Wertheim

Badische Landesbühne Eröffnung der Spielzeit am Dienstag, 22. Oktober / Uraufführung „Der Illegale“

Eine literarische Revue

Archivartikel

Wertheim.Die Badische Landesbühne eröffnet die Spielzeit 2019/2020 in Wertheim mit der Uraufführung „Der Illegale“ von Günther Weisenborn und Konstantin Wecker. Regie führt Carsten Ramm, die Vorstellung findet am 22. Oktober um 19.30 Uhr in der Aula Alte Steige statt.

Günther Weisenborn, ein junger Schriftsteller aus dem Rheinland, wurde 1928 in Berlin gefeiert: Sein Stück „U-Boot S 4“ war an der Volksbühne ein großer Erfolg. Weisenborn zog nach Berlin, schrieb Theaterstücke und unter dem Titel „Barbaren“ einen ersten Roman. Sein künstlerisches Schaffen fand mit der Machtergreifung Hitlers 1933 ein jähes Ende: Sein Roman wurde verbrannt, seine Stücke verboten. Weisenborn schrieb unter Pseudonym weiter und schloss sich 1937 einer Widerstandgruppe an, die von der Gestapo den Namen „Rote Kapelle“ bekam. 1942 folgten Verhaftung, Verurteilung und Inhaftierung im Zuchthaus Luckau, wo er 1945, kurz bevor er hingerichtet werden sollte, befreit wurde.

Zurück in Berlin schrieb er das Schauspiel „Die Illegalen“, in das er seine Erfahrungen aus dem Widerstand einfließen ließ. Als Mahner gegen Wiederbewaffnung, Atomkrieg und rechten Ungeist blieb er bis in die sechziger Jahre unbequem für die Herrschenden.

Mit der literarischen Revue „Der Illegale“ widmet sich die Badische Landesbühne einem einstmals vielbeachteten und erfolgreichen Autor, der nach seinem Tod 1969 in Vergessenheit geriet. In einer Collage aus seinen Texten, Szenen und Songs entdeckt sie ihn wieder und stellt ihn im Kontext seiner Zeit vor. Dabei werden erstaunliche und zum Teil erschreckende Parallelen zur Gegenwart deutlich.

Konstantin Wecker, 1947 in München geboren, gehört als Liedermacher, Sänger und Komponist zu den vielseitigsten Künstlern im deutschsprachigen Raum: Er veröffentlichte rund 40 Alben, aber auch Lyrik und Romane.

Für „Der Illegale“ hat Wecker Songtexte und Gedichte Weisenborns neu vertont. „Je mehr ich mich mit dem Werk Weisenborns beschäftigt habe, umso begeisterter war ich“, sagte er dazu in einem Interview.

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