Wertheim

Auftritt der Meistermusiker Festliches Konzert für Trompete und Orgel im Rahmen der Reihe „Bronnbach Klassik“

Dezente Dynamik virtuos-bewegt abgerundet

Bronnbach.Ein festliches Konzert für Trompete und Orgel fand am Samstagabend im Rahmen der Reihe „Bronnbacher Klassik“ in der Klosterkirche statt.

Mit Bernhard Kratzer (Trompete) und Paul Theis (Orgel) waren zwei Meister ihres Fachs, langjährige Duo-Partner und Garanten höchstwertiger Kirchenmusik zum Ende ihrer zweiwöchigen Süddeutschland-Tournee gekommen, um ihr Publikum mit einem abwechslungsreichen Festprogramm zu erfreuen.

Mit Henry Purcell, dem wohl bekanntesten englischen Hoforganisten und seiner glanzvollen Suite D-Dur begann das Konzert majestätisch-erhaben. Dezente Dynamik bestimmte das Menuett in der Mitte der Suite, bevor das Werk mit Prélude und Rondo virtuos-bewegt abgerundet wurde.

Souveränes Handwerk

In der ersten Ansatzpause des Trompeters wagte es Paul Theis, das Concerto a-moll nach Vivaldi von Johann Sebastian Bach zu spielen – auf der spätromanischen Schlimbach-Orgel wegen des nicht normgerechten Pedals eine Meisterleistung, zu der nicht nur souveränes Orgelhandwerk, sondern ein langjähriges Vertrautsein, ja eine besondere Liebe zu dem außergewöhnlichen Instrument notwendige Voraussetzung ist. Aufhorchen ließ die leise Registrierung im zweiten Satz.

Wie von ferne hielten die beiden leisesten Flötenregister, wohl die Lieblingsregister des Organisten, miteinander Zwiesprache. Die prägnanten Zungenstimmen der Orgel erklangen zum ersten Mal bei Donizettis Romanze „Una furtiva lagrima“. Bernhard Kratzer hatte von der Piccolotrompete zum weich und warmtönenden Corno da caccia gewechselt. Die wunderschöne melodiös wiegende Romanze enthielt, wie viele andere Programmpunkte des Abends, eine herrliche Kadenz, Bernhard Kratzers Spezialität bei der Bearbeitung der meist für Orchester komponierten Werke.

Interessant bearbeitet und mitreißend gespielt erklang Mozarts Introduktion und Fuge, die Paul Theis vom Pedal ausgehend immer deutlicher und sich dramatisch steigernd registrierte.

Faszinierende Leichtigkeit

Schade, dass Mozart die Orgel aus seinem üppigen musikalischen Schaffen nahezu ausklammerte. Bemerkenswert waren auch die fröhlichen Sechzehntelketten von Domenico Gabriellis Sonate D-Dur und die faszinierende Leichtigkeit Bernhard Kratzers Trompetenspiel trotz exponierter Lage. Abschließend wieder virtuoser, fanfarenhafter, festlicher Glanz. Als besonderes Orgelwerk präsentierte Paul Theis die „Versetti per il Gloria“ von Vincenzo A. Petrali, einem spätromantischen italienischen Orgelvirtuosen.

Paradebeispiel

Damit hörte man ein Werk aus der Entstehungszeit der Orgel und gleichzeitig ein Paradebeispiel der an Jahrmarktmusik erinnernden Orgelkunst dieser Zeit, die vor allem in Frankreich eine Vielzahl von Komponisten und Organisten mit interessanten Orgelstücken hervorbrachte.

Ein Paradestück des Duos Kratzer-Theis beschloss die offizielle Programmfolge: Georg Philipp Telemanns Sonate D-Dur fasste noch einmal zusammen, was das ganze Konzert bestimmt hatte: Festlich strahlende Trompeten- und Orgelmusik vom Feinsten, ansteckende Freude am Musizieren und geniale Bearbeitungen, die den Kompositionen ein besonderes i-Tüpfelchen verlieh.

Das setzte sich bei den Zugaben noch fort: John Stanleys „Trumpet Voluntary“ in einer rasanten Turboversion und Händels singendes „Largo“, immer wieder von ebenso synchronen wie dankbaren Verbeugungen der beiden Künstler begleitet. Das Publikum erhob sich und applaudierte anhaltend.

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