Wertheim

Amtsgericht Verfahren gegen Zahlung eingestellt

Biker auf Helm geschlagen

Archivartikel

Wertheim.Ein Lkw-Fahrer aus Neubrunn hatte sich beim Amtsgericht Wertheim wegen versuchter Körperverletzung und Beleidigung zu verantworten. In Bettingen auf der L 2310, Abzweig Autohof, hatte er einem Motorradfahrer mehrfach auf Helm und Schulter geschlagen und ihn mit verächtlichen Ausdrücke bedacht. Der Geschädigte, der bei Rot an der Ampel wartete, konnte sich nicht wehren. Er musste darauf achten, mit dem Motorrad das Gleichgewicht zu halten.

Kennzeichen notiert

Der Vorfall ereignete sich im Juni 2019. Der Geschädigte, ein Grafiker aus Frankfurt, hatte die Autobahn von Würzburg kommend verlassen und befand sich auf der L 2310. Seiner Aussage zufolge, verließ ein Lkw unter Missachtung der Vorfahrt die Ausfahrt von Frankfurt her, sodass er mit seinem Motorrad „in die Eisen gehen“ und nach rechts ausweichen musste. Nach dem Schreck habe er den Lkw überholt und durch Zeichen geäußert „super gut gemacht“: Faust mit Daumen nach oben. An der Ampel sei der Lkw-Fahrer ausgestiegen und tätlich geworden. Er habe nur rufen können: „Hör´auf.“ Bei grün sei er los, habe dann den Lkw vorbei gelassen und das Kennzeichen notiert. In Urphar sei der Lkw ins Kembachtal abgebogen.

Ein Pkw-Fahrer aus Faulbach, der den Vorfall an der Ampel beobachtet hatte, sprach den Geschädigten an und stellte sich als Zeuge zur Verfügung. Seine polizeiliche Aussage wurde in der Verhandlung verlesen.

200 Euro Schmerzensgeld

Staatsanwaltschaft und Gericht machten dem Angeklagten den Vorschlag, das Verfahren gegen Zahlung von 600 Euro einzustellen, da nichts Schlimmes passiert sei. Der 48-Jährigen zeigte sich zunächst wenig einsichtig, und es bedurfte längerer Erklärungen, bis er zustimmte. Andernfalls wäre er zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Der Angeklagte bleibt ohne Eintrag im Strafregister, und der Geschädigte erhält 200 Euro Schmerzensgeld/Schadenersatz. Durch die Tätlichkeit ging sein Helm-Mikrofon verloren. Die verbleibenden 400 Euro bekommt eine soziale Einrichtung. Bei einem Urteil hätte der Geschädigte den Verlust zivilrechtlich einklagen müssen. goe

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