen Nutzung des Jugendraumes unter der Mandelberg-Halle. Hier habe es einen Generationswechsel gegeben und die neuen Jugendlichen der Jahrgänge 2003 bis 2006 hätten in viel Eigenregie den Raum saniert. Die entstandenen Kosten würden von der Stadtverwaltung erstattet, so Beuschlein, nachdem Gerüchte über eine Eigenfinanzierung durch die Jugendlichen im Ort aufkamen. Langfristig wolle man sich um ein kombiniertes medizinisches Versorgungshaus mit betreutem Wohnen bemühen. Dies sei bisher nur eine Idee, aber zusammen mit der Stadtentwicklungsgesellschaft wolle man an dem Projekt dran bleiben.

Außerdem stellte Jürgen Goldschmitt vom VGRMT das seit Januar 2018 im gesamten Kreis vorhandene Angebot der Ruftaxis vor. Die Ergänzung zu den Linienbussen werde unterschiedlich angenommen, aber „ihr Dertinger seid Spitzenreiter“ bei der Nutzung, sagte er. Seine Präsentation interessierte viele Besucher der Sitzung, so dass man im Anschluss noch über einzelne Routen und die Beauftragung diskutierte.

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