Wertheim

Kunst „Zu Gast bei . . . – Private Interieurs“ im Schlösschen ab Dienstag unter Auflagen wieder geöffnet / Führungen nicht möglich

Einblicke in die Lebens- und Wohnkultur

Archivartikel

Hofgarten.Bisher konnte die Ausstellung „Zu Gast bei…“– Private Interieurs im Hofgartenschlösschen nur über den YouToube-Kanal (www.schloesschen-wertheim.de, „Aktuelles, „Unsere Ausstellung geht online“) bewundert werden. Nun sind das Schlösschen und die dort gezeigte Ausstellung ab Dienstag, den 12. Mai unter Beachtung der hygienischen Auflagen wieder zu besichtigen.

Die Ausstellungsmacher, Annette Bossmann von der Stiftung Stadtmuseum Berlin, und Jörg Paczkowski, Kurator des Kunstmuseums „Schlösschen im Hofgarten“, haben zwei Jahre Vorbereitungszeit in diese ungewöhnliche Ausstellung investiert. Entstanden ist dabei eine Schau mit Bildern, die der Öffentlichkeit lange Zeit nicht zugänglich waren, deren Wert aber von großer Bedeutung ist. Die Präsentation war möglich, weil das Wertheimer Kunstmuseum in die Liga der bedeutenden Museen aufgestiegen ist. Ein Zeichnen dafür ist die enge Kooperationsvereinbarung mit dem Stadtmuseum Berlin, das auch für Ausstellungen im Humboldtforum im wiederaufgebauten Stadtschloss der Hauptstadt zuständig ist. Die Wertheimer Schau, die wahrscheinlich bis Ende Oktober verlängert werden darf, gibt Einblicke in die Lebens- und Wohnkultur von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.

Dabei wurde der Fokus nicht auf spektakuläre Räume und Säle, sondern auf den ganz privaten Bereich gelegt, auf scheinbar nebensächliche Dinge. Im Jahre 1795 erschien der Roman „Die Reise um mein Zimmer“ von Xavier de Maistre. In einer Besprechung über dieses Buch schreibt die Kritikerin Sabine Glaubitz, „es beschreibt auf geistreiche und unterhaltsame Art, was wir kaum noch wahrnehmen: Die alltäglichsten Dinge.“

Dies könnte als Motto zur Wertheimer Ausstellung stehen: Man wird sich dem Wohnumfeld wieder ganz bewusst. Einen besonderen Reiz erfährt die Ausstellung zusätzlich dadurch, dass Laura Weidelt vier Puppenstuben aus ihrer Sammlung zur Verfügung stellte, die ungefähr um 1900 entstanden sind. Im Moment können leider keine Führungen stattfinden, doch es besteht die Hoffnung, das geplante Vortragsprogramm ab Herbst teilweise durchführen zu können.

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