Wertheim

Corona Ordnungsamtschef bemängelt fehlende Datenerhebung

„Aufweichen der Moral“

Wertheim.Das Virus ist noch da und es wird auch in den nächsten Monaten nicht einfach verschwinden. Bürgermeister Wolfgang Stein warnt laut einer Pressemitteilung der Stadt davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. „Die aktuelle Entwicklung im Main-Tauber-Kreis zeigt, dass auch wir im ländlichen Raum vor dem Infektionsgeschehen nicht gefeit sind“, sagte er in der Sitzung des Corona-Lenkungsstabes der Stadtverwaltung am Montag.

Mohr: Werden kontrollieren

Vor diesem Hintergrund macht den Mitgliedern des Gremiums ein zunehmendes Nachlassen der Disziplin Sorgen. Allenthalben sei im öffentlichen Raum ein „Aufweichen der Moral“ zu beobachten, stellte Volker Mohr, Leiter des Referats Öffentliche Ordnung im Rathaus, fest.

Zur Begrüßung würden Hände geschüttelt oder Umarmungen ausgetauscht, häufig fehle die Mund-Nase-Bedeckung, wo diese eigentlich zu tragen sei, und Abstandsregeln würden nicht eingehalten. „Viele Gastronomiebetriebe lassen die vorgeschriebene Datenerhebung ihrer Gäste schleifen“, kritisierte Mohr.

Gerade diese sei aber eine wichtige Pflicht, um gegebenenfalls Kontakte nachvollziehen zu können. „Das muss man von den Gastronomen verlangen und das wird auch kontrolliert“, erklärte der Referatsleiter. Verstöße könnten mit empfindlichen Geldbußen geahndet werden. Daneben beschäftigen die zuständigen Mitarbeiter der Verwaltung Beratungen im Hinblick auf Feierlichkeiten aller Art und vor allem private Feiern. Vieles sei jetzt wieder erlaubt. Aber nicht alles, was gehe, müsse auch bis zum Äußersten ausgereizt werden.

Mehr denn je komme es jetzt darauf an, Verantwortung für sich und seine Nächsten aber auch für die Gemeinschaft zu übernehmen. „Wir sollten alle gemeinsam dazu beitragen, dass private Feiern nicht die nächsten Hotspots werden“, war man sich im Lenkungsstab einig. Eine private Feier war auch der Ausgangspunkt für zahlreiche Infektionsfälle Landkreis in den vergangenen Tagen. „Im Moment scheint das System der Kontaktnachverfolgung im Main-Tauber-Kreis zu funktionieren“, erklärte Bürgermeister Stein. „Wenn das aber einmal nicht mehr der Fall ist, werden wir es wieder mit Einschränkungen zu tun haben.“

In diesem Zusammenhang, aber auch in Verbindung mit der Rückkehr aus Corona-Risikogebieten wie zum Beispiel der Türkei, machten er und Ordnungsamtsleiter Mohr darauf aufmerksam, dass angeordnete Quarantäne-Maßnahmen strikt eingehalten werden müssen und dies auch kontrolliert wird. stv

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