Wertheim

Ortstermin in Lindelbach Christdemokraten wollen im Gemeinderat bis zu neun Sitze erringen / Aktiv in den sozialen Netzwerken

CDU legt Wert auf das Miteinander

Die CDU nutzt im Wahlkampf intensiv das Internet und macht das „Miteinander“ zwischen Ortschaften sowie Stadtteilen zum Kernthema. Am Dienstag war sie in Lindelbach unterwegs.

Lindelbach. Nach dem überraschenden Ausgang der Oberbürgermeisterwahl hat sich die Wertheimer CDU berappelt. Recht früh zogen die Christdemokraten in den Wahlkampf. Allerorten sind Plakate zu sehen. Und auch in den sozialen Medien sind die Wahlkämpfer fleißig unterwegs. Unter dem Motto „Neues, starkes Miteinander“ haben die Verantwortlichen eigens eine spezielle Homepage veröffentlicht.

Facebook und WhatsApp

Dazu gehört ein entsprechender Facebook-Auftritt, mit dem die Partei ihre Inhalte verbreitet. Für Fragen steht neben diesen Kanälen zudem ein WhatsApp-Kontakt zur Verfügung, der nach Angaben von Axel Wältz auch rege genutzt wird.

Daneben gibt es natürlich auch das herkömmliche Informationsmaterial. Allerdings haben die Christdemokraten ihre Prospekte für Wertheims Ortschaften und Stadtteile individualisiert. Auf den Titelseiten sind Luftaufnahmen der jeweiligen Orte abgebildet.

Man wolle damit besonders herausstellen, wie wichtig die Ausgewogenheit der Beziehungen zwischen den Ortschaften untereinander und den Stadtteilen ist, meint Udo Schlachter, der Fraktionschef. Dieses „Miteinander“ zählt die CDU zum Kern ihrer Kommunalpolitik.

Fragt man unter den Gemeinderäten nach der Zahl der Mandate, welche die Partei im nächsten Gemeinderat stellen will, bekommt man unterschiedliche Antworten. Acht bis neun Sitze sollen es nach Aussage von Udo Schlachter und Axel Wältz werden. Egon Schäfer meint, sein Gefühl sage ihm, dass es um die sechs Mandate sein werden.

Am Dienstag gab es ein Heimspiel in Lindelbach. Ortsvorsteher Egon Schäfer sitzt für die Union im Gemeinderat. Er empfängt die CDU-Delegation am Gemeinschaftshaus und führt sie zunächst zum Neubaugebiet. Leute aus Würzburg und Aschaffenburg hätten hier gebaut, weil dort für Bauland der „dreifache Preis“ bezahlt werden müsse. Die Grundstücke gehen weg wie warme Semmeln. Die Nähe zur Autobahn und die rasant steigenden Grundstückspreise in den Ballungsgebieten macht die ländlichen Region mit guter Verkehrsanbindung attraktiv.

Vorzeigeprojekt

Als Vorzeigeprojekt dient derzeit ein geplantes Mehrgenerationenhaus im Ortskern. Schäfer berichtet über seine Bemühungen, die Besitzer der Hofreiten davon zu überzeugen, die Grundstücke zu veräußern, auf denen das Vorhaben nun umgesetzt wird. Der Privatinvestor erläutert den CDU-Leuten das Vorhaben ausführlich und erntet Respekt.

Weiter geht es durch die enge Gasse Richtung Sportplatz und dann zurück zum Gemeinschaftshaus,wo das obligatorische Bürgergespräch stattfindet. Neben den 16 Kandidaten sind 20 interessierte Bürger anwesend. Eine gute Resonanz, meint Udo Schlachter.

Zunächst stellen sich die Kandidaten vor. Michael Althaus, früher für die FDP im Gemeinderat und mittlerweile in der CDU-Fraktion, erläutert die Gründe für den Wechsel: Ihm habe imponiert, dass die CDU „nach außen immer mit einer Stimme gesprochen“ habe. In den Fraktionssitzungen werde zwar kontrovers diskutiert, im Gemeinderat aber meist klar kommuniziert. Für Ulrike Berberich aus Nassig ist „eine attraktive Kommune“ wichtig ist, in der alle Generationen ansprechende Angebote finden. Martina Wenzel aus der Altstadt bezeichnet die Ortschaften als „wahre Perlen“. Ihr Denken und Handeln sei von „christlichen Werten“ bestimmt. Das gute Miteinander sei „wichtig für das Gelingen des Großen und Ganzen“.

Ein breites Themenspektrum wurde in der Diskussionsrunde besprochen. Der Trinkwasserpegel und die Qualität mache ihm angesichts der Trockenheit Sorgen, sagte ein Bürger. Bernd Hartmannsgruber versicherte, dass die Versorgung gewährleistet sei. Eine Frage zu der enttäuschenden Wahlbeteiligung ging an die russlanddeutsche Bewerberin Irina Irina Nikolskij.

Die Spätaussiedler informierten sich kaum, seien am Geschehen zu wenig interessiert, so die Kandidatin.

Sie kandidiere, um die Leute besser zu informieren, so dass sie sich in der Gesellschaft mehr engagieren.

Dankbar waren die CDU-Leute für die Aussage eines relativ jungen Teilnehmers, der wegen des Ausgangs der OB-Wahl „relativ besorgt“ sei. Es sei doch eigentlich „eine sehr gute Arbeit gemacht worden“. Udo Schlachter: „Balsam auf die Seele.“