Wertheim

Zum Gedenken Der ehemalige Vorsitzende des SV Mondfeld, frühere Gemeinde- und Kreisrat, Oberwolf und Sitzungspräsident Gerd Fabig starb im Alter von 79 Jahren

Die Stimme eines „politischen Sängers“ ist nun verstummt

Mondfeld.Er war ein typischer „Macher“ – egal ob im regionalen Fußball oder im Beruf, in der Politik oder beim WCW – Gerd Fabig hatte sich in sehr vielen Bereichen engagiert. Am Freitag, 19. Juni, verstarb Gerd Fabig im Alter von 79 Jahren.

Geboren am 16. Oktober in Frauenwald in Thüringen, ging es zehn Jahre später mit der Mutter, seinem jüngeren Bruder Falko und dem Stiefvater nach Wertheim.

Nach seinem Schulabschluss (1955) erlernte er den Beruf des Glasbläsers in der Firma Normschliff (ein Unternehmen seines zukünftigen Schwiegervaters Altinger) und ab 1959 war er bis 2000 bei Firma Witeg als Abteilungs- und Betriebsleiter tätig. Fabig ging in seinem Beruf voll und ganz auf.

Er engagierte sich als Prüfer bei der Industrie- und Handelskammer, war Mitglied des Fachnormenausschusses, half bei der Erstellung des Berufsbildes des Glasinstrumentenbauers und war Gründungsmitglied des Verbandes deutscher Glasbläser. Unvergessen: sein Einsatz beim Aufbau des Glasmuseums. Ein von ihm gefertigtes Werkstück ist dort bis heute zu sehen.

Im Jahr 1967 heiratete er Annelie Altinger. Fünf Jahre später kam Sohn Tilmann auf die Welt. Weil der begeisterte Fußballer damals schon in Mondfeld kickte, lag es auf der Hand, dass die Familie hier sesshaft wurde. Beim SV Mondfeld übernahm er neben der Funktion des Beisitzers und Stellvertreters gleich mehrfach die Funktion des Vorsitzenden. Mit seinem Vorstandsteam war er maßgeblich am Bau des Sportheims und des Sportplatzes mitbeteiligt.

Ein Engagement im Fußballkreis Tauberbischofsheim als stellvertretender Vorsitzender (bis 2013) blieb nicht aus, genauso wie seine Mitgliedschaft im Satzungsausschuss des BFV. Er war ebenfalls stellvertretender Vorsitzender im Sportkreis Tauberbischofsheim und Bußgeldbeauftragter des Fußballkreises Tauberbischofsheim.

Zu dieser Zeit hatte sich Fabig längst schon einen Namen als Leiter der „Politischen Sänger“ der Wolfsschlucht Concordia gemacht. Beim WCW übernahm er dann im wahrsten Wortsinne die Regie (später auch als Oberwolf und Sitzungspräsident). Sicher auch deshalb, gestand er vor Jahren einmal ein, „weil ich es nicht gerne hatte, Leute vor mir zu haben, die mir sagen, was ich zu tun habe.“

Er übernahm lieber selbst Verantwortung – bis er 2007 zu der Einsicht gelangte, dass nun die Jüngeren an der Reihe sind.

Vom Fasching konnte er trotzdem nicht ganz lassen. Auftritte in Bronnbach vor einem etwas kleinerem Kreis bereiteten ihm immer noch sehr viel Freude.

Dass Gerd Fabig sich auch in der Politik engagierte, war für ihn selbst gar keine Frage. Und so bestimmte er von 1980 bis 1994 als Gemeinderat die Geschicke der Stadt mit und war fünf Jahre lang Mitglied im Kreistag.

Im Vorstand der Lebenshilfe Tauberbischofsheim war er seit 2007 für längere Zeit tätig, und fuhr zwischenzeitlich noch Medikamente für eine Apotheke aus, bis diese schloss. Gerd Fabig wurde für seinen unermüdlichen Einsatz in verschiedenen Bereichen mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt. hei

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