Wertheim

Bayerischer Naturschutzfond Erfassung des Rebhuhnbestands abgeschlossen

Bedrohte Vogelart stärker schützen

Archivartikel

Main-Spessart-Kreis.In Bayern gilt der Bestand an Rebhühnern inzwischen als stark gefährdet. In einer pressemitteilung weist das Landratsamt des Main-Spessart-kreises darauf hin, dass die Population dieser Vogelart seit den 80-er Jahren stark abgenommen habe.

Wie es um das Rebhuhn im Landkreis Main-Spessart steht, dieser Frage geht ein Projekt des Landschaftspflegeverbands Main-Spessart nach, das vom Bayerischen Naturschutzfond mit Erträgen aus der Glücks-Spirale finanziert wird.

Nach 69 Begehungen und zahlreichen Befragungen von Jagdpächtern im März und April dieses Jahres liegt nun das Ergebnis der Ersterfassung vor.

Die aktuelle Bestandssituation ist besser als im Vorfeld des Projektes angenommen. Dennoch dürfen die 27 kartierten Rebhuhnreviere nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich auch im Landkreis eine deutlich rückläufige Entwicklung zeigt. Im überwiegenden Teil des Spessarts ist das Rebhuhn mittlerweile verschwunden, die Individuendichte im übrigen Landkreis ist stark geschrumpft.

Als Ursache dafür gilt vor allem die deutlich veränderte Landschaftsstruktur. Denn das Rebhuhn gilt als Charaktervogel kleinstrukturierter Kulturlandschaft und benötigt als Lebensraum ganzjährig ein Mosaik aus Brach- und Blühflächen, aus Äckern mit Feldrainen und strukturreichen Hecken. Und das findet der Vogel heutzutage immer seltener vor. Wie Erfahrungen aus der Schweiz zeigen – dort gilt das Rebhuhn inzwischen trotz umfangreicher Hilfsprogramme als ausgestorben – nützt es nichts, einzelne, isolierte Schutzgebiete für den Vogel zu schaffen.

Lebensräume müssen miteinander vernetzt und insgesamt aufgewertet werden. Auch der „Besucherdruck“ durch Menschen und freilaufende Hunde kann für das Rebhuhn zum Problem werden. „Zu viel Stress verringert den Bruterfolg und damit die Aussicht, dass sich der Bestand langfristig erholen kann“, erläutert Stefan Reuter vom Landschaftspflegeverband, der das Projekt betreut. Er macht deutlich: „Wir müssen umfangreiche Maßnahmen treffen und zwar jetzt und nicht erst in ein paar Jahren, um überhaupt noch eine Chance zu haben, damit das Rebhuhn nicht auch bei uns ausstirbt.“

Um dem Bestandsschwund entgegenzuwirken, ist die Beteiligung von verschiedensten Akteuren vor Ort, wie Landwirten, Jägern, Naturschützern, Bürgern ausschlaggebend.

Nach der Ersterfassung möchte der Landschaftspflegeverband nun gemeinsam mit dem Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten, der Unteren Naturschutzbehörde und den Jagdpächtern konkrete Maßnahmen zur Förderung der Bestände erarbeiten. lra

Zum Thema