Wertheim

Amtsgericht

Diebstahl mit hoher Geldstrafe geahndet

Archivartikel

Wertheim.Beim Amtsgericht Wertheim ging es in einer Verhandlung erneut um den „professionellen“ Diebstahl im Wertheim Village in Bettingen. Vier Männer aus dem Großraum Frankfurt-Darmstadt waren beteiligt.

An einem Samstag waren sie mit eine Tasche unterwegs, die innen mit Metallfolie ausgekleidet war. In vier Geschäften lenkten einer oder zwei mit Fragen das Personal ab, der dritte beobachtete und gab Zeichen, der vierte steckte die Waren in die Tasche.

Sie erbeuteten zehn Sonnenbrillen, Badehosen, Turnschuhe, drei Damenhandtaschen sowie ein Lederrucksack, Gesamtverkaufswert 2002 Euro. Wegen gemeinschaftlichen Diebstahls in vier Fällen verurteilte das Gericht bereits im Januar 2020 drei Täter (36 bis 30 Jahre). Bei erdrückender Beweislage hatten sie schließlich gestanden. Einer, vorbestraft, erhielt neun Monate mit Bewährung und muss 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Die andern bekamen Strafen von 180 Mal 30 beziehungsweise 180 Mal 20 Euro.

Der jüngste, 21 Jahre alt, fehlte damals unentschuldigt, und es erging Haftbefehl. Er bekam jetzt eine Strafe von 180 Mal 20 Euro. Der Haftbefehl wurde aufgehoben.

Im Brillengeschäft waren die Männer durch ihre Kommunikation aufgefallen. Der Diebstahl wurde aber erst eine halbe Stunde später entdeckt. In einem Sportgeschäft sah der Verkäufer, wie Badehosen und Turnschuhe in der Tasche verschwanden. Die Täter bemerkten die Beobachtung und verließen den Laden.

Geständnis abgelegt

Der Sicherheitsdienst des Village arbeitete erfolgreich und hielt drei Männer bis zum Eintreffen der Polizei fest. Das Diebesgut befand sich in einem Pkw, in einer Tasche, abgelegt nahe der Tiefgarage sowie im Rucksack eines Täters. Die Identifizierung der Männer gelang durch Kameraaufzeichnungen und ihre unterschiedliche Kleidung. Die Aufenthalte in den Geschäften betrugen jeweils nur „wenige Minuten“.

Der Beschuldigte, über das Ergebnis vom Januar informiert, legte ein Geständnis ab. Ob die Männer gewerbsmäßig handelten (besonders schwerer Fall), wie von der Staatsanwaltschaft gesehen, darüber könne man „nachdenken“, so die Richterin in der Urteilsbegründung. Indizien seien vorhanden, aber es fehle ihr die ausreichende Überzeugung. goe

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