Wertheim

Gemeinschaftsschule 14 Schüler legten Realschulabschluss mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,1 ab / Tolle Klassengemeinschaft

Erstmals absolvierten GMS-Schüler Mittlere Reife

Erstmals hat in diesem Jahr eine Klasse der Gemeinschaftsschule Wertheim den Realschulabschluss abgelegt. Am Freitag bekam sie in der Aula Alte Steige ihre Zeugnisse feierlich überreicht.

Wertheim. Alle Redner des Festakts zur Zeugnisvergabe des ersten Realschulabschluss an der Wertheimer Gemeinschaftsschule waren sich einig: „Wir sind stolz auf euch!“ Dazu hatten sie auch allen Grund. Die Klasse glänzte mit einem Gesamtdurchschnitt von 2,1. Die Schüler absolvierten ihr Prüfungsjahr unter den schwierigen Bedingungen der Corona-Pandemie und sie zeichneten sich durch eine starke Klassengemeinschaft aus. Schulleiter Lothar Fink bedauerte, dass man aufgrund der Corona-Auflagen keine klassische Abschlussfeier machen konnte, dennoch wollte man die Zeugnisse in einem würdigen Rahmen verleihen, was auch gelang.

Die Glückwünsche der Stadt an die Absolventen überbrachte Bernd Hartmannsgruber, ehrenamtlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Er sagte, auch die Kleidungsstücke der Schüler würden den festlichen Abend unterstreichen. „Ihr habt mit eurer zehnjährigen Schulzeit ein stabiles Fundament gelegt, auf dem ihr nun euer weiteres berufliches Gebäude errichten könnt.“ Er gratulierte ihnen auch im Namen von Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez zum Realschulabschluss und dem sehr erfreulichen Gesamtschnitt.

Hartmannsgruber ging darauf ein, welche Herausforderungen und Ungewissheiten der „Corona-Jahrgang 2020“ durchleben musste. Umso bemerkenswerter und beachtenswerter finde er die Leistung, welche die Schüler erbracht hätten.

Alle bestanden

Lob sprach er den Lehrern und Eltern aus, welche die Absolventen vom ersten Schultag an unterstützt und angeleitet hätten. Vor allem die letzten Wochen und Monate seien ein ganz besonders herausfordernde und anspruchsvolle Zeit gewesen.

Alle 14 Zehntklässler hätten ihre Prüfungen bestanden. Fünf von ihnen würden nun auf weiterführende Schulen gehen, sieben eine Ausbildung beginnen, und zwei hätten sich noch nicht abschließend entschieden. Er war sich sicher, dass alle Absolventen ihren Weg finden werden. „Auch wenn dabei zunächst der eine oder andere Umweg gegangen wird“, so Hartmannsgruber.

Über ihre berufliche Zukunft bräuchten sie sich keine Sorgen machen, denn es gebe einen großen Bedarf an Auszubildenden. Der Weg bis zum Abschluss sei eine Zeit gewesen, in der es auf und ab ging. Dies werde sich auch zukünftig nicht wesentlich ändern. „Ich hoffe, dass ihr gelernt habt, mit diesem Wechselspiel positiv umzugehen.“ Er wünschte den Absolventen, dass die Freude und der Erfolg immer überwiegen.

Viel Aufwand

Schulleiter Lothar Fink betonte, das was auf den Zeugnissen stehe, hätten sich die Jugendlichen mit einigem Aufwand erarbeitet: „Es ist ein megatolles Ergebnis, ich bin tolz auf Euch, ich hoffe Ihr seid es auch.“ Sie hätten in ihrem Abschlussjahr nicht nur das Fernlernen überstanden, sondern auch Verschiebungen der Prüfungstermine hinnehmen müssen.

Er lobte die Eltern, die ihre Kinder unterstützt und manchmal auch Druck gemacht hätten. Die Familien hätten manche nervige Auseinandersetzung aushalten müssen. Fink selbst hatte die Klasse die vergangenen zwei Jahre im Englischunterricht. „Das machte mir viel Freude.“ Für die Veränderungen in der Zukunft gab er den Absolventen mit auf den Weg: „Glaubt an euch und eure Fähigkeiten!“ Er glaube an jeden von ihnen und traue ihnen Vieles zu: „Man wächst mit seinen Aufgaben.“ Außerdem betonte er, auch Umwege könnten eine Chance sein.

Christopher Heil, Klassenlehrer der Abschlussklasse, erklärte, es sei das erste Mal, dass er eine Rede bei einer Abschlussfeier für seine Klasse halten dürfe. Er dankte allen seinen Kollegen, die für seine Klasse da waren und sie unterstützten. Er lobte aber auch seine „Zehner“, die das Jahr sehr gut mit ihm gemeistert hätten: „Ich verlangte viel, meist waren sie engagiert dabei.“ Dies habe zu gute Ergebnissen geführt.

Besonders der Mathematikunterricht von Heil schien bei Schülern und ihm gleichermaßen für viele besondere Erinnerungen gesorgt zu haben. So zeigte er auf, wie das Fach auch in Freizeitaktivitäten der Klasse eine Rolle spielte. Am Wandertag war man Minigolf spielen. Der beste Spieler der Klasse, sei auch der beste in Mathe, denn das helfe beim Berechnen von Winkeln und Flugbahnen des Balls.

Viel Kraft und Tränen

Er erinnerte auch an gemeinsame Nachmittage, bei den es ums Rechnen ging, man aber auch gemeinsam gekocht habe. Lob hatte er für das Engagement der Klasse beim Abend der Ehrenamtsveranstaltung „Miteinander – Füreinander.“ Besonders hob er die Klassengemeinschaft hervor. Er habe selten so eine verständnis- und rücksichtsvolle Klasse gehabt, die alle wertschätzt und in der es ein so schönes Miteinader gab: „Da können sich manche Erwachsene ein Beispiel daran nehmen.“

Sichtlich gerührt sprachen Aliah Ulrich und Celina Chavarri Paulo den Dank der Klasse aus. Das Jahr habe viel Kraft und Tränen gekostet. Sie hätten gelernt, was man mit Fleiß erreichen kann. Die beiden blickten auf schöne sechs Jahre Schulzeit an der Schule zurück. „Wir waren wie eine große Familie. Unsere Schule wird uns fehlen.“ Anschließend übergaben Fink und Heil die Zeugnisse und Preise.

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