Wertheim

Amtsgericht Diebstahl und Sachbeschädigung

Aus Übermut in Scheune eingebrochen

Archivartikel

Wertheim.Nach einer Geburtstagsfeier im Juli in Freudenberg stiegen nachts zwei Männer in eine fremde Scheune ein und entwendeten ein Mofa. Das Ganze geschah aus Übermut und unter Alkoholeinfluss. Die beiden mussten sich nun vor dem Amtsgericht verantworten.

Der Tatort liegt in der Nähe des Friedhofs. Um auf das Gartengrundstück zu gelangen, drückten die Angeklagten einen Maschendrahtzaun ein und an der Scheune eine Alutür. In der Scheune versuchten sie vergeblich, einen Traktor zu starten. Dann weckte ein Mofa ihr Interesse. Sie hoben es über den Zaun, schoben es 300 Meter einen Weg entlang, ließen es dann aber liegen, da sie es nicht starten konnten.

Die Männer waren geständig. Sie seien auf das Grundstück, da es ihnen „interessant“ erschien. Zum Täter-Opfer-Ausgleich sei es bisher nicht gekommen, da die Forderung des Geschädigten, 600 Euro, zu hoch sei. Laut Polizei beträgt der gesamte Schaden mindestens 1000 Euro.

Nach der Beweisaufnahme ging die Staatsanwaltschaft von Diebstahl in besonders schwerem Fall aus. Dem Gericht fehlte der Nachweis, dass die Männer Grundstück und Scheune mit dem Vorsatz betraten, etwas stehlen zu wollen. Stattdessen ging die Richterin von einem Spontanentschluss aus: einfacher Diebstahl. Die Mindeststrafe bei schwerem Diebstahl beträgt drei Monate oder 90 Tagessätze.

Der Ältere, 24 Jahre, erhielt wegen Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung und Diebstahls eine Strafe von 60 mal 20 Euro. Beim Jüngeren, zur Tatzeit 20 Jahre, kam Jugendstrafrecht zur Anwendung. Er wurde verwarnt und muss 20 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Weiterhin muss er an einer Drogenberatung sowie einem Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) mitwirken und sich beim Geschädigten entschuldigen. Beim TOA wird festgelegt, wie der Schaden gut gemacht werden kann. goe

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