Wertheim

Besuch Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez empfing Shimon Schwarzschild, der an einem Dokumentarfilm arbeitet

Erfreuliche Begegnungen mit Schülern

Archivartikel

Wertheim.Shimon Schwarzschild, der im Alter von zehn Jahren mit einer jüdischen Familie aus Nazi-Deutschland fliehen musste, traf sich am Donnerstag mit Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez. Der 93-Jährige berichtete dem OB über die bisherigen Begegnungen in der Stadt und den aktuellen Stand seines Projekts. Er arbeitet an einen Dokumentarfilm über sein Schicksal.

Shimon Schwarzschild sagte, dass ihn seine Begegnung mit den Schülern der Comenius Realschule in der vergangenen Woche und am Mittwoch „ermutigt und erfreut“ hätte. „Ich war sehr beeindruckt von den jungen Leuten“, meinte er.

Markus Herrera Torrez sagte, dass Begegnungen mit Zeitzeugen „besser als jeder Unterricht“ seien, wenn es um die Aufklärung über die NS-Verbrechen gehe. Er selbst habe sich bei den Jusos im Kampf gegen den Faschismus engagiert. Der OB wies auf den Anschlag in Halle hin, bei dem ein Rechtsradikaler versucht hatte, in eine Synagoge einzudringen und zwei Menschen tötete.

Auch vor diesem Hintergrund sei der Dokumentarfilm von Shimon Schwarzschild relevant. Es sei wichtig daran zu erinnern, was damals in Deutschland passierte. Man könne „nie sicher sei, dass es nicht erneut geschehen kann.“ Deswegen unterstütze auch die Stadt Wertheim das Projekt. Shimon Schwarzschild freute sich denn auch über eine Spende von 1000 Euro, die er gerne (in dreifacher Ausfertigung – so erfordern es die Vorschriften) mit seiner Unterschrift quittierte. Der Film soll Mitte 2020 fertig sein. Dann wird Shimon Schwarzschild hoffentlich erneut in seine Heimatstadt kommen, um die Wertheim-Premiere mitzuerleben.

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