Wertheim

Konzert Musikkapelle Dertingen lud zu „Magischen Momenten“ in den Rebenhof / Erster Auftritt nach Corona-bedingter Pause mit viel Beifall belohnt

Endlich die Uniform wieder angezogen

Archivartikel

Die Musikkapelle Dertingen spielte seit des Lockdowns erstmals wieder vor Publikum. Die Freude über die Veranstaltung war am Samstag bei Musikern und Besuchern gleich groß.

Dertingen. Wenn es um Feste geht, sind die Veranstaltungen im Weinort Dertingen ein wichtiger Bestandteil im Terminkalender der Wertheimer. Schon mit der Durchführung des „Dettinga Weipfadla“ bewiesen die Veranstalter Mut, als andere noch überlegten, wie man mit einem vernünftigen Hygienekonzept Veranstaltungenauf die Beine stellen kann.

Von den guten Erfahrungen konnte nun auch die Musikkapelle Dertingen profitieren. Im Rebenhof der Familie Friedrich lud sie zu einer Serenade ein und die Menschen kamen freudig gestimmt an diesem milden Spätsommerabend.

Etwas besonderes

Kapellmeister Michael Geiger hatte mit den gut 20 Musikern über Monate nur proben können, sämtliche öffentliche Auftritte waren abgesagt. „Es ist schon etwas Besonderes, die Uniform wieder anzuziehen und vor Publikum zu spielen“, sagte Armin Beuschlein, Paukist und Schriftführer der Kapelle im Gespräch mit dieser Zeitung.

Gleich drei junge Nachwuchsmusiker aus der eigenen Bläserklasse hatte Dirigent und Musiklehrer Muchael Geiger mit in das Orchester eingebaut. Ein Zeichen dafür, dass der Nachwuchs sich in einer Kapelle engagiert.

An diesem Abend gab es durchaus „Magische Momente“, und dies nicht nur wegen der gleichnamigen Polka von Alexander Pfluger, die gespielt wurde. Traditionelle und böhmische Volksmusik standen genauso auf dem Spielplan wie neue Stücke.

Deutlich zum Ausdruck kam beim Publikum die Freude über das Konzert. „Wir waren ein paar Tage unterwegs. Als wir nach hause kamen, sagten uns die Kinder, dass an diesem Samstag ein Konzert bei uns im Hof stattfinden wird“, berichtete Siegfried Friedrich. Natürlich waren er und seine Frau hellauf begeistert, auch wenn im Hintergrund die gedanken an die Pandemie und ihre Ausbreitung mitschwingt.

Die Gäste waren jedoch rücksichtsvoll und hielten sich an die Auflagen. Auch das trug zur guten Stimmung an diesem Abend bei, fand Friedrich.

Beim letzten Auftritt der Dertinger Musikkapelle im Rebenhof vor zwei Jahren waren mehr Besucher anwesend, aber das zahlenmäßig kleinere Publikum verbreitete diesem Jahr genauso eine positive Stimmung wie damals. Dazu trugen sicher auch die Lieder bei, teils instrumental, teils mit Gesang, bei die von den Hobbymusikern gespielt wurden. Egal ob die „Paula-Polka“ oder „Ein Lied aus der Heimat“, immer wurde versucht, den Musikern durch Applaus und Mitklatschen zu signalisieren, dass man ihre Leistung anerkennt.

Zu den Stücken gesellten sich der „Bozener Bergsteigermarsch“ und der „Gamsjaga Marsch“ als Vertreter der langen Tradition der Tiroler Märsche. Doch was wäre ein Blasmusik-Abend ohne den „Böhmischen Traum“. In der Ansage hieß es: „Gemeinsam haben wir einen Traum zum Träumen, den Böhmischen Traum“. Natürlich durften auch Festzeltklassiker, wie „Rosamunde“ und „Vogelwiese“ nicht fehlen. Sichtbar viel Spaß und Freude verbreitete die Musik beim gemischten Publikum.

Als dann als Zugabe „Bis bald auf Wiedersehen“ erklang, war es schon dunkel geworden. Auf den Tischen brannten inzwischen Kerzen, die passend zur Musik eine romantische Stimmung zauberten.

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