Wertheim

Waldenhäuser Ortschaftsrat tagte Infrastrukturprojekte kommen voran / Christian Ulzhöfer neuer Patenstadtrat

Bürger wollen und sollen mitreden

Archivartikel

Die Waldenhäuser wollen mitreden, und das sollen sie auch. Die Ortschaftsratssitzungen beginnen künftig mit Bürgerfragestunden.

Waldenhausen. In der ersten Sitzung des Waldenhäuser Ortschaftsrats unter Leitung des neuen Ortsvorstehers Gerrit Lang wurde deutlich, dass die Meinung und das Engagement der Bürger wichtig ist. So waren am Dienstag gleich zu Beginn im Feuerwehrhaus die Anregungen der „Waldenhäuser Dorfkinder“ gefragt.

Lang war positiv überrascht, wie viele Bürger gekommen waren. Zukünftig werde man die Bürgerfrage- und Vereinsinformationsrunde immer zu Beginn der Sitzung durchführen, erklärte er. „So können die Zuhörer ihre Anliegen gleich vortragen und dann ohne Ballast der Sitzung weiter folgen“, sagte er. Aber auch in den weiteren Tagesordnungspunkten hatten die Bürger die Chance, ihre Meinung zu sagen.

Gefahrenstelle Brücke

Von einigen Einwohnern wurde die Gefahrensituation beim Ausfahren von der Brücke auf die Landesstraße angesprochen. Durch den Bewuchs an der Tauber sei die Landesstraße nicht richtig einsehbar. Deshalb sei es schon zu Unfällen und einigen Beinaheunfällen gekommen. Es wurde angeregt, einen Vor-Ort-Termin mit Straßenbaulastträger, Wertheimer Verkehrsbehörde und Polizei anzusetzen.

Ortschaftsrat Nils Ries erklärte, dass der Wasserwirtschaftsbetrieb Main-Tauber zuständig sei. Diesen müsse man auf den nötigen Baumschnitt hinweisen.

Marlise Teicke ergänzte, man könne die Stelle auch in die Verkehrsschau der Stadt mitaufnehmen. Ries betonte: „Wir sollten es gleich angehen und Gespräche führen und nicht auf die nächste Verkehrsschau warten.“ Lang sagte zu, mit den zuständigen Behörden Gespräche zu führen.

Gefragt wurde aus Reihen der Bürger nach dem Sachstand der Sanierung des städtischen Teils der Friedhofsmauer. Lang erklärte, nach Auskunft des Tiefbauamts seien die Arbeiten soweit erledigt, wie dies mit der Stadtverwaltung abgesprochen war. Wenn wieder Finanzmittel zur Verfügung stehen, werden die Arbeiten kurz- oder mittelfristig weitergeführt.

Eine Lösung finden möchte man auch für die Beleuchtung bei der „Alten Schule“. Aktuell sind die Bewegungsmelder aus Sicht der Bürger ungünstig eingestellt, da die gesamte Wegbeleuchtung bei jedem Tier oder Fahrzeug, das vorbeikommt, eingeschaltet wird.

Aus Reihen der Bürger wurde weiterhin auf die Stolpergefahr am Weg bei den Treppen an der Zinsholzstraße hingewiesen. Lang wird es sich ansehen und Lösungen mit der Stadt klären, versprach er.

Geäußert wurde von den Zuhörern auch der Wunsch nach der Anlage von Rasengräbern. Ries stellte fest, man habe bereits eine Fläche für eine solche Grabart frei gehalten. Bestehe nun Interesse daran, könne man in den Haushaltsmittelanforderungen Gelder für die Anlage beantragen.

Einstimmig ernannte der Ortschaftsrat den Gemeinderat Christian Ulzhöfer (Bürgerliste Wertheim) zu ihrem Patenstadtrat und überreichte ihm feierlich eine „Patenschaftsurkunde für die Waldenhäuser Dorfkinder“ für die nächsten fünf Jahre. Ulzhöfer freute sich sehr über die Aufgabe. Er sagte, ein Großteil seiner Familie lebe im Dorf. Zudem ist er Mitglied des Fischervereins Waldenhausen und dem Dorf auf vielfältige Weise verbunden.

Infos über Tunnelbau

Voran geht es mit den großen Infrastrukturprojekten im Dorf. Laut Aussage des Bauherrn liegen die Arbeiten am Tunnel der Westfrankenbahn bei Waldenhausen im Zeitplan. Der Einbau der neuen Tunnelinnenschale soll bis Ende Februar 2021 abgeschlossen sein.

Der Ortschaftsrat konnte mit der Westfrankenbahn zwei besondere Angebote vereinbaren, um die Bürger über den Bau zu informieren. So wird es an einem Abend eine Begehung des Tunnels zu Fuß mit Erklärungen zu den Arbeiten geben. Der Termin wird noch bekanntgegeben. Zudem ist zu einem späteren Zukunft eine kostenlose Zugfahrt zwischen Wertheim und Reicholzheim für Waldenhäuser geplant. Dabei soll es Informationsansagen zum Projekt geben.

Auch die Sanierung der Kirchäckerstraße liegt im Zeitplan. Hinsichtlich den Zufahrtsmöglichkeiten für die Anlieger sagte Lang: „Es wird alles getan, was möglich ist.“ Er wies auf die bauarbeitenbedingte Umleitung des Radwegs hin und bat die Autofahrer um Vorsicht. Aus Reihen der Bürger wurde darauf hingewiesen, dass der Straßenbelag im Bereich der Abzweigung zum Rüdenholzweg nicht zu glatt ausgeführt werden dürfe. Bei Glatteis bestehe hier massive Rutschgefahr.

Gespräche wegen Abwasser

Beginnen kann es auch mit der Erschließung im Neubaugebiet Felderflur. Der Gemeinderat hat der Umsetzung in geplanter Form zugestimmt. Hinsichtlich der Sorgen mit der Kanalkapazität (wir berichteten) wird es ein Gespräch mit dem Eigenbetrieb Abwasserbeseitigung Wertheim geben.

In der Sitzung informierte Gerlinde Weis-Appel über den Stand ihres Projekts „Gemeinschaftsgarten Waldenhausen“. Wie Lang erklärte, stehen die Chancen gut, dass es ein Grundstück für das Projekt gibt. Neben weiteren Interessenten, werden nun auch Gartengeräte dafür gesucht.

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