Wertheim

Konzert Anne Luisa Kramb (Violine) und Julius Friedrich Asal (Klavier) spielten zwei bedeutende Werke aus zwei Stilepochen

Beispielhafte Werke aus Klassik und Romantik

Hofgarten.Ein bemerkenswertes Konzert veranstaltete die Alfred-Prassek-Stiftung mit Unterstützung der Jürgen-Ponto-Stiftung am Samstagabend im Gartensaal des Hofgartenschlösschens.

Die beiden jungen Musiker Anne Luisa Kramb (Violine) und Julius Friedrich Asal (Klavier) spielten zwei bedeutende Werke aus zwei Stilepochen: Ludwig van Beethovens Sonate für Klavier und Violine Nr. 9 A-Dur op. 47, die so genannte „Kreutzer-Sonate“ sowie die Violinsonate A-Dur FWV 8 (op. 120) von César Franck.

Die beispielhaften Werke aus Klassik und Romantik, nur durch eine zwanzigminütige Pause getrennt, überraschten durch erstaunliche Homogenität und epochenübergreifende Gemeinsamkeit in Aussagekraft und musikalischer Fülle. César Frank (1822 bis 1890), renommierter Pariser Organist und Kirchenmusiker, wusste auch kammermusikalische Werke und sinfonische Dichtungen wirkungsvoll zu komponieren und wurde so zum Wegbereiter des französischen instrumentalen Impressionismus über die Orgelmusik hinaus. In der Tat passte die ausdrucksstarke Musik perfekt in den Konzertsaal des Schlösschens mit den Landschaftsgemälden der laufenden Ausstellung, die zur gleichen Zeit, nämlich Ende des neunzehnten Jahrhunderts, entstanden.

Beethovens Sonate blieb nicht nur bei der „offiziellen“ Tonart A-Dur, sondern glich einer abwechslungsreichen Reise durch den Quintenzirkel, der sich nicht nur auf der parallele Moll-Tonart beschränkte, sondern über E-Dur auch nach F-Dur modulierte, bevor die Zwischenspiele und Rondoteile wieder zur Grundtonart zurückführten.

Schon beim ersten kontrastreichen Satz mit Monumentalpassagen und sanften Überleitungen konnte man sich auf das langsamere und ruhige Andante und den schönen durchsichtigen, feinen Klang der berühmten Stradivari-Violine freuen. Sicherlich waren viele Zuhörer auch wegen des Erlebnisses gekommen, ein solches Instrument einmal unmittelbar und aus der Nähe zu hören und zu genießen.

Mit einem furiosen Finale ging das nuancenreiche Werk eindrucksvoll zu Ende und die Pause gab Gelegenheit zum Gedankenaustausch und zur Spekulation, wie sich César Francks Sonate von Beethoven unterscheiden würde. Die Überraschung war sicherlich bei vielen Zuhörern groß: Die Wirkung war irgendwie anders als erwartet: noch gewaltiger als bei Beethoven.

Hatte man anfangs befürchtet, dass der klangstarke Förster-Flügel durch den ganz aufgeklappten Deckel gegenüber der Violine zu stark werden könnte, konnte man nach den Monumentalklängen der schnellen Allegretto-Sätze aufatmen: die Violine zeigte sich in den filigranen Passagen ebenso wie im vollem Fortissimo stets ebenbürtig. So war jedes Instrument und jeder der beiden Künstler ununterbrochen in ganzheitlicher und übereinstimmender Intention vereint.

Helmut Arnold als Repräsentant der Jürgen-Ponto-Stiftung dankte für 28 Jahre treuen Konzertbesuch des Stammpublikums und fasste den Eindruck der Zuhörer treffend zusammen: Eine „engelsgleich gespielte Violine und ein außergewöhnlicher Pianist“ hatten einen ganz besonderen Abend beschert.

Als Zugabe spielten Kramb und Asal eine pfiffige Miniatur über „Stille Nacht“ von Alfred Schnittke, bevor viele Zuhörer die Gelegenheit nutzen, mit den Musikern ins Gespräch zu kommen. rl

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