Wertheim

Leserbrief Zu: Neue Anbindung des Gewerbegebiets an die L 508 in Vockenroth

„Ein weiteres Ei in das Nest gelegt“

Mit der jetzt geplanten neuen Anbindung, von dem Gewerbegebiet, an die L 508, im Ortsbereich von Vockenrot, über Vockenroter Privatgrundstücke, wird uns ein weiteres Ei in das Nest gelegt. Neue Straßen bringen auch automatisch mehr Verkehr. Es müsste auch viel mehr Kapital aufgewendet werden, als wenn man die, 100 m Meter in Richtung Stadt bestehende Zufahrt nutzen würde. Es wäre ein Verbrechen neue Flächen zu versiegeln, wenn unmittelbar nebenan eine Straße verläuft, die den gleichen Zweck erfüllen könnte.

Die Straße führt natürlich über sieben Ecken in das Gewerbegebiet und ist daher nicht attraktiv für die dort Beschäftigten. Man könnte auch an der L 508 für die Zufahrt einen Kreisverkehr bauen, allerdings müsste beim weiteren Trassenverlauf, oben, wo die Straße in Richtung Moschee rechts abbiegt, die Straße geradeaus weiter, über die bereits schon teilweise versiegelten Flächen führen und bei der Post, in die Gyula-Horn-Straße einmünden. Den aufmotzenden Anliegern, möchte ich mit auf den Weg geben, dass sie auch jeden Tag an anderer Leute Häuser vorbei fahren, die schon länger dort wohnen und auch nicht motzen können, weil Sie bei ihnen vorbei fahren.

Als neustes Ei der Stadtverwaltung, wurde uns jetzt die kürzeste, abends beleuchtete und damit sicherste Fußwegverbindung in den Reinhardshof gekappt, mit Baken und einem Sperrschild für Fußgänger versehen gesperrt. Es gibt noch weitere Fußwegverbindungen in den Reinhardshof, sie führen weiter außen herum, zum Teil über unwegsames Gelände, oder an einer nicht ganz ungefährlichen Stelle vorbei. Der jetzt gekappte Weg führt direkt an den Fenstern der Grundschule Reinhardshof vorbei. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Publikumsverkehr auf Augenhöhe mit den Schülern stört.

In nicht allzu fernen Zeiten führte der Fußweg etwas weiter entfernt an dem Schulgebäude vorbei. Auf dessen Verlauf wurde vor rund 15 Jahren ein Sportgelände errichtet, welches seit seinem Bau jedes Jahr nur ein einziges Mahl genutzt wurde, aber seither von einer Bauhoftruppe gepflegt und bewässert werden muss. Auf meine Nachfrage bei verschiedenen Stadträten, warum das Sportgelände überhaupt gebaut wurde, bekam ich die erleuchtende Antwort: Es habe damals Zuschuss für den Bau gegeben. Es kommt mir vor, als wenn ein hochverschuldeter Privathaushalt weitere Anschaffungen tätigt, nur weil es dafür 25 Prozent Nachlass gibt.

So wird gewirtschaftet in der Stadt, was gewollt ist, das geht, ob sinnvoll oder nicht und was nicht gewollt ist, geht nicht. In der Stadt auf der Höhe wohnt ein Fünftel der Einwohner der großen Kreisstadt, in den drei Stadtteilen gibt es nicht einen einzigen Stadtrat. Dieses ist den Parteien zuzuschreiben, welche nicht Willens waren, hier wählbare Kandidaten für den Stadtrat aufzustellen. Wir werden von den Dorffürsten regiert, die nicht unsere, sondern ihre eigenen Interessen vertreten.

Bei den Stadtrat-Neuwahlen 2019 müssen deshalb in unseren vernachlässigten Stadtteilen genügend Kandidaten von der neuen Partei antreten. Sie werden die stärkste Fraktion im neuen Stadtrat bilden. Viele Stimmen sind ihnen sicher, auch kommen Stimmen von Wählern, aus dem Stadtgebiet. Es wird zwar hinterher auch nicht besser werden, aber der bisherige Einheitssumpf würde mit Leben erfüllt werden. Werner Schleßmann, Vockenrot