Wertheim

Kembacher Kärwe Gute Stimmung am Sportgelände

Das Ortsgeschehen glossiert

Kembach.Die Kembacher feierten am Montag auf dem Sportgelände ihre traditionelle Kärwe. Veranstalter war der TSV Kembach. Dabei ging es wie in jedem Jahr erst sportlich, dann "tierisch" zur Sache.

Am Nachmittag fand das Betriebsfußballturnier auf dem Sportplatz statt, außerdem gab es das traditionelle Kesselfleischessen. Ab dem späten Nachmittag sorgten die Neubrunner Kerwamusikanten in der Halle des Sportgeländes für Stimmung.

Am Abend zog das Kärwekamel mit der Kärwegesellschaft ein. Natürlich glossierte Kärwepfarrer Manuel Mach so manches Missgeschick von Kembachern und ihren Gästen. Sein stetiger Begleiter und Schirmträger Patrick Weimer war ebenfalls dabei. Für das Wohl des Kärwegeistlichen sorgten die Platzknechte Melissa Weimer und Sophia Heise. Als Kärwekamel fungierten Felix Bolg und Max Garrecht. Getrieben wurde das Tier von Marcel Weimer.

Beim Zug durch die Halle mussten die Gäste aufpassen, nicht vom feuchten Gruß des Kamels getroffen zu werden. In seiner Predigt erinnerte Mach zuerst an das Maifeuer mit Steaks, Bratwürsten und Bier, sogar T-Shirts dazu habe man schon entworfen. "Früher haben die Kerle im Stehen geschlafen, heute brauchen sie Autos und Büssle mit Matratze", stellte er fest. Dabei kann aber auch einiges schiefgehen.

Ein Gast aus Dietenhan habe im Auto eines Freundes schlafen wollen. Plötzlich kam er wieder zurück, denn er war draußen und der Schlüssel im verschlossenen Auto. Erst der "gelbe Engel" vom ADAC habe helfen können. Mach riet dazu, lieber das Fenster des Autos beim Schlafen offen zu lassen, das sorge für Frischluft und verhindere Schlüsselverluste dieser Art.

Auch mit so mancher alten Tradition im Ort habe nicht alles geklappt. So werde in Kembach bei Taufen und Hochzeiten mit einer Kanone geschossen. Just am einzigen bisherigen Termin in diesem Jahr sei der verantwortliche Vorsitzende verhindert gewesen und beauftragte andere. So kam die Kanone erst auf den letzten Drücker zum Gottesdienstbeginn an, aber die beauftragen Verantwortlichen blieben fern, denn die waren auf einem auswärtigen Fest.

Den Aufstieg hatten die Fußballer des TSV mit einem Urlaub auf Mallorca gefeiert. "Sie hatten das nobelste Hotel gebucht und nach dem Einchecken gleich den Bierkönig besucht." Am Mittelmeerstrand wurde dann ein Sportler mit Sand eingeseift, der ihm auch in die Ohren kam. Doch oh Schreck, auch zu Hause habe er schlecht gehört, denn er habe "als emol noch Sand im Ohr". Dieser wurde ihm, so der Pfarrer, in der Uni Klinik Würzburg entfernt. Seine Moral dazu: "Mit Mallesand im Ohr, hört man auch net besser als zuvor."

Bei der Kärwe am Sportplatz sei alles beim alten, freute er sich. "Da kann man gut trink und aas", und so mancher Junggeselle finde Anschluss. "Bei aller Glückseligkeit, sag ich Amen in Ewigkeit." Zum Abschluss zeigten die beiden weiblichen Platzknechte zusammen mit Pfarrer und Schirmträger zum Lied "Es gibt kein Bier auf Hawaii" den Kärwetanz, bevor die Gesellschaft mit einigen Runden durch die Halle wieder nach draußen zog. bdg