Wertheim

VHS-Kino „Yuli“ läuft am Dienstag, 26. März, um 18.30 Uhr und am 27. März um 20.30 Uhr im Roxy

Die Geschichte des Tänzers

Archivartikel

Wertheim.Der Vhs-Film „Yuli“ erzählt als begeisternde Mischung zwischen Tanzfilm und Biopic die bewegende Lebensgeschichte des berühmten kubanischen Balletttänzers Carlos Acosta.

Carlos Acosta wächst in Havanna auf Kuba auf. Seine Eltern sind geschieden, leben aber noch zusammen, die Familie hat wenig Geld. Carlos’ Vater ist streng und wünscht sich eine bessere Zukunft für seinen Jungen. Als er Carlos’ großes Talent fürs Tanzen bemerkt, meldet er ihn gegen den Willen seines Sohnes bei der staatlichen Ballettschule an. Der Vater sorgt mit harter Hand dafür, dass Carlos seine Ausbildung beendet, zuletzt sogar in einem Ballett-Internat in der Provinz, fernab der Familie. Yuli lernt, mit der Einsamkeit zu leben. Der Tanz wird vom Zwang zur Zuflucht. Und schon bald merken alle, die Carlos tanzen sehen: Hier tanzt ein zukünftiger Star.

In ihrem Film „Yuli“ verbindet die spanische Regisseurin Iciar Bollain Tanz und Film auf faszinierende Weise. Denn in die Geschichte von Carlos, seiner Kindheit und seiner Karriere, lässt Bollain immer wieder Tanzszenen einfließen, choreografiert von Maria Rovira. Diese wunderschön inszenierten Sequenzen, in denen auch Acosta als Tänzer zu erleben ist, ergänzen die Handlung und verleihen vielen Momenten, die mit Worten nicht zu fassen sind, zusätzliche starke Emotionen. So bleibt vieles unausgesprochen und wird doch für den Zuschauer deutlich. Aber „Yuli“ ist auch ein Film über Kuba, die Geschichte des Landes und die Menschen, die dort leben. Bollain zeigt das Land als Sehnsuchtsort und fängt es in faszinierenden Bildern ein. Doch sie verschweigt auch nicht die harte Realität, die Zerrissenheit des Landes, die Armut und die Repressalien aufgrund der schwierigen politischen Lage.

So entstand ein kraftvoller und berührender Film über einen einzigartigen Tänzer und gleichzeitig eine tief empfundene Liebeserklärung an dessen Heimat. pime