Wertheim

„Eher weniger zum Tanzen zumute“

Haben Sie heute Vormittag schon etwas vor, liebe Leserin, lieber Leser? Wie wäre es mit einem kurzen Ausflug nach Kreuzwertheim. Dort, genauer auf dem Festplatz im Mainvorland, steigt um zehn Uhr der „größte Zumba-Flashmob“, den ein regionaler Radiosender je gesehen hat.

Für die Marktgemeinde geht es dabei um den Einzug ins Finale bei der elften „Bürgermeisterschaft“ besagten Radiosenders und um den Titel der coolsten Gemeinde Mainfrankens.

Warum sollten wir unserer „kleinen Schwester“ auf der anderen Seite des Flusses dabei nicht helfen? Am besten natürlich: durch mittanzen. Je mehr, desto besser. Wer dazu, aus Alters-, gesundheitlichen oder anderen Gründen, nicht in der Lage ist, kann aber zumindest zuschauen und anfeuern.

Während Bürgermeister Klaus Thoma also heute Vormittag höchstwahrscheinlich Zumba-mäßig die Hüften schwingt, ist den Verantwortlichen hier herüben wahrscheinlich eher weniger zum Tanzen zumute.

Ärger, nichts als Ärger. Mit den Naturschützern – wieder einmal, muss man sagen. Der Naturschutzbund beschuldigt die Stadt einmal mehr, eine Umweltsünderin zu sein. Und scheint dabei keine schlechten Argumente zu haben.

Ob das in Sachen Rotkreuzklinik ebenfalls so ist? Schwer zu sagen. Es geht, immer noch, um das Grundstück des alten Krankenhauses, das die Kommune von der Klinikgesellschaft zurückgekauft hat. Eigentlich. Oder doch nicht?

Muss ich mich als Vertreter des einen Vertragspartners darum kümmern, ob und unter welchen Voraussetzungen der Vertreter des anderen Vertragspartners eine Unterschrift leisten darf?

Kann ich das denn überhaupt wissen? Eigentlich nicht, oder? Aber was ist, wenn ich als Vertreter des einen Vertragspartners auch im Aufsichtsgremium des anderen Vertragspartners sitze, das die Bedingungen für die Unterschriftsleistung formuliert hat? An diesen und sicher noch so manchen anderen Fragen können sich Juristen jetzt trefflich abarbeiten.

Was wird eigentlich aus der Werkrealschule Urphar-Lindelbach? Das wiederum ist eine Frage, an der sich zumindest die Eltern von Schülern, die diese Bildungseinrichtung derzeit besuchen, schon seit längerem abarbeiten.

Und sich ziemlich alleingelassen fühlen. Auch wenn ja eigentlich noch die fünfjährige „Bestandsgarantie“ läuft, macht sich bei den Eltern zunehmend das Gefühl breit, „die lassen die Schule vor die Wand fahren“.

Noch verstärkt hat sich die ungute Stimmung, seitdem es in „UrLi“ keinen ordentlichen, sondern nur noch einen kommissarischen Schulleiter gibt, der natürlich und vor allem mit anderen Dingen beschäftigt ist.

Mit besonderem Interesse dürften die Eltern auf die jetzt zu Ende gehende Woche geblickt haben, in der die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen für 2019/2020 anstanden.

Mit besonderem Interesse, aber auch mit viel Pessimismus. Es wisse ja kaum noch jemand, dass es die Werkrealschule noch gibt. Und wer es wisse, frage sich, wie lange das noch der Fall sei. „Wer meldet da dann schon sein Kind an?“

Ein neues Gesicht gibt es seit dieser Woche im Kreuzwertheimer Gemeinderat. Wobei Margot Burkhardt zwar neu im Gremium, aber beileibe keine Unbekannte in Kreuzwertheim ist.

Ob sie wohl damit gerechnet hat, so kurz vor Ablauf der Legislaturperiode – in einem Jahr sind in Bayern Kommunalwahlen – doch noch „zum Zuge“ zu kommen?

Für alle Kandidaten, jenseits, aber natürlich auch diesseits des Mains könnte das Beispiel entweder Mahnung oder Ermutigung sein, je nachdem, aus welcher Perspektive man es betrachtet: „Ihr könnt euch niemals sicher sein.“

Bürgermeister Thoma gab „der Neuen“ neben der Geschäftsordnung gleich noch ein aufmunterndes „mit der Freizeitplanung dürfte es jetzt keine Probleme mehr geben“ mit auf den Weg. Erste Amtshandlung der Neu-Gemeinderätin? Zumba auf dem Festplatz.