Wertheim

Ortschaftsratssitzung Stadtverwaltung und Stadtwerke erläuterte Leitungssicherungen / Der Umbau des DLRG-Raums geht voran

Bei Urpharern bleiben Fragezeichen

Archivartikel

Urphar.Der Urpharer Ortschaftsrat ist am Freitag zu einer öffentlichen Sitzung zusammengekommen. Auf der Tagesordnung stand unter anderem das Thema Leitungssicherungen. Was es damit auf sich hat, erläuterten Hubert Burger von der Stadt Wertheim und Frank Gebhardt von den Wertheimer Stadtwerken.

Ihr Anliegen kurz erklärt: Stadt und Stadtwerke wollen Strom-, Gas-, Wasser- und Abwasserleitungen, welche über (beziehungsweise unter) Privatgrundstücken verlaufen, grundbuchrechtlich sichern. Sprich: Die Lage der Leitungen soll im Grundbuch festgehalten werden. Zu diesem Zweck sind von der Stadt sogenannte Dienstbarkeitsverträge an die Eigentümer der betroffenen Grundstück geschickt worden – in Urphar sind dies insgesamt 183.

„Sinn und Zweck der Vereinbarungen ist es, dass auch nach einem Eigentümerwechsel bekannt ist, wo Leitungen auf einem Grundstück verlaufen“, erläuterte Frank Gebhardt. Dies sei der Fall, wenn die Leitungen grundbuchrechtlich gesichert seien. Wichtig für die Betroffenen: Der Vertrag muss im Beisein eines Notars von allen Eigentümern des betroffenen Grundstücks unterzeichnet werden.

Kosten entstehen durch die Unterzeichnung des Kontrakts indes keine, wie Burger und Gebhardt betonten. Zudem gebe es eine finanzielle Entschädigung: 2,50 Euro pro Meter Leitungstrasse auf dem Grundstück sowie 30 Euro pro Leitungsschacht oder Armatur.

Rechtlich nicht einfach

Bei den Urpharer Bürgern blieben im Anschluss an die Ausführungen von Burger und Gebhardt einige Fragezeichen. So wollte ein Anwesender etwa wissen, wie es denn mit der Möglichkeit der Bebauung eines Grundstücks aussehe, bei dem die Leitungen bereits grundbuchrechtlich gesichert seien. Dies sei rechtlich nicht ganz einfach, entgegnete Hubert Burger. Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen könnten eventuell überbaut werden, Gasleitungen nicht.

Daneben mussten sich die beiden Vertreter der Stadt auch dem Vorwurf stellen, dass alleine durch die Dienstbarkeitsverträge bereits der Wert der betroffenen Grundstücks sinke. Dem wollte Burger allerdings nicht pauschal zustimmen, sondern verwies vielmehr darauf, dass man sich den jeweiligen Einzelfall anschauen müsse.

Auch Ortsvorsteher Detlev Dosch äußerte Zweifel, ob durch den Vertrag ein Wertverlust entsteht. Eine klare Empfehlung für oder gegen die Dienstbarkeitsverträge sprach er indes nicht aus. „Das muss jeder für sich selbst entscheiden“, befand er. Es gelte abzuwägen, ob das betroffene Grundstück noch bebaut werden soll oder ob es nur eine Ackerfläche sei.

Doch was ist eigentlich, wenn die Eigentümer den Vertrag nicht unterschreiben? Auch das wollte eine Anwesende wissen. Die Antwort von Hubert Burger: „Erst einmal gar nichts“.

In seiner Sitzung durfte der Ortschaftsrat noch einen weiteren Gast begrüßen. Die Wertheimer Gemeinderätin Marlise Teicke war nach Urphar gekommen, um Unterstützung für die Neubewerbung um das Siegel „Fair-Trade-Stadt“ zu gewinnen. Seit Mitte 2019 darf Wertheim sich „Fair-Trade-Stadt“ nennen, spätestens bis Ende des Jahres ist allerdings eine Neubewerbung nötig, da das Siegel jeweils nur für zwei Jahre verliehen wird.

Hier ist auch die Unterstützung der lokalen Vereine nötig, welche Teicke zum Mitmachen bewegen wollte. So könnten diese beispielsweise auf ihren Festen fair gehandelten Kaffee ausschenken und dies auch auf der Karte auszeichnen.

Neuigkeiten hatte Ortsvorsteher Detlev Dosch zur geplanten Maßnahme zur Entwicklung des Sportplatzes. Diese werde nach der Fußball-Stadtmeisterschaft beginnen. Ob neben der neuen Flutlichtlage auch etwas am Sportplatz selbst gemacht wird, konnte Dosch auf Nachfrage aus dem Publikum noch nicht sagen. Der Sportverein sei aktuell in Verhandlungen. „Wir müssen abwarten, was dabei rauskommt“, so der Ortsvorsteher.

Weiter voran geht der Umbau des DLRG-Raums. Dort soll laut Ortschaftsrat im Laufe der ersten Februarwoche mit den Betonierarbeiten begonnen werden. Und zu guter Letzt kündigte die Bürgervertretung noch eine Reinemach-Aktion an.

Am 29. Februar, ab 9 Uhr, sind die Urpharer eingeladen, gemeinsam ihren Ort auf Vordermann zu bringen. „Das ist auch wieder sehr sinnvoll, seit dem letzten Mal hat sich bereits wieder recht viel Müll angesammelt“, merkte Dosch an.

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