Wertheim

Ferien für Entdecker Kinder blicken hinter die Kulissen des Wertheimer Freibads

Dem Pfad der Rohre gefolgt

Archivartikel

bestenheid.Hochbetrieb herrschte im Wertheimer Freibad in den Christwiesen am Samstag. Kein Wunder, waren mit 32 Grad Lufttemperatur, 28 Grad Wassertemperatur und viel Sonne doch ideale Bedingungen für einen entspannten Badenachmittag.

Was jedoch alles Voraussetzung für den Badespaß ist, wissen nur die wenigsten der fast 100 000 Besucher, die allein im vergangenen Jahr das Freibad besucht hatten. 16 junge Forscher durften im Rahmen des Ferienprogramms einen Blick hinter die Kulissen des Wertheimer Freibades werfen. Die Veranstaltung war ein Teil der „Ferien für Entdecker“ der Forscherkids des Stadtjugendrings Wertheim.

Schwimmmeister Ingo Ortel führte die Kinder in die für „gewöhnliche“ Gäste nicht zugänglichen Bereiche des 1965 eröffneten Bades. Dabei erklärte Ortel viel Wissenswertes über den Badbetrieb und die Technik sowie physikalisches und chemisches Hintergrundwissen. Insgesamt müssten in den vier Becken zusammen rund 3.500 Kubikmeter Wasser gereinigt werden.

Pumpen und Filtersysteme

Bergab ging es zunächst, um die unterirdische Umwälzanlage zur Wasseraufbereitung des Nichtschwimmerbeckens zu besichtigen. Allein die Lautstärke der großen Pumpen verdeutlichte den hohen Betrieb. Dem „Pfad der unterirdischen Rohre“ folgend, besichtigten die Kinder anschließend die Pumpen des großen Schwimmbeckens. Hier erklärte Ortel die Filtersysteme, insbesondere den Nutzen von Sandfiltern, die auch kleinkörnigen Dreck filtern. Bei der Umwandlung von Roh- in Reinwasser werde anschließend Chlor dosiert hinzugefügt. Dies diene der Bekämpfung von Bakterien, die vor allem durch mangelndes Abduschen oder Kleinkinder ins Wasser gelangen. Gelegentlich komme Flockungsmittel gegen ganz kleine Schmutzteilchen zum Einsatz.

Auch vor dem Schwimmbad macht die Digitalisierung nicht halt. Die komplette Anlage sei über ein am Elektronikschrank angebrachtes Touchpad oder vom Computer aus bedienbar, erklärte Ingo Ortel. Der Chlorgehalt beispielsweise werde automatisch geregelt, wie sich an den zuständigen Anzeigen ablesen ließ, abhängig von Beckenart und Nutzeranzahl. Die Aufgabe des Betriebsleiters sei, die Statistiken über Wassergehalt auszuwerten. Alle Daten und Störmeldungen seien heutzutage von zuhause abrufbar.

Da man sich aber natürlich nicht blind auf die Technik verlassen könne, demonstrierte der Schwimmmeister noch die Handmessung von freiem Chlor und dem Gesamtchlorwert. Am daraus berechenbaren Wert an gebundenem Chlor können Wasserqualität und möglicher Handlungsbedarf ermittelt werden. Als seltene Ausnahme könne das Bad in Wertheim sein Wasser dank einer Wärmepumpe auch bei kaltem Wetter erwärmen, informierte Ortel, und verwies auf die dünnen Gummischläuche auf dem Dach und die Ammoniakanlage. Die Besichtigung der Chloranlage, in der 17 Flaschen mit je 65 Kilogramm gelagert werden, schloss den Rundgang ab. kg

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