Wertheim

Kultur „Zu Gast bei . . .“ – private Interieurs von 1850 bis 1965 / Positive Reaktionen auf das Video-Angebot im Internet

Aufwändige Ausstellung bis Anfang November verlängert

Wertheim.Das Kunstmuseum „Schlösschen im Hofgarten“ erreicht die positive Nachricht: die Ausstellung „Zu Gast bei…“ - private Interieurs von 1850 bis 1965 kann verlängert werden. Der Direktor und Chef-Kurator des Humboldtforums im rekonstruierten Stadtschloss Berlin, Paul Spies, hat den Verlängerungsvertrag nun unterschrieben.

Die aufwändig vorbereitete Ausstellung, unter anderem mit Leihgaben aus der Hauptstadt, ist nun bis zum 1. November in Wertheim zu sehen. Ergänzende Vorträge sind für den Frühherbst in Planung, sofern die Corona-Situation dies zulässt.

Die Ausstellung musste kurz nach ihrer Eröffnung schließen. Der durch Aktivitäten von Mitgliedern des Förderkreises „Schlösschen im Hofgarten“ initiierte Youtube-Kanal „Kunstmuseum Schlösschen im Hofgarten Wertheim“ ermöglichte jedoch einen virtuellen Rundgang durch die Ausstellungsräume.

Nachricht aus Übersee

Welche Reaktion diese Art der Berichterstattung weltweit auslöste – es kamen unter anderem Rückmeldungen aus Österreich, Frankreich, Dänemark –, zeigt eine Mail aus Übersee: „Vielen Dank für die interessanten Berichte. Ich spende einige Stunden um die wundervolle Website anzusehen. Ich war besonders beeindruckt von all den interessanten Geschichten, die man lesen konnte. Ich finde, dass die gesamte Website sehr schön gestaltet worden ist und besonders die Fotografien. Die Kunst, die im Schlösschen sich befindet, ist wundervoll….Ich bin sicher, dass wir noch mehr Zeit beim Betrachten der Website verbringen werden“, so Tom Waschkowski aus Kanada.

Die in der Ausstellung gezeigten Gemälde aus der Zeit von 1850 bis 1965 gewähren ganz private Einblicke in die Lebenskultur ihrer Bewohner. Gerade in der gegenwärtigen Zeit sind Innenräume, ihre Gestaltung und Nutzung von großer Relevanz. Ein hervorragendes Beispiel dafür, welche Aussagekraft und Bedeutung ein solches Gemälde haben kann, ist Max Fabians im Jahre 1920 entstandenes Interieur (Paretz).

Dornröschenschlaf

Bei der scheinbar gutbürgerlichen Wohnstube handelt es sich tatsächlich um eine Innenraumdarstellung des Schlosses Paretz. Das unweit von Berlin gelegene Landschloss war einer der Lieblingswohnorte der um 1800 beliebten und populären preußischen Königin Luise.

Sie war eine vergleichsweise bescheidene Frau, die nicht im Prunk leben wollte. Fabians lichtdurchflutetes Gemälde bringt dies deutlich zum Ausdruck. Schloss Paretz fristete nach 1945 ein stiefmütterliches Dasein. Nach der Wende 1989 konnte man das Schloss aufgrund derartiger Innenraumdarstellungen weitgehend rekonstruieren.

Tapeten und Möbel aus Museen und Depots wurden mit Hilfe von Bildern zugeordnet, so dass man heute wieder die unbeschreiblich schöne und gesamte Atmosphäre vor Ort erleben kann. Nach einem langen Dornröschenschlaf ist Schloss Paetz wieder auferstanden, vergleichbar dem Schlösschen im Hofgarten.

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