Wertheim

Neubaugebiet „Hofäcker“ Einigung mit der Stadt über Kaufpreis auf 139,50 Euro pro Quadratmeter / Auf Grünstreifen und Teil des Straßenausbaus wird verzichtet

Diskussion um Grundstückspreise

Hauptthema auf der Sitzung des Ortschaftsrats in Sonderriet war die Erweiterung des Neubaugebiets „Hofäcker“. Gemeinsam mit der Stadt einigte man sich auf diverse Kosteneinsparungen.

Sonderriet. Rund zwei Dutzend Bürger waren zur Ortschaftsratssitzung am Donnerstag in die Mehrzweckhalle gekommen. Den Mittelpunkt der Sitzung bildete die Diskussion um die geplante Erweiterung des Neubaugebiets „Hofäcker“. Der Ortschaftsrat stimmte schließlich einem Quadratmeterpreis von 139,50 Euro zu.

Ortsvorsteher Udo Kempf erläuterte zum Sachstand, dass es anfangs den Gedanken gegeben gegeben habe, um das zu erschließende Baugebiet einen Grünstreifen zu erhalten.

Ein Gespräch Ende Januar mit allen Beteiligten habe ergeben, dass ein drei Meter breiter Grünstreifen bleibt. Auch habe man einen ersten Bauwilligen gewinnen können, sei dabei allerdings von einem Quadratmeterpreis von 130 Euro ausgegangen. Die von Hubert Burger, bei der Stadt Wertheim zuständig für die Liegenschaften, genannte Preisvorgabe von 147 Euro habe die Ortschaftsräte, so Kempf, sprachlos werden lassen.

Der Ortsvorsteher stellte heraus, die Alternative einer Ausweisung eines anderen Neubaugebietes in Sonderriet würde es jedoch nicht gegeben. Nach weiteren Gesprächen auch mit den vier Patenstadträten habe der Ortschaftsrat vorgeschlagen, dass es einen Ausgleich bei der Preisgestaltung unter den kleineren Ortschaften in Wertheim gibt.

Dringender Redebedarf des Ortschaftsrates Sonderriet zur Erweiterung des Neubaugebiets „Hofäcker“ und der entsprechenden Preisgestaltung habe dazu geführt, dass das Thema kurzfristig von der Tagesordnung des Wertheimer Gemeinderates genommen worden sei.

Ein Treffen mit Fachleuten samt intensivem Austausch, so der Ortsvorsteher, hätten dann zu dem Ergebnis geführt, dass die Hofäckerstraße nur bis zum Kreuzungsbereich ausgebaut werden soll, auf den Ausbau „bis zur Rinne“ verzichtet werde, ebenso auf den Grünstreifen. Der durch die Einsparung errechnete Quadratmeterpreis habe bei 139,50 Euro gelegen.

Burger hob hervor, die Mitglieder des Ortschaftsrats durchaus nicht sprachlos gewesen seien, sondern argumentieren konnten. Der Gedanke des Grünstreifens sei nicht verloren. Er zeigte sich froh über die Gespräche mit dem Ortschaftsrat, nun könnten zehn Bauplätze veräußert werden. Burger sprach von einem guten Mix, Baugebiete anbieten und Innenentwicklung vorantreiben zu können, er wertete es als „ein rundes Ergebnis“.

Vorschlag zugestimmt

Der Ortschaftsrat von Sonderriet stimmte dem Preisvorschlag der Verwaltung in Höhe von 139,50 Eu-ro je Quadratmeter für das Neubaugebiet „Hofäcker“ per Beschluss einhellig zu. Burger erläuterte, wie ein solcher Preis zustande kommt. Wenn die Stadt Wertheim Baugebiete subventionieren würde, müssten andere Vorhaben warten. Der Preis könne acht Jahre gehalten werden, „wir wollen in Sonderriet das Bauen ermöglichen“.

Aus der Bürgerschaft kamen unterschiedliche Kommentare. Eine Stimme äußerte, dies sei ein „Un-ding, da baut doch keiner mehr“. Wertheim merke nicht, dass die Leute davon laufen.

Eine andere Bürgerin pointierte „fast 140 Euro für einen Quadratmeter und wir haben fast keine Infrastruktur im Ort. Dann hätte man sagen müssen, das machen wir nicht.“ Ein weiterer Bürger sah „eine gute Lösung“, die für Sonderriet und eine langfristige Ausrichtung wichtig sei. Seitens des Ortschaftsrats hörte man: „wir haben es uns nicht leicht gemacht“.

Patenstadtrat Ingo Ortel ergänzte, dass es die Sonderrieter Probleme auch in anderen Ortschaften gebe. Zehn Euro günstiger, das zeige, dass der Ortschaftsrat gekämpft habe. Die Stadt Wertheim fördere in anderer Hinsicht die Ansiedlung von Familien.

Patenstadtrat Axel Wältz verwies darauf, Wertheim habe bei Bauplatzpreisen ein anderes System als andere Gemeinden. Kleine Neubaugebiete seien teurer, ein politischer Preis wegen fehlender Infrastruktur schwierig darzustellen. Der Gemeinderat wolle jedoch Entwicklungschancen in allen Ortschaften.

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