Wertheim

Stadtteilbeirat In Eichel/Hofgarten ist Bauland knapp / Roland Olpp regt Erweiterung in Richtung Staustufe an

Erwin Röhrig hört nach 15 Jahren auf

Archivartikel

Erwin Röhrig scheidet aus dem Stadtteilbeirat aus. Für sein Engagement gab es herzliche Worte vom Vorsitzenden Roland Olpp. Sorgen macht sich das Gremium wegen ungewisser Nahversorgung.

Eichel/Hofgarten. Nach über 15 Jahren schied Erwin Röhrig aus dem Stadtteilbeirat Eichel/Hofgarten aus. In der Sitzung am Dienstag in den Gemeinschaftsräumen Eichel wurde er vom Vorsitzenden des Beirats Roland Olpp verabschiedet. Röhrig war vom 22. November 2004 bis zum 10. März diesen Jahres Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde im Gremium.

Olpp sprach beim Abschied von einem traurigen Ereignis. Röhrig scheide aus verständlichen Gründen aus dem Gremium aus. Einerseits war er in die Kernstadt gezogen, andererseits hatte er weitere ehrenamtliche Aufgaben außerhalb des Stadtteilbeirats übernommen. „Ich verstehe, dass er etwas zurücktreten will“, sagte Olpp. Er bedauere es jedoch auch.

Bindeglied

Erwin Röhrig habe die Wertschätzung des gesamten Gremiums und der Bevölkerung der Stadtteile gehabt. Er habe immer wieder auf die wichtig Bedeutung des Stadtteilbeirats als Bindeglied zwischen Bürgern und Stadt hingewiesen. „Wir sind vielfach verbunden und befreundet“, sagte Olpp.

Er lobte Röhrig für sein Engagement und verwies unter anderem auf seine Aufgaben als Protokollant und seine Archivarbeit. Passend zu seiner Kochleidenschaft erhielt Röhrig als Abschiedsgeschenk einen Wein und den Gutschein für ein Kochbuch.

Erwin Röhrig sagte: „Soviel Ehre wäre nicht nötig gewesen.“ Es habe ihm viel Freude bereitet, mit den Gremiumskollegen und Bürgern zusammenzuarbeiten. „Durch den Wegzug fehlt mir der tägliche Bezug zum Stadtteil.“ Zudem habe er weitere zeitaufwendige Ehrenämter übernommen. Das ganze erfolge neben seiner Vollzeitberufstätigkeit. Er sei sich sicher, dass Barbara Lotz als neue Vertreterin der evangelischen Kirche die Arbeit gut weiterführen wird.

Olpp berichtete in der Sitzung über verschiedene Schritte, die das Gremium angegangen war, um den Stadtteil und seine Einrichtungen weiterzuentwickeln. Voran geht es mit den Arbeiten zum Umbau der Gemeinschaftsräume Eichel. Am vergangenen Freitag waren fünf Personen in einem Küchenstudio in Walldürn, um die Element der neuen Küche auszusuchen. Nun liege es am Architekten, die ausgewählten Objekte einzuplanen.

„Bei passender Witterung soll in den nächsten Wochen der Anbau verputzt werden“, ergänzte der Stadtteilbeiratsvorsitzende. Nicht zufrieden war das Gremium mit den genehmigten Haushaltsmitteln für 2020. Aus diesem Grund versuchte man in einem Gespräch mit der Stadtverwaltung, das Vorziehen einer Maßnahme zu erreichen. Konkret geht es um die Beleuchtung des Parkplatzes am Friedhof, so dass dieser auch bei Dunkelheit gut nutzbar ist. Im Haushalt sind dafür 56 000 Euro im Jahr 2024 vorgesehen. „Wir haben den Wunsch geäußert, diese Maßnahme vorzuziehen.“ Dafür würde man auch andere beantragte Maßnahmen nach hinten verschieben. Das Ganze werde nun geprüft.

Gespräch mit OB

Weiterhin berichtete Olpp von Überlegungen, das Kriegerdenkmal Richtung Friedhof zu verlegen. „Wir wollen es so platzieren, dass es ansehnlich ist.“ Der aktuelle Standplatz sei nicht schön.

Der Beirat hatte in einem Gespräch mit Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez zwei zentrale Themen für die Weiterentwicklung von Eichel angesprochen. Dies war zum einen die Ansiedelung eines neuen Nahversorgers. „Wir müssen damit rechnen, dass der jetzige Norma-Markt schließt“, sagte Olpp. Die Bürger des Stadtteils seien jedoch sehr an einem Nahversorgungsangebot interessiert. Als Ansiedelungsfläche stünde der Bereich zwischen Schleuse und Ortseingang zur Verfügung.

Zweites Thema war die Weiterentwicklung von Bauflächen in Eichel. Hier könnte man sich eine Erweiterung vom bestehenden Ort in Richtung Staustufe vorstellen.

Bauland knapp

Laut Olpp gibt es sowohl im Ortskern als auch im Bereich Hofweg kaum noch freie Baugrundstücke. Viele davon seien zudem in Privatbesitz. Auch im Hofgarten seien die Kapazitäten erschöpft.

Wie groß das Interesse von Bauinteressierten im Hofgarten und in Eichel ist, zeigten die zahlreichen Bauvorhaben, denen das Gremium zugestimmt hatte.

Es handelt sich um den Bau von Einfamilienhäusern, Umnutzung von Räumen und Gebäuden, den Bau von Garagen und Carports sowie um die Erlaubnis für eine Werbetafel an der L2310 für ein dortiges Lokal.

Erfreut war das Gremium über die Einrichtung der dauerhaften Tempo-70-Zone von der Schleuse bis zum Ortseingang Eichel. Diese sei mit der Begründung erfolgt, die Beständigkeit der Regel auf nur 300 Meter Strecke zu erhalten. „Wir haben seit vielen Jahren dafür gekämpft“, sagte Olpp. Früher sei die Regelung mit dem Argument abgelehnt worden, es sei den Leuten nicht zumutbar nicht wieder beschleunigen zu können. „Man soll nie aufgeben, irgendwann kommt es auch bei den Behörden an“, resümierte Olpp.

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