Wertheim

Geburtstag Gebürtiger Eichler wird 90 Jahre alt / Viele Berufsstationen / Interesse am aktuellen Geschehen

Das Musizieren prägt Karl Horns Leben

Archivartikel

Die Musik spielt eine große Rolle im Leben von Karl Horn. Er feiert jetzt seinen 90. Geburstag.

Wertheim. Das Musizieren war die große Leidenschaft von Karl Horn. Am heutigen Samstag feiert der gebürtige Eichler und jetzige Wertheimer seinen 90. Geburtstag. Karl Horn kam am 7. März 1930, als erster Sohn der Landwirte Jakob Horn und seiner Frau Marie, geborene Schulz, zur Welt. Er wuchs mit zwei Brüdern und zwei Schwestern auf.

„Meine Schwestern sind bereits jung verstorben“, bedauert er im FN-Gespräch. Seine Brüder leben heute im Hofgarten und in Eichel. Mit sechs Jahren wurde er in die Volksschule Eichel eingeschult. Ab der vierten Klasse besuchte er die Volksschule in der Uihleinstraße. In diesem Gebäude ist heute das Haus der Jugend und Vereine untergebracht.

Nach seinem Schulabschluss in der achten Klasse wollte er Ausbildung zum Elektriker beginnen. Das Regime wies ihn aber an, den Beruf des Wagners zu erlernen. Seine dreijährige Ausbildung dazu absolvierte er bei der „Wagnerei Flegler“ in Urphar. „Ich fuhr bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad dort hin“, berichtet er.

Durch die eigene Landwirtschaft sei die Familie auch zu Kriegs- und Nachkriegszeiten immer gut versorgt gewesen. „Mein Vater wurde 1942 in den Krieg eingezogen und kehrte erst 1948 zurück“, so Horn. In diesen Jahren habe sich seine Mutter alleine um Kinder und Landwirtschaft kümmern müssen.

Nächste berufliche Station war ab 1949 die „Wagnerei Stahl“ in der Wertheimer Vaitsgasse. „Wir haben dort in einem Pferdestall unter anderem die Holzaufbauten für Busse der Firma Michael Dosch gebaut.“ 1951 gehörte er zu den Mitbegründern der Bestenheider Firma Rudi Dobslaff. Ein erneuter Wechsel des Arbeitgebers führte ihn 1953 zur Firma „Stuhl Hofmann“ nach Kreuzwertheim. 1958 zog er zusammen mit einem Arbeitskollegen nach Stuttgart.

1961 kehrte er nach Wertheim zurück. Seine Ehefrau Gertrud Horn, geborene Schick, aus Niklashausen heiratete er am 6. Mai 1961 im Heimatdorf der Frau. Gefeiert wurde dann im Bronnbacher Hof in Wertheim. „Wir feierten bis frühs um zwei“, erinnerte sich das Ehepaar.

Seine Frau hatte er drei Jahre zuvor über seinen Bruder kennengelernt. Von 1961 bis zu seinem Ruhestand arbeitete der Jubilar 34 Jahre lang bei der Firma „Normschliff“ in Bestenheid. Er war in allen Bereichen des Unternehmens zur Glasbearbeitung beschäftigt.

Enkel und Urenkelin

Das Paar lebte zuerst in Bestenheid, dann in Wertheim und seit 40 Jahren im Haus in der Bahnhofstraße. 1963 wurde Tochter Sigrid geboren. Sie wohnt in Bestenheid und besucht ihre Eltern jeden Tag. Der 1970 geborene Sohn Rainer wohnt heute in Freudenberg und hat ebenso guten Kontakt. Weiterhin gehören die beiden Enkel Andrea und Ralf, sowie die vier Monate alte Urenkelin Elena Sophie zur Familie. Letztere ist der ganze Stolz des Jubilars.

Horn war früher ein sehr engagierter Musiker. Das Akkordeonspielen hatte er von einem Bekannten aus Bestenheid gelernt: „Der spielte immer an Tanzabenden in Eichel und das gefiel mir.“ Horn selbst spielt alleine oder in Gruppen beispielsweise an Fasching und Hochzeiten. „Jeder wollte, dass ich bei ihm spiele.“

Auch Posaune hatte er gelernt. Er spielte zwölf Jahre lang im evangelischen Posaunenchor und hatte mit diesem viele Auftritte. Zudem beherrscht der Jubilar auch das Keyboardspielen und war mehrere Jahrzehnte aktiver Sänger als Tenor des Gesangverein Eichel.

Hobby-Schreiner

Neben der Musik waren Schreinerarbeiten sein großes Hobby. Beispielsweise stellte er, als die Kinder klein waren, etliche Sachen für den evangelischen Kindergarten her. Gemeinsam mit seiner Frau war er zudem in den eigenen Gärten aktiv. Als die Kinder erwachsen waren, genoss das Ehepaar Urlaube im Allgäu. „Wir waren 13 Mal in Untermühlegg“, so Karl Horn.

Heute gilt das Interesse des Jubilars den aktuellen Nachrichten im Fernsehen und der Tageszeitung . Er geht gerne spazieren und freut sich über Gespräche mit den Nachbarn. Gefeiert wird am Jubeltag mit Frau, Kindern, Enkel und Urenkel in einer Gaststätte, zusätzlich am Sonntag zusammen mit seinen Brüdern zu Hause. Die Fränkischen Nachrichten schließen sich den Glückwünschen zum Ehrentag gerne an. bdg

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