Wertheim

Stadtteilbeirat Zahlreiche Anliegen und Anfragen der Bürger wurden beraten / Neue Straßendecke auf der Sachsenhäuser Straße soll im kommenden Jahr eingebaut werden

Erweiterung des Neubaugebiets kommt

Archivartikel

Bei seiner konstituierenden Sitzung begrüßte der Stadtteilbeirat Vockenrot ein neues Mitglied. Außerdem stimmten die Räte nach langer Ablehnung einer Erweiterung des Neubaugebiets zu.

Vockenrot. Abschied und Neubeginn standen bei der Sitzung des Stadtteilbeirats am Montag in der Mehrzweckhalle Vockenrot auf der Tagesordnung. Nach fünf Jahren wurde Sigrun Seidner verabschiedet. Gerhard Albrecht, Vorsitzender des Gremiums, danke ihr für die Mitarbeit. Besonders habe sie bei der Schaffung der Beleuchtung an der Treppenanlage zwischen der Nassiger Straße und der Unteren Gasse sowie der Auswahl der neuen Küche der Mehrzweckhalle mitgewirkt.

Seidner sagte, ihr habe die Tätigkeit im Beirat Spaß gemacht. „Ich wünsche euch weiterhin alles Gute“, so die Scheidende. Seidner war Vertreterin der evangelischen Kirche im Stadtteilbeirat. Diese wird zukünftig von Birgit Herbach vertreten, die dem Gremium bereits angehört.

Neu in den Beirat zog Mike Freudenberger als Vertreter des Vockenroter Neubaugebiets ein. Albrecht berichtete, er habe lange nach einem neuen Mitglied suchen müssen.

Freudenberg ist 45 Jahre alt und gebürtig aus Waldenhausen. Seit 2010 wohnt er in den Reinhardswiesen in Vockenrot. Er habe lange mit sich gerungen und dann zugesagt, ins Gremium einzuziehen. „Vockenrot liegt mir am Herzen“, so seien Argument. Er wolle sich für den Stadtteil einsetzen und freue sich auf die Zusammenarbeit in den kommenden fünf Jahren.

Einen Meinungswandel gab es bei der Erweiterung des Neubaugebiets um den dritten Abschnitt „Kurze Arten“. Bereits seit 2016 möchte die Stadt hier auf 1,24 Hektar 15 neue Baugrundstücke in der Größenordnung von je 600 bis 700 Quadratmetern schaffen.

Zudem soll ein Ringschluss der Straßen am Grünlingsbaum und „An den Staudenwiesen“ gebaut werden. Der Verkehr soll wie bisher über die Straße Reinhardswiese ins Neubaugebiet fließen.

Der Stadtteilbeirat Vockenrot hatte sich in Vergangenheit bereits zwei Mal mit drei zu zwei Stimmen gegen die Erweiterung ausgesprochen. Als ein Grund dafür nannte Albrecht, das Gremium habe das Gefühl gehabt, Vockenrot werde bei städtischen Investitionen benachteiligt. „Dieses Jahr hat man nun 150 000 Euro investiert“, freute er sich. Er machte aber auch deutlich, dass die Gewerbesteuereinnahmen rückgängig und Investitionen in alle Ortschaften und Stadtteile zukünftig nicht mehr so möglich seien.

Hinsichtlich der Baugebietserweiterung argumentierte er, im aktuellen Neubaugebiet stünden seit 2018 keine Baugrundstücke mehr zur Verfügung. Zudem würden sich die Einwohner den Ringschluss wünschen. „Wir sollten uns den landesweit öffentlichen Forderungen nach bezahlbaren und stadtnahen Bauflächen nicht mehr entgegen stellen“, appellierte er. Mit Enthaltung von Freudenberger, stimmten die Räte der Erweiterung zu. Das neue Gremiumsmitglied begründete seine Enthaltung mit dem ihm noch fehlenden Fachwissen zur Thematik.

Komplette Einstimmigkeit herrschte bei den Entscheidungen über Wünsche und Anträge, die den Beirat aus der Bevölkerung erreicht hatten. Zustimmung gab es für den Antrag der Rehasportgruppe bei vier Stühlen die Stuhlbeine um fünf bis sieben Zentimeter zu kürzen. Abgelehnt wurde die Idee, in Vockenrot ein eigenes Car-Sharing-Angebot zu schaffen. Hier sah man keinen Bedarf.

Einverstanden waren die Beiräte damit, die Verantwortung für Unterhalt, Anschaffungen und Reparaturen der neuen Theke in der Mehrzweckhalle in die Hände der Stadt Wertheim zu legen. Diese hatte den neuen Ausschank mit 11 000 Euro mitfinanziert Der restliche Anteil von 12 000 Euro hatte der Dorfverein aus dem Reingewinn der 800-Jahr Feier im Jahr 2012 finanziert. Die Küche wiederum wurde komplett aus dem städtischen Haushalt bezahlt. Erfüllt werden soll der Bürgerwunsch nach einer Uhr im Saal der Mehrzweckhalle.

Kritisiert wurde von Bürgern, dass es bisher keine Möglichkeit gebe, die Glocken an der Halle während des Gottesdienstes zu läuten. Albrecht erklärte, eine Kabellösung zum Steuern sei nicht möglich. Das dünne Kabel würde über dem Flur liegen und stelle damit eine Stolpergefahr dar. Angeschafft werden soll ein Funksystem mit Fernbedienung zur Steuerung. Auf Anforderungen der evangelischen Kirche als Kostenträger wird aktuell ein zweites Angebot für die Anlage eingeholt.

Albrecht berichtete, laut Mitteilung des Straßenbauamts Tauberbischofsheim, soll die Straßendecke der Sachsenhäuser Straße im kommenden Jahr erneuert werden. Der Beirat hatte sich dafür ausgesprochen mit den Arbeiten im Frühjahr zu beginnen.

Aus den Reihen der Bürger wurde in der Sitzung gefragt, ob auch eine Verbreiterung der Gehwege vorgesehen sei. Die Räte wiesen darauf hin, dass dadurch die Fahrbahn verengt werden würde. Zugesagt wurde vom Gremium, Gespräche zu führen, um nach Lösungen für eine eine Erhöhung der Fußgängersicherheit an der Sachsenhäuser Straße zu suchen.

Weiteres Anliegen der Bürger war die Installation eines Zebrastreifens im Bereich der Mehrzweckhalle. Albrecht erklärte, dieser sei bislang von den zuständigen Behörden abgelehnt worden. Man werde das Thema bei der nächsten Verkehrsschau aber wieder in Angriff nehmen.

Zum Thema