Wertheim

Pandemie Lagebesprechung mit Landrätin Sabine Sitter / Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei Null / Insgesamt drei Erkrankungsfälle bisher in Kreuzwertheim

„Corona-Situation“ entspannt sich

Archivartikel

Main-Spessart-Kreis.Die Corona-Lage in Main-Spessart entspannt sich zunehmend. Das wurde bei einem Austausch zwischen Landrätin Sabine Sitter mit Vertretern der Führungsgruppe Katastrophenschutz des Landratsamtes (FüGK), des Gesundheitsamtes, des Schulamtes, der Schulverwaltung, externen Fachberatern und dem Landtagsabgeordneten Thorsten Schwab deutlich.

Aktuelle Lage

In den vergangenen Wochen stieg die Anzahl der positiv auf das Corona-Virus getesteten Personen nur leicht an. Seit Tagen bleibt die Anzahl unverändert. Zur letzten Erhebung (Freitag, 19. Juni), gab es drei positiv auf Covid-19 getestete Personen. Insgesamt sind damit im Landkreis bislang 157 positiv getestete Personen erfasst. Genesen sind davon 148 Personen. Die Zahl der an bzw. mit Sars-CoV-19 Verstorbenen liegt unverändert bei sechs. Vier Personen befinden sich derzeit in häuslicher Quarantäne. Laut einer veröffentlichten Statistik entfallen auf die Kommune Kreuzwertheim drei Erkrankungsfälle, auf Schollbrunn ein Fall, Triefenstein drei Fälle und Marktheidenfeld 28 Fälle.

Florian Kreiselmeier, Leiter der FüGK, berichtete von einer „sehr guten Situation“ für Main-Spessart. In den zurückliegenden sieben Tagen sei kein neuer Fall hinzugekommen, die sieben-Tage-Inzidenz liege damit bei null, erläuterte Kreiselmeier. Die niedrigen Zahlen spiegeln sich auch an der Teststrecke wider: Pro Betriebstag werden dort im Durchschnitt 22 Testungen vorgenommen. Insgesamt beläuft sich diese Zahl aktuell auf 726 Testungen.

Dass nicht immer das, was politisch gewünscht ist, vor Ort eins zu eins umsetzbar ist, wurde beim Thema Testungen deutlich. „Anlasslose Reihentestungen im großen Stil seien enorm aufwendig und personell nicht zu stemmen, unterstrichen sowohl die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Nicole Eberbach als auch Versorgungsarzt Dr. Edgar Dettmann. Er geht allein von rund 4000 Personen aus, die in Pflegeheimen leben und arbeiten einschließlich des Personals im Klinikum Main-Spessart. Einig waren sich die Anwesenden, dass Testungen deshalb weiterhin nur gemacht werden können, wenn Symptome oder begründete Verdachtsfälle vorliegen.

Schwierig wird es allmählich für den Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes, Ehrenamtliche für den Einsatz an der Teststrecke zu finden. Diese unterstützen dort bei der Probeentnahme und hatten teilweise auch den Fahrdienst zum Labor übernommen. Auch beim THW ist eine deutliche Entspannung eingetreten, wie Fachberater Michael Möllmann deutlich machte. In den zurückliegenden Wochen waren die Helfer für den Transport der „Persönlichen Schutzausrüstung“ von München in den Landkreis zuständig, einige von ihnen bis zu zehn Stunden im Bereitschaftsdienst im Einsatz.

Zur Mobilität

Monika Mützel, die Nahverkehrsbeauftragte des Landkreises, gab einen kurzen Überblick zur Lage im Öffentlichen Nahverkehr. Dieser war in den zurückliegenden Monaten stark rückläufig. So wurden allein im Mai 40 Prozent weniger Einnahmen erzielt. Dies bedeutete aber auch, dass bei den allermeisten Fahrten die Abstände zwischen den Fahrgästen gewahrt werden konnten.

Seit dem 11. Mai ist der normale Busfahrplan wieder gültig. Keine Hoffnung machte die Nahverkehrsbeauftragte, dass die Senkung der Mehrwertsteuer zu niedrigeren Fahrpreisen führen würde. Für eine kurzfristige Umstellung der Fahrpreise für einen sehr beschränkten Zeitraum ist der Aufwand zu hoch. Stattdessen sollen die dadurch bedingten Mehreinnahmen für Hygienemaßnahmen in den Fahrzeugen investiert werden.

Wie hoch die organisatorischen Anforderungen für die Schulen vor Ort sind, den geforderten Präsenzunterricht für alle Schüler nach den Pfingstferien wieder aufzunehmen, verdeutlichte Schulrätin Karin Auth.

Der Schulbetrieb

In der Regel müssten die Klassen aufgrund ihrer Größe geteilt werden, um die Mindestabstände zwischen den Schülern in den Klassenräumen einhalten zu können. Aus Raumgründen könne dies nur durch einen zeitlich versetzten Unterricht gewährleistet werden. Dies wiederum stelle auch an die Lehrer enorme Anforderungen. Letztendlich seien hier individuelle Lösungen gefragt. Eine Erleichterung ist, dass die Notbetreuung für Kinder deutlich zurückgefahren werden konnte.

„Wenn Systeme, die schon im Normalbetrieb Spitz auf Knopf funktionieren, noch zusätzlichen Anforderungen ausgesetzt sind, ist das eine enorme Belastung für die Beteiligten.“, resümierte Landtagsabgeordneter Thorsten Schwab im Hinblick auf die genannten organisatorischen Herausforderungen. Jetzt müsse eine Vereinfachung her, forderte er im Hinblick auf die zahlreichen Verordnungen der vergangenen Wochen. Er hofft auf eine weitere Beruhigung über den Sommer und einen „normalen“ Start für das neue Schuljahr. lra

Zum Thema