Wertheim

Volksbank Main-Tauber Regionalmarktleiter Georg Stemmler bei kleiner Feierstunde im engsten Kreis verabschiedet

Bank Jahrzehnte lang ein Gesicht gegeben

Archivartikel

Wertheim.Der Satz wird oft bemüht, aber in diesem Falle hat er tatsächlich seine Berechtigung: Mit der Verabschiedung von Georg Stemmler am Freitag ging für Wertheim und die Volksbank Main-Tauber eine Ära zu Ende. War doch der aus Külsheim stammende Regionalmarktleiter über Jahrzehnte hinweg das „Gesicht“ der Volksbank in der Stadt am Zusammenfluss der beiden Gewässer, die der Genossenschaftsbank ihren Namen geben. „Mit dir geht eine Institution von Bord“, wird der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Robert Haas in einer Pressemitteilung zitiert.

Einer kleine Feierstunde musste aufgrund der Pandemie an die Stelle der geplanten Verabschiedung im Kreise von Freunden und Weggefährten treten, die Georg Stemmler sicherlich gerne in einen neuen Lebensabschnitt begleitet hätten.

Bank jahrzehntelang geprägt

„Du nimmst heute Abschied von unserer – und ganz sicher auch deiner – Volksbank, die du viele Jahre mit nachhaltigem Erfolg als ,echter Marktmann’ begleitet und geprägt hast“, so Haas weiter. Am 1. August 1975 begann die Karriere des scheidenden Regionalmarktleiters mit seiner Ausbildung zum Bankkaufmann in der damaligen Volksbank Wertheim. Nach dem Wehrdienst in Külsheim folgten zunächst Stationen in den Zweigstellen Höhefeld und Reicholzheim, bevor dann 1983 die Wirkungsstätte Stemmlers dorthin verlegt wurde, wo er in der Folge bis heute tätig war: die Hauptstelle in der Wertheimer Kernstadt. Sehr schnell wurde dem jungen Banker, der sich durch Einsatzfreude, Engagement und Zuverlässigkeit auszeichnete, die Leitung des Schalters übertragen. In den folgenden Jahren erwarb sich Stemmler einen ausgezeichneten Ruf als Privatkundenbetreuer, der sich mit vollem Einsatz dem Wohl seiner Kunden verschrieben hatte – oftmals auch außerhalb der eigentlichen Arbeitszeit.

Integrer Kollege

„Damit nicht genug hast du dich 1990 einer neuen Herausforderung gestellt und die Leitung der Abteilung Marketing übernommen“, erinnerte sich Robert Haas. Die außergewöhnliche Begabung für Marktthemen und im Umgang mit Menschen blieb den Verantwortlichen schon seinerzeit nicht verborgen, was sich in der Verleihung der Handlungsvollmacht 1991 und der Prokura 1997 niederschlug.

Seit 1993 verantwortete Stemmler neben dem Marketing den Vertrieb und zeichnete sich als „sehr kompetenter Kollege und Vorgesetzter und integrer Kollege“ aus, der „stets ein offenes Ohr für die Belange seiner Mitarbeiter hatte und immer zur Stelle war, wenn Hilfe benötigt wurde“, so Robert Haas.

Nicht nur innerhalb der Bank machte sich Georg Stemmler einen klangvollen Namen, auch „rund um den Marktplatz“ der Stadt war der „Vollblutgenosse“ bald Aushängeschild, Gesicht und Botschafter der Volksbank, was sich auch in seinem langjährigen Engagement im Stadtmarketing der großen Kreisstadt niederschlug. „In den letzten vier Jahrzehnten hast du unser Haus nach außen und innen immer vorbildlich und mit Herzblut repräsentiert“, so Haas. In Erinnerung blieben insbesondere die zahlreichen Vernissagen in Bestenheid, die Georg Stemmler zu unvergessenen Events mit enormer Außenwirkung gemacht habe, oder seine ehrenamtliche Tätigkeit zum Wohle der Stadt.

Die zahlreichen und tiefgreifenden Veränderungen im Bereich der Digitalisierung und der Regulatorik, die Stemmler in verantwortungsvoller Position in den vergangenen Jahrzehnten erlebt und umgesetzt hat, gaben im Anschluss Anlass für so manche Anekdote, die in wehmütiger Stimmung ausgetauscht wurde. Überhaupt gab der „Tag zwischen zwei Lebensabschnitten“ sowohl Gelegenheit zum dankbaren Rückblick auf gemeinsam Erlebtes, aber auch Anlass zur Vorfreude auf ein Leben im verdienten Ruhestand, den der scheidende Regionalmarktleiter im Kreise seiner Familie zu genießen gedenkt. Zumal er sein berufliches Erbe bei seiner Nachfolgerin Madeline Knop auch „in guten und fähigen Händen“ wisse.

Empathie als Schlüssel

Mehr Zeit für seine Lieben, Reisen ins geliebte Montafon und die Jagd, das werden die nächsten Jahre bringen, so Georg Stemmler: „Am meisten vermissen werde ich meinen allmorgendlichen Weg zur Arbeit, wusste ich doch meistens schon nach dem Gang über den Marktplatz, welche Themen die Menschen bewegen.“ Nah an den Menschen der Stadt zu sein, das Ohr am Markt zu haben und sein hohes Einfühlungsvermögen seien sicher auch der Schlüssel für den außergewöhnlichen Erfolg Georg Stemmlers, der die Geschicke „seiner“ Volksbank wie kaum ein zweiter in Wertheim geprägt hat.

„Deine ausgezeichnete und treue Zusammenarbeit, deine Leistungs- und Hilfsbereitschaft und deine sprichwörtliche Kollegialität verdienen unseren herzlichen Dank“, stelle Robert Haas abschließend in seiner Laudatio fest.

Verbunden mit dem Wunsch, Georg Stemmler möge den Kontakt zu „seiner“ Bank auch in Zukunft nicht abreißen lassen.

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